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Zitat von Taugenichts
Auf höchster Ebene scheinen sich ein paar einfachste taktische Grundprinzipien mittlerweile durchgesetzt zu haben. Als quasi eine der wenigen "grammatikalischen Grundregeln" könnte man wohl formulieren, dass gegen Abwehrspieler nicht geschupft sondern angegriffen wird.
Wang spielt im übrigen sehr gut variiert sowohl das etwas altmodischere als auch das modernere Grundmuster gegen Joo.
"Altmodisch": etwas weichere TS mit grösserer Sicherheitsmarge ziehen bis der Ball gut liegt und dann Schuss/harter TS auf Punktgewinn platziert (war auch eine der drei Varianten die Ludwig weiter vorne erwähnt hat). War z.B. die traditionelle chinesische Methode gegen sehr passive Abwehrer. Braucht Geduld, viel Zeit, wenn man es gut kann wird das Resultat aber eindeutig zugunsten des Angreifers ausfallen. Ich hatte beim obigen Spiel den Eindruck, dass Wang diese Art TS quasi als Schupfballersatz spielt. Hat gut platziert gegenüber Schupfen den Vorteil, dass der Abwehrspieler hinten gehalten wird und nicht ohne weiteres selber und auch noch am Tisch die aggressive Vorhand auspacken kann.
"Modern": Etwas riskanteres hartes Topspinspiel um direkte Fehler zu provozieren/den Abwehrer auszuspielen/ rasch schwache Notreturns zu provozieren/ dem Abwehrspieler keine Zeit zu geben seine Rotationsvarianten auspacken zu können. Hat Wang ballwechselweise teils konsequent, teils überraschend aus obigen Ballwechseln in jede Platzierung gespielt. Aeusserst erfolgreich wurde und wird dies ja auch vom Abwehrschreck Jörg Rosskopf praktiziert.
Ein Spiel mit abwechslungsweise Schupf und Topspin kann auf unteren Ebenen vor allem gegen wirklich sehr passive Defensivspieler akzeptabel und erfolgreich sein, nicht zuletzt wegen des ständigen Vor- und Zurücklaufens für den Abwehrer. Ganz sicher nicht gut ist nur schupfen und auf den Superball warten, hier ist es wohl tatsächlich so, dass der Angreifer entweder selber gar kein Angreifer ist oder überhaupt äusserst unsicher. Fürs Training mit Abwehrspielern sollte man sich aber auf jeden Fall zum Ziel setzen, so viel wie nur möglich den TS in allen Varianten zu verbessern und sich phasenweise ein "Schupfverbot" geben. Es ist auf jeden Fall auch in unteren Spielklassen taktisch von Vorteil, wenn man dazu in der Lage ist, mehr als einen TS auf Abwehr spielen zu können.
Ich jedenfalls liebe Gegner, die berechenbar immer nur einen TS spielen.
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Nicht falsch, was du sagst, aber irgendwie ein bischen an der 'Zielgruppe' vorbei.
Das modernen Angriffstischtennis gegen Abwehr hat sich mit Parametern auseinanderzusetzen, die es in unteren Klassen überhaupt nicht gibt, nämlich mit der Tatsache, dass 'moderne' Abwehrer auf Unterschnitt ALLE einen tödlichen Vorhandball spielen, und zwar konsequent.
Ausserdem haben (einige) Angreifer der absoluten Weltspitze das körperlich-technische Rüstzeug, diesen Ball zu umgehen, indem sie konsequent NUR mit Überschnitt spielen.
Andere - wie Samsonov - spielen das ganz anders.
In unteren Klassen - sagen wir Verbandsliga abwärts und ich glaube, der Fragesteller ist eher 'abwärts orientiert'

- ist kaum ein Angreifer technisch dazu in der Lage, gegen einen 'dichten' Abwehrer, womöglich noch mit LN, 'nachzuziehen'.
Im 'Hobbybereich' haben sowohl Angreifer als auch Abwehrer große individuelle 'Löcher', deswegen heißt es, sich den je einzelnen Spieler anzugucken.