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Noppenklopper 20.10.2004 12:06

AW: Schläger fällt hin...
 
Zitat:

Zitat von JanMove
Regel 9.2.4 besagt übrigens, dass das Spiel unterbrochen werden kann und nicht unterbrochen werden muss! Im vorliegenden Fall wurde das Spiel aber nicht unterbrochen sondern der Punkt wurde fertig gespielt. Dieser Punkt muss jetzt für einen der beiden Spieler gewertet werden.

Hab mir gerade die Regeln nochmals durchgelesen und finde, dass die diesbzgl. Formulierung zur Let-Regelung nicht eindeutig sind.

Und da kommt 9.1.3 ins Spiel, wonach der Ballwechsel zu wiederholen ist, "wenn ein Spieler aufgrund einer Störung, die nicht in seiner Kontrolle liegt, nicht vorschriftsmäßig auf- oder zurückschlagen ... kann."

Letzten Endes würde es bei einer erheblichen Störung immer darauf hinauslaufen, ob der SR der Ansicht ist, dass der Spieler den Schläger absichtlich fallen lässt.

Ich gebe dir aber in jedem Falle Recht, dass die Formulierung an der Stelle mal wieder nicht Nobelpreis-verdächtig ist. Das liegt aber bereits an der ITTF, die zu 9.2 "Play may be interrupted" geschrieben hat, obwohl es auch hier m. E. sinnvollerweise "shall be interrupted" hätte heißen sollen.

Pinguin 20.10.2004 13:13

AW: Schläger fällt hin...
 
Zitat:

Zitat von JanMove
Bei Möglichkeit 2 gehe ich davon aus, dass die erhebliche Störung nicht von einem Spieler selbst verursacht werden darf. Ansonsten kann ich ja in auswegloser Situation einfach mal den Schläger auf den Tisch werfen und hoffen, dass der Gegner irritiert wird und verschlägt. Dann hätte ich mir ja in jedem Fall schon mal die Wiederholung gesichert (Ich mach das natürlich so geschickt, dass es nicht nach Absicht oder einer Unsportlichkeit aussieht)!

Regel 9.2.4 besagt übrigens, dass das Spiel unterbrochen werden kann und nicht unterbrochen werden muss! Im vorliegenden Fall wurde das Spiel aber nicht unterbrochen sondern der Punkt wurde fertig gespielt. Dieser Punkt muss jetzt für einen der beiden Spieler gewertet werden.

Unstreitig ist wohl, dass ein absichtliches Wegwerfen/Fallenlassen/Stören des Ballwechsels eine Unsportlichkeit darstellt. Allerdings kann der SR nicht aus diesem Grund allein einen Fehler werten (bitte belege mir mit welcher Regelstelle Du dies begründen würdest).

Ein Ballwechsel - auch wenn er absichtlich gestört wurde - ist ein Let, da die Spielbedingungen gestört wurden. Der Spieler kann bzw. muss in solch einem Fall mit einer gelben Karte für seine Unsportlichkeit verwarnt werden (falls es die Störung offensichtlich absichtlich geschah). Nochmals: zum Punkt"abzug" gibt es allerdings keine Regelgrundlage.

Und sobald der Spieler dies öfters macht, wird er ja die Konsequenzen in Form von gelb-rot bzw. rot spüren...

Zu deinem letzten Absatz:
Auch ein ausgespielter Ballwechsel kann wiederholt werden, wenn der SR der Ansicht ist, dass die Spielbedingungen gestört wurden (in diesem Fall wohl zutreffend). So schnell kann der SR teils den Ballwechsel ja garnicht unterbrechen wie der Ballwechsel durch Fehler beendet wurde (z.B. stürzt irgendwas in der Halle mti einem Höllenlärm um - der Gegner erschrickt und verfehlt den Ball. Auch wenn der SR nicht schnell genug "stop" ruft kann bzw. müsste. der Ballwechsel wiederholt werden.)

JanMove 20.10.2004 13:41

AW: Schläger fällt hin...
 
Zitat:

Zitat von Pinguin
Unstreitig ist wohl, dass ein absichtliches Wegwerfen/Fallenlassen/Stören des Ballwechsels eine Unsportlichkeit darstellt. Allerdings kann der SR nicht aus diesem Grund allein einen Fehler werten (bitte belege mir mit welcher Regelstelle Du dies begründen würdest).

Ein Ballwechsel - auch wenn er absichtlich gestört wurde - ist ein Let, da die Spielbedingungen gestört wurden. Der Spieler kann bzw. muss in solch einem Fall mit einer gelben Karte für seine Unsportlichkeit verwarnt werden (falls es die Störung offensichtlich absichtlich geschah). Nochmals: zum Punkt"abzug" gibt es allerdings keine Regelgrundlage.

Und sobald der Spieler dies öfters macht, wird er ja die Konsequenzen in Form von gelb-rot bzw. rot spüren...

Zu deinem letzten Absatz:
Auch ein ausgespielter Ballwechsel kann wiederholt werden, wenn der SR der Ansicht ist, dass die Spielbedingungen gestört wurden (in diesem Fall wohl zutreffend). So schnell kann der SR teils den Ballwechsel ja garnicht unterbrechen wie der Ballwechsel durch Fehler beendet wurde (z.B. stürzt irgendwas in der Halle mti einem Höllenlärm um - der Gegner erschrickt und verfehlt den Ball. Auch wenn der SR nicht schnell genug "stop" ruft kann bzw. müsste. der Ballwechsel wiederholt werden.)

Das stimmt, ich kann's Dir nicht mit ner Regel begründen.
Verfolge ich aber Deinen Ansatz, dann kann ich mit deiner Regelauslegung in letzter Konsequenz ein Spiel nachhause bescheissen. Hab ich beispielsweise einen Matchball im 5. Satz gegen mich und lege dem Gegner einen Turm hin, dann irritiere ich ihn derart, dass er einen Fehler begeht. Was schert mich diese eine gelbe Karte. Es kommt zur Wiederholung, der gegner ist (zurecht) vollkommen genervt, ich mach die nächsten drei Punkte und hab das Spiel gewonnen. So eine Situation ist gar nicht so abwegig, wenn man nur an die Diskussion um das Spiel zwischen Schauer und Stehle denkt.
Es kann ja wohl nicht im Sinne der Regeln sein, dass ein (absichtliches oder unabsichtliches) Stören zum Nachteil des Gegners ausgelegt wird, oder?

JanMove

Noppenklopper 20.10.2004 14:58

AW: Schläger fällt hin...
 
Zitat:

Zitat von JanMove
Das stimmt, ich kann's Dir nicht mit ner Regel begründen.
Verfolge ich aber Deinen Ansatz, dann kann ich mit deiner Regelauslegung in letzter Konsequenz ein Spiel nachhause bescheissen. Hab ich beispielsweise einen Matchball im 5. Satz gegen mich und lege dem Gegner einen Turm hin, dann irritiere ich ihn derart, dass er einen Fehler begeht. Was schert mich diese eine gelbe Karte. Es kommt zur Wiederholung, der gegner ist (zurecht) vollkommen genervt, ich mach die nächsten drei Punkte und hab das Spiel gewonnen. So eine Situation ist gar nicht so abwegig, wenn man nur an die Diskussion um das Spiel zwischen Schauer und Stehle denkt.
Es kann ja wohl nicht im Sinne der Regeln sein, dass ein (absichtliches oder unabsichtliches) Stören zum Nachteil des Gegners ausgelegt wird, oder?

JanMove

Erstens ist Tischtennis ja ein fairer Sport.
Zweitens würde ich ja -vorausgesetzt ich wäre nicht fair- so ein Ding nur dann machen, wenn es eng ist. Dann stört mich die gelbe Karte schon.
Und drittens wenn es ganz offensichtlich ist:
B 5.2.2
"Falls ein Spieler oder Betreuer zu irgendeiner Zeit einen schwerwiegenden Verstoß begeht, unterbricht der SR das Spiel und unterrichtet unverzüglich den OSR."
Und das macht der SR nur, wenn der Spieler nach seiner Auffassung disqualifiziert werden sollte.

ThomasNierste 20.10.2004 15:13

AW: Schläger fällt hin...
 
Zitat:

Zitat von Noppenklopper
Erstens ist Tischtennis ja ein fairer Sport.
Zweitens würde ich ja -vorausgesetzt ich wäre nicht fair- so ein Ding nur dann machen, wenn es eng ist. Dann stört mich die gelbe Karte schon.
Und drittens wenn es ganz offensichtlich ist:
B 5.2.2
"Falls ein Spieler oder Betreuer zu irgendeiner Zeit einen schwerwiegenden Verstoß begeht, unterbricht der SR das Spiel und unterrichtet unverzüglich den OSR."
Und das macht der SR nur, wenn der Spieler nach seiner Auffassung disqualifiziert werden sollte.

Im Tischtennis Schiedsrichter 1mal1 ist irgendwo erwähnt, das wenn
ein Spieler etwas was er an sich oder bei sich trägt während eines Ballwechsels verliert, der Punkt für den Gegner zu Werten ist.
Weiß jetzt aber nicht wo genau das da steht.
Habe ich mal so auf einen Schiri Lehrgang gelernt.

Mfg Thomas

Pinguin 20.10.2004 15:58

AW: Schläger fällt hin...
 
Zitat:

Zitat von ThomasNierste
Im Tischtennis Schiedsrichter 1mal1 ist irgendwo erwähnt, das wenn
ein Spieler etwas was er an sich oder bei sich trägt während eines Ballwechsels verliert, der Punkt für den Gegner zu Werten ist.

Das kann an sich nicht sein, es sei denn dieses was er an oder bei sich trägt berührt das Netz bzw. den Ball vor der Grundlinie, hält diesen also auf.

Villert 20.10.2004 17:34

AW: Schläger fällt hin...
 
Zitat:

Zitat von ThomasNierste
Im Tischtennis Schiedsrichter 1mal1 ist irgendwo erwähnt, das wenn
ein Spieler etwas was er an sich oder bei sich trägt während eines Ballwechsels verliert, der Punkt für den Gegner zu Werten ist.
Weiß jetzt aber nicht wo genau das da steht.
Habe ich mal so auf einen Schiri Lehrgang gelernt.

Also ich habe auf einer meiner letzten Einsätze, wo noch etwa 5 andre DTTB und int. Schiris dawaren dieselbe Frage gestellt: etwas fällt auf den Tisch, was passiert? und alle waren der Ansicht das das Spiel normal weiterläuft, mit den weiteren Ausführungen die Pinguin in seinem ersten Post gemacht hat.

Auch kamen wir zu dem Ergebnis, das das herunterfallen von etwas was ich bei mir trage keine Störung sein kann die den Gegenspieler irritieren kann. Auch wenn der Schläger mit einem donnern auf den Tisch fällt geht das Spiel weiter (dasselbe wenn ich z.B. beim Versuch einen Ball noch zu erreichen eine Bande lautstark umschmeisse)

Ansonsten könnte ja wirklich der Spieler den Gegner absichtlich irritieren (Schläger fallenlassen) und bekäme dann ein Let, das kann natürlich nicht sein.

Noppenklopper 21.10.2004 07:13

AW: Schläger fällt hin...
 
Ich schließe mich meinen beiden Vorrednern an. Ich kann mir schwer vorstellen, dass Herr Giesecke mal eine solche Auffassung vertreten haben soll. Zumindest in meinem Exemplar von 1998 und in dem von 2003 steht das auch nicht drin.
Im Übrigen muss ich Villert dahingehend Recht geben, dass die Anforderungen an eine solche Störung mit Let schon hoch sind. Und wenn der Gegner den Ball trifft, wird es wohl nie ein Let geben.


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