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Alt 01.05.2008, 14:11
docstephan docstephan ist offline
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Zitat von alsscanner Beitrag anzeigen
Na ja: Roscher ist zweifelsohne ein sehr guter Fotograf, aber den Pressedienst sollte er Leuten überlassen, die es können. Dass von so einer wichtigen Geschichte wie Frickenhausen/Würzburg tagelang nichts auf der Website kam, ist eine Blamage. Dazu kommt, dass Vorberichte für die Tagespresse fast immer zu spät kommen, nämlich am Freitag. Da sollte eine Vorschau auf ein Bundesligaspiel am Sonntag normal schon im Blatt sein. Von irgendwelchen inaktuellen Spielberichten, die Tage später erst per Mail eintreffen, will ich gar nicht reden. Noch mal: Das ist kein Vorwurf an Stephan, der sicher sein Möglichstes tut. Aber Foto und Text sollten schon von Verbandsseite entkoppelt werden. Dann kann jeder das tun, was er 100-prozentig kann.
Dazu darf ich als direkt Angesprochener vielleicht auch etwas entgegnen:

1) Ich bin - dies nur am Rande - sowohl schreibender als auch fotografierender Journalist und war in erster Funktion auch schon mal in einem Verlag angestellt.

2) Der DTTL-Pressedienst ist nicht dazu da, die Pressearbeit der Vereine zu leisten. Wer dies glaubt, sitzt einem Mißverständnis auf. Dass dies nicht alle Klubs bisher gleichermaßen gut auf die Reihe bekommen, ist schade, kann sich aber schrittweise verbessen - ich bin von Hause aus Optimist. Munition für die Medien müssen in erster Linie die Vereine liefern - mache machen das bereits recht gut in Form regelmäßiger und zeitnaher Pressemitteilungen. Mir geht es mehr darum, den Spannungsbogen bis hin zum Spieltag zu halten und deshalb auch am Tag zuvor noch aktuelles zu vermelden. Die Webseiten tischtennis.de und tischtennis-bundesliga.de sind hierfür das geeignete Instrument. Das wesentliche einer Spielwoche wird dann von mir in einen Newsletter eingearbeitet und selbstverständlich allen Redaktionen und Institutionen unseres Verteilers, derzeit etwa 650 an der Zahl, zugeleitet. In dieser Saison gingen bereits 56 Newsletter heraus, so viele wie nie zuvor. Und sie werden gelesen und weiterverarbeitet, jedenfalls erhalte ich immer wieder Rückmeldung von Redaktionen, oft positiver Natur, aber mitunter auch mit Kritik, der ich - sofern plausibel - stets versuche, im Rahmen des möglichen Rechnung zu tragen. Der DTTL-Pressedienst versucht im übrigen, jedem Klub gerecht zu werden, obwohl dies nicht immer einfach ist und oft reichlich Zeitaufwand erforderlich ist, um an die erforderlichen Informationen zu kommen. Ferner lege ich in der Berichterstattung großen Wert darauf, dass auch die "Kleinen" gebührend berücksichtigt werden - mitunter habe ich mich sogar dabei "ertappt", mehr über manches Gönnern- oder Plüderhausen-Spiel geschrieben zu haben als über Highlight-Begegnungen der Spitzenklubs. Es geht freilich längst nicht nur um Spielberichte, Vorschauen und Tabellen, es geht uns besonders um die journalistische Präsentation der für die Liga, also die Gesamtheit der Klubs, wichtigen Themen - wie z.B. TV-Präsenz oder neues Spielsystem. Und mal ganz nebenbei, wir reden hier nicht von einem Hauptjob, sondern einer auf Honorarbasis vergüteten Nebentätigkeit, die dennoch oft acht Stunden am Tag und mehr ihren Tribut fordert.

3) Im Gegensatz zu Tageszeitungen sind bei uns nicht Tempo und Aktualität die alles entscheidenden Faktoren, sondern Seriosität. Als Organ des Deutschen Tischtennis-Bundes wird der DTTL-Pressedienst niemals etwas vermelden oder verkünden, das nicht hunderprozentig abgesichert, rückbestätigt und somit absolut "wasserdicht" ist. Einen Rückzieher a la "schön, dass wie so schnell waren, leider sind wir aber einer Fehlinformation aufgesessen" wird es bei uns nicht geben. Es gibt Fälle, in denen es eine ganze Weile dauert, bis Bestätigungen offizieller Art vorliegen. In solchen Fällen vermelde ich bis dahin grundsätzlich nichts. Auch ist es nicht Aufgabe des DTTL-Pressediensts, aus Zeitungen abzuschreiben. Wäre dem so, hätte ich natürlich wesentlich früher über "Frickenhausen/Würzburg" berichten können. Da für mich aber ausschlaggebend ist und sein muss, was offiziell vorgelegt wird, konnte ich ohnehin erst am Mittwoch tätig werden, weil es bis dahin keine Pressemitteilung der beteiligten Vereine gab. Da aber der DTTB bis dato noch nichts Offizielles vorliegen hat und eine solche "Neuformierung" eines DTTL-Klubs zudem gewisse juristische Hürden zu nehmen hat, ist das ganze für uns noch relativ vage. Ich bin heute übrigens schon einmal dafür kritisiert worden, dass ich überhaupt "schon" etwas dazu veröffentlicht habe. So unterschiedlich können die Sichtweisen und Meinungen über angebrachte Vorgehensweisen sein!
Ihr überseht aber auch, dass mitunter reichlich Arbeitsstunden in etwas investiert werden, das noch keiner zu Gesicht bekommt. Ich verzichte jetzt darauf aufzulisten, wie viele eMails ich seit Montag in dieser Angelegenheit verschickt und wie viele Telefonate ich geführt habe.

Ich kann nur immer wieder darauf hinweisen, dass es nicht die schlechteste Lösung ist, erst einmal bei mir nachzufragen, wie der Sachstand ist, bevor man die Pferde scheu macht. Zudem kann ich versichern, dass wir, das heißt alle Beteiligten einschließlich meiner Person, uns ständig Gedanken machen über die angebrachte Form der Pressearbeit der Liga. In Zweifelsfällen werden die Schritte ohnehin miteinander abgestimmt und von Ligaausschuss, Ligasekretär und mir besprochen und entsprechend umgesetzt.

In meinem Vertrag ist nicht vorgesehen, mich in Tischtennisforen zu rechtfertigen. Ich mache dies als leidenschaftlicher Forenposter aber gerne, zumal es auch eine Form der Öffentlichkeitsarbeit ist, verbinde dies aber auch mit der Bitte, künftig nie aus den Augen zu verlieren, dass es immer zwei Seiten einer Medaille gibt und die Wahrheit oft in den Zwischentönen verborgen liegt, nicht in eindeutigem Schwarz oder Weiß.

Mit besten Tischtennis-Grüßen,

Dr. Stephan Roscher

Geändert von docstephan (01.05.2008 um 15:16 Uhr)
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