Einzelnen Beitrag anzeigen
  #34  
Alt 01.12.2007, 13:03
hermano hermano ist offline
Taktiker
erfahrenes Forenmitglied
 
Registriert seit: 25.11.2003
Ort: Berlin
Alter: 49
Beiträge: 414
hermano ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt (Renommeepunkte ungefähr beim Startwert +20)
AW: Chroniken des Wahnsinns

Zitat:
Zitat von Mr.Mainzel Beitrag anzeigen
wikipedia hat an qualität zugelegt, das sehe ich genauso.
dennoch kann dort jeder beiträge verfassen, die Richtigkeit ist demnach zweifelhaft- auch wenn wikipedia mittlerweile seriöser geworden ist.
ich habe auch nicht gesagt, dass ich nicht glaube, dass die geschichte eine legende ist. das mag schon sein.
aber a) sind in Legenden immer Wahrheiten
und b) ging es mir generell darum, dass du Wikipedia als Quelle angegeben hast. Du hättest ja einfach diesen juristischen Fachartikel angeben können, dann wäre das kein Thema gewesen.
Ich will mit dir jetzt auch nicht über die Korrektheit der Benutzung Wikipedias als Quelle diskutieren.
Dennoch bleibt offen, wieso is solche Legenden dann gibt.
Ich habe jetzt auch keine Lust, über die Wikipedia zu diskutieren.
Dass in jeder Legende ein Fünkchen Wahrheit steckt, ist zwar prinzipiell richtig, doch in der Welt des Internets und "lustige e-mail weiterleiten" gibt es da auch Ausnahmen. Ich habe schon einige Dinge gelesen, die nachweislich frei erfunden waren. Ansonsten stellt sich die Frage, ob das Fünkchen Wahrheit, das evtl. in der Legende steckt, ausreicht, um die gleiche Sache zu belegen, was du in a) suggerierst.

Und warum es solche Legenden gibt, dürfte doch klar sein: Jemand liest etwas über ein Gerichtsurteil und macht sich nicht die Mühe, das ausreichend klar zu verstehen. Oder der Redakteur der Provinzzeitung stellt einfach etwas ungeprüft in sein Blatt. Das ganze wird dann weitererzählt oder weiter gemailt, und nach dem Prinzip "Flüsterpost" wird das ganze dann etwas ausgeschmückt, und heraus kommt etwas, was mit der ursprünglichen Geschichte nur noch wenig zu tun hat. Und da es tatsächlich schon merkwürdige Gerichtsurteile gegeben hat (übrigens nicht nur in den USA, sondern auch hier), sind die Leute gerne bereit, das alles für bare Münze zu nehmen. Besonders dann, wenn man dabei mit dem Finger auf andere zeigen kann: "Mann, sind die Amis blöd!". Am Ende hat sich das ganze selbständig gemacht, und es ist völlig egal, ob ein Fünkchen Wahrheit drin steckt oder nicht.

Schau dir doch mal Kurzmeldungen an in der Form von "Prominenter xy ist inder USA beim Ladendiebstahl erwischt worden. Im droht jetzt eine Haftstrafe von bs zu x Jahren (wobei x eine recht große Zahl ist)." Und jetzt denkt hier jeder: "Meine Güte, die haben sie doch nicht mehr alle da drüben, so lange Knast wegen einem kleinen Ladendiebstahl." Dass aber in den allermeisten Fällen solcher Meldungen mal ganz locker das Maximalstrafmaß für Diebstahl zitiert wird, ist den wenigsten klar. Und diese Maximalstrafmaß wird natürlich in so einem Fall auf keinen Fall ausgenutzt. Und wenn man sich dann mal die Mühe macht, nachzuhaken, was denn aus so einem Fall geworden ist, stellt man in etwa fest: "Prominenter xy zahlt eine Geldstrafe, und das wars". Nur darüber steht hier in der Zeitung kein Wort mehr. Und im Kopf der Leute bleibt, dass es absurd hohe Strafen für kleine Delikte gibt. Ist erstens viel amüsanter und zweitens ist Amerika-Bashing sowieso gerade in Mode.
Ähnliche Mechanismen lassen sich bei den Schadenersatzklagen beobachten.
__________________
Zu viel Beinarbeit birgt nur Verletzungsrisiken.
Mit Zitat antworten