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allgemeines Tischtennis-Forum Dies ist unser Hauptforum. Hier geht es um Tischtennis allgemein und hier gehört alles rein, was nicht in die Fachforen oder sonstigen Foren passt.

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  #121  
Alt 07.04.2026, 19:21
Fritz the Cat Fritz the Cat ist offline
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AW: Tischtennis-Reform: Offener Spielbetrieb für Frauen und Männer beschlossen

Während meiner Zeit als Geschäftsführer des HTTV kam es im Frühjahr 1992 zu einer denkwürdigen Jahreshauptversammlung. Hier wurde durch eine Minderheit der Vereine, die aber die Majorität der Stimmen besaßen, der Spielbetrieb der Damen erstmals grundlegend geändert: Man beschloß eine Reduktion der Mannschaftsstärke von 6er auf 4er Teams.
Es gab viele Gegenargumente. Ich prognostizierte, daß der Verband mind. 1/3 seiner Spielerinnen verlieren wird, weil alle die Spielerinnen, die sich nicht mehr so wertgeschätzt fühlten, weil sie schlichtweg zum Antreten nicht benötigt wurden, aufhören würden. Und genauso kam es dann auch.
Hinzu kamen die immer schlechter werdenden Möglichkeiten für Mädchen beim Aufrücken in den Damenbereich, wenn sie noch nicht so gut, so erfahren oder so etabliert waren. Die Mannschaftspositionen 5 und 6 gab es ja nicht mehr. Und Mannschaften zögerten immer mehr eher unerfahrene Mädchen in ihre Teams mit einzubauen.

In der Saison 1991/92 gab es mit über 150 Damen-6er-Teams ca. 1300 aktive Damen. Jetzt gibt es mit 43 Mannschaften in nur noch 5 Staffeln 247 aktive Damen (überregionale Teams sind nicht berücksichtigt, weder damals noch heute). Eine Bestätigung meiner Aussage: "Tischtennis schafft sich selbst ab!" Im noch viel schlimmeren Rahmen entwickelte sich der Mädchen-Spielbetrieb, wenngleich sich hier noch sehr viel mehr andere Einflüsse auswirkten.

Und natürlich gab es auch weitere Einflüsse, die diesen Rückgang begründet haben. Aber mangelnder Wettbewerb hat noch nie zu mehr Prosperität geführt. Im Gegenteil: Mit einem leeren Schaufenster kannste nix verkaufen.

Wenn also endlich Regelwerke auch mal mit Weitblick und Perspektive die Bedürfnisse aller (hier jetzt speziell die Damen) berücksichtigen würden, könnte sich der ebenfalls extrem niedergehende DTTB (1992 mit über 10 Mio Aktiven der zweitgrößte Sportfachverband im DOSB) ein Stück weit sanieren und restaurieren. Quo vadis DTTB?
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  #122  
Alt 07.04.2026, 21:58
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AW: Tischtennis-Reform: Offener Spielbetrieb für Frauen und Männer beschlossen

Zitat:
Zitat von Rudi Endres Beitrag anzeigen
Teil 1 der Statistik ist abgeschlossen und bezieht sich auf die Meldungen. Siehe PN. Es scheint aber so zu sein, dass die meisten Damen nur gelegentlich aushelfen. Das muss ich aber noch statistisch absichern. Doch es kommen seit Jahren kaum neue Spielerinnen hinzu.
Vielen Dank, Rudi.

Wenn die Damen nur noch unregelmäßig spielen, dann dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis es immer weniger aktive Damen im Mannschaftssport gibt. Was sehr schade wäre. Dann müsste man allerdings eingestehen, dass der offene Spielbetrieb nicht gebracht hat, was man sich von ihm versprochen hatte.

In Bayern gibt es seit ein paar Saisons in der Jugend nur noch gemischte Mannschaften. Da müsste es auch bald möglich sein, festzustellen, ob wieder mehr Mädchen in den Erwachsenensport kommen oder nicht. Und ob (gerade während der Zeit der Pubertät) mehr Mädchen mit TT aufhören als früher oder eben nicht.
@Rudi Matousek: Kannst du da vielleicht deine Eindrücke teilen?
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  #123  
Alt 08.04.2026, 09:01
alba alba ist offline
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AW: Tischtennis-Reform: Offener Spielbetrieb für Frauen und Männer beschlossen

Letztes Jahr hatten wir noch eine Damenmannschaft, 11 Spielerinnen laut Rangliste, trotzdem mussten sie häufig wegen Spielermangel Spiele verlegen lassen oder zu dritt antreten. In der vergangenen Saison dann keine Damenmannschaft mehr gemeldet, nachdem von den 11 Damen aus den verschiedensten Gründen 5 weggefallen sind. Nur eine von den 11 hat jetzt im Herrenteam mitgespielt - sie hat vor zwei Jahren mit 40 erst mit dem TT begonnen, entsprechend auch in der untersten Liga kaum etwas gewonnen. Toll, dass sie trotzdem mit Begeisterung am Ball bleibt.
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  #124  
Alt 08.04.2026, 11:14
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masl83 masl83 ist offline
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AW: Tischtennis-Reform: Offener Spielbetrieb für Frauen und Männer beschlossen

Zitat:
Zitat von Fritz the Cat Beitrag anzeigen
Während meiner Zeit als Geschäftsführer des HTTV ...

Eine Bestätigung meiner Aussage: "Tischtennis schafft sich selbst ab!" Im noch viel schlimmeren Rahmen entwickelte sich der Mädchen-Spielbetrieb, wenngleich sich hier noch sehr viel mehr andere Einflüsse auswirkten.

Und natürlich gab es auch weitere Einflüsse, die diesen Rückgang begründet haben. Aber mangelnder Wettbewerb hat noch nie zu mehr Prosperität geführt. Im Gegenteil: Mit einem leeren Schaufenster kannste nix verkaufen.

Wenn also endlich Regelwerke auch mal mit Weitblick und Perspektive die Bedürfnisse aller (hier jetzt speziell die Damen) berücksichtigen würden, könnte sich der ebenfalls extrem niedergehende DTTB (1992 mit über 10 Mio Aktiven der zweitgrößte Sportfachverband im DOSB) ein Stück weit sanieren und restaurieren. Quo vadis DTTB?
Das ist für mich halt immer so eine Frage der Perspektive und den Zusammenhang kann man natürlich so sehen, aber nicht belegen.

Man kann genauso behaupten man hat den Spielbetrieb angepasst um dem Trend - immer weniger Damen die sich für TT begeistern - entgegen zu wirken. Die getroffenen Massnahmen waren erfolglos, haben das Ergebnis aber nicht verschlechtert.
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  #125  
Alt 08.04.2026, 11:54
Trillian Trillian ist offline
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AW: Tischtennis-Reform: Offener Spielbetrieb für Frauen und Männer beschlossen

Zitat:
Zitat von alba Beitrag anzeigen
Letztes Jahr hatten wir noch eine Damenmannschaft, 11 Spielerinnen laut Rangliste, trotzdem mussten sie häufig wegen Spielermangel Spiele verlegen lassen oder zu dritt antreten. In der vergangenen Saison dann keine Damenmannschaft mehr gemeldet, nachdem von den 11 Damen aus den verschiedensten Gründen 5 weggefallen sind. Nur eine von den 11 hat jetzt im Herrenteam mitgespielt - sie hat vor zwei Jahren mit 40 erst mit dem TT begonnen, entsprechend auch in der untersten Liga kaum etwas gewonnen. Toll, dass sie trotzdem mit Begeisterung am Ball bleibt.
Meiner Erfahrung nach ist es einfacher, eine 4er-Mannschaft mit 6 oder 7 Spieler(inne)n voll zu bekommen als wenn 11 gemeldet sind. Bei 11 denken sich alle, warum soll ausgerechnet ich jetzt aushelfen, es gibt doch 7 andere, die das auch könnten.
Außerdem ist es oft nicht wirklich hilfreich, per Email oder in Whats App alle zu fragen, da fühlt sich niemand persönlich angesprochen. Es ist zwar deutlich mehr Aufwand, aber im direkten Gespräch (im Training oder am Telefon) habe ich üblicherweise nach 2 oder 3 Versuchen eine Zusage. Eine Spielverlegung ist aber noch viel mehr Aufwand.
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  #126  
Alt 08.04.2026, 13:29
Fritz the Cat Fritz the Cat ist offline
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AW: Tischtennis-Reform: Offener Spielbetrieb für Frauen und Männer beschlossen

Zitat:
Zitat von masl83 Beitrag anzeigen
Das ist für mich halt immer so eine Frage der Perspektive und den Zusammenhang kann man natürlich so sehen, aber nicht belegen.

Man kann genauso behaupten man hat den Spielbetrieb angepasst um dem Trend - immer weniger Damen die sich für TT begeistern - entgegen zu wirken. Die getroffenen Massnahmen waren erfolglos, haben das Ergebnis aber nicht verschlechtert.
Oh contraire: Da ich mich so sehr über die Entscheidung des Verbandstages und ihr Zustandekommen geärgert hatte, hatte ich in den damals folgenden Saisons (1992 - 1998) alle von mir erreichbaren Damen, die sich haben abmelden lassen einen Fragebogen zugesandt. Und aus den Rücklaufern ergab sich eindeutig, daß das nicht mehr "gebraucht-werden" das schlagende Argument war. Es fehlte einfach der Einfluß der "weichen" Faktoren, das soziale Gefüge. Das macht doch eigentlich den Amateur- und Hobbysport aus, den die meisten ja in Deutschland ausüben. Nur die Allerwenigsten spielen ja halb- oder vollprofessionell und beziehen ihre persönliche Motivation aus der sportlichen Leistung.

Und wir haben aktuell die gleiche Diskussion im Herrenbereich. In einer 4er-Mannschaft spielen 2 ihre Einzel, einer zählt und der vierte ist schon mit dem Coaching überfordert. Von einem sozialen Austausch kann sowieso nicht mehr die Rede sein.
Und das Auto-Argument lasse ich nicht gelten, weil ohnehin vermehrt individuell angereist wird. So habe ich es auch in zahlreichen Vereinen und Mannschaften in Niedersachsen und Schleswig-Holstein erlebt und beobachtet.

Also mein klarer Appell: Laßt die Kirche im Dorf und macht Tischtennis wieder zu einem in erster LInie geselligen Sport!
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  #127  
Alt 08.04.2026, 13:41
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!! AW: Tischtennis-Reform: Offener Spielbetrieb für Frauen und Männer beschlossen

Wer denkt, man könnte einfach alle Damen problemlos in einem gemeinsamen Spielbetrieb integrieren, hat leider keine Ahnung von Damen-TT. Für eine kleine Minderheit ist das ok, für die Mehrheit sind eigene Damen-Strukturen entscheidend. Diese müssten eigentlich gestärkt und gefördert statt immer weiter reduziert werden. Wer daran sägt, treibt weiter Damen aus unserem Sport raus. Das wäre schade. Leider werden genau diese Diskussionen meistens in Stellvertretung von vermeintlichen männlichen Frauenverstehern geführt, die lieber über statt mit Frauen reden, und die wenig tatsächliche Ahnung von der sozialen Situation im Damen-TT haben.
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  #128  
Alt 08.04.2026, 13:58
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AW: Tischtennis-Reform: Offener Spielbetrieb für Frauen und Männer beschlossen

Zitat:
Zitat von Mephisto Beitrag anzeigen
Wer denkt, man könnte einfach alle Damen problemlos in einem gemeinsamen Spielbetrieb integrieren, hat leider keine Ahnung von Damen-TT. Für eine kleine Minderheit ist das ok, für die Mehrheit sind eigene Damen-Strukturen entscheidend. Diese müssten eigentlich gestärkt und gefördert statt immer weiter reduziert werden. Wer daran sägt, treibt weiter Damen aus unserem Sport raus. Das wäre schade. Leider werden genau diese Diskussionen meistens in Stellvertretung von vermeintlichen männlichen Frauenverstehern geführt, die lieber über statt mit Frauen reden, und die wenig tatsächliche Ahnung von der sozialen Situation im Damen-TT haben.
Bei uns ist das gerade eher andersherum, weil es einfacher ist mit gleichwertigen Gegnern bei den Männern zu spielen als am Wochenende durch das halbe Bundesland zu fahren, um nicht nur auf Kanonenfutter zu stoßen. So zumindest das Feedback
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  #129  
Alt 08.04.2026, 14:07
Rudi Endres Rudi Endres ist offline
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AW: Tischtennis-Reform: Offener Spielbetrieb für Frauen und Männer beschlossen

Die Sache ist komplex. Ich hatte die Entwicklung im eigenen Verband miterlebt und als Funktionär mitgestaltet.
Die meisten Damen wollten reine Damenligen. Doch reichte die Anzahl der Spielerinnen in vielen Vereinen nicht mehr aus.
Vor allem im ländlichen Raum waren Wechsel oftmals aus fahrtechnischen Gründen keine Lösung. Mal abgesehen davon, dass Vereinswechsel aus sozialen Gründen nicht so leicht waren.
Es gab daher Anträge den Männersport für die Damen zu öffnen. Sogar eine Dameninitiative plädierte dafür. Zuerst durfte eine Dame mitspielen, dann zwei dann drei. Was folgte ist bekannt.
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  #130  
Alt 08.04.2026, 14:43
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Es fehlte einfach der Einfluß der "weichen" Faktoren, das soziale Gefüge. Das macht doch eigentlich den Amateur- und Hobbysport aus, den die meisten ja in Deutschland ausüben. Nur die Allerwenigsten spielen ja halb- oder vollprofessionell und beziehen ihre persönliche Motivation aus der sportlichen Leistung.
Das verstehe ich vollkommen. Die Frage, die ich mir dann immer wieder Stelle: Wieso schaffen wir es nicht, dass Leute des Vereines zu Spielen ihrer Vereinsmitgliedern gehen, um dort zu Coachen, Zuzuschauen und zu unterstützen? Ist Tischtennis nur dann interessant, wenn ich als Nummer 5 und 6 auf der Bank sitze? sonst bewege ich keinen Fuss in die Halle, wenn andere aus meinem Verein spielen? Schaffe ich die Geselligkeit nur durch ein Spielsystem? Braucht es da eben nicht ein Umdenken sodass das, was du einforderst, nicht durch die Regularien, die wir vorgeben, entsteht sondern aus den Vereinen heraus?

Das gehört hier nicht her, das ist ein eigenes Thema, aber die Frage beschäftigt mich schon länger.
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