Jetzt sind wir schon wieder mitten in der Diskussion des Vorjahres. Glücklicherweise waren wir uns damals einig, dass die Relegation wirklich kommen muss. Dass sie jetzt um ein Jahr verschoben werden musste, das haben wir seinerzeit gelassen bis zähneknirschend hingenommen. Aber, zum damaligen Zeitpunkt gab es halt keine andere Lösung.
Dass die Damen von der Relegation ausgeklammert wurden, ist mir auch neu. Steht nicht schon im Grundgesetz (Art. 3), dass Mann und Frau gleichberechtigt sind?

. Aber, es könnte durchaus sein, dass die Frauen an einer Relegation gar nicht interessiert sind.
Im Übrigen teile ich die Meinung, dass dem Relegationsplatzierten der höheren Spielklasse ein Bonus in Form eines Heimvorteils zugestanden werden sollte.
Ist es nicht auch so, dass es in anderen Sportarten bei ähnlichen Veranstaltungen "Bonus" verteilt werden. Die besser platzierte Mannschaft bekommt im Eishockey öfters Heimrecht? Im Fußball glaube ich mich zu erinnern, dass der Mannschaft aus der 1. Liga das zweite Spiel als Heimspiel zugestanden wird?
Ich finde es übrigens schön, dass wir uns jetzt nur noch über dieses "Luxusproblem" des Austragungsmodus unterhalten dürfen. Ich bin, wie schon vor einem Jahr absolut kein Verfechter der zentralen Lösung. Zwar werden hier sportliche Gründe, die dafür sprechen, angeführt.
Ich bin aber der Meinung, dass es hier um mehr geht, nämlich darum, wie wir unseren Sport in der Öffentlichkeit entsprechend präsentieren und Aufmerksamkeit erregen können. Das wird bei einer zentralen Austragung nur in beschränktem Maße möglich sein.
Darüberhinaus gibt es durchaus Vereine, die auswärts genauso gut, oder noch besser abschneiden, wie zu Hause. Ich gestehe zu, dass es Spiellokale gibt, die einen Heimvorteil nach sich ziehen, doch, das ist heutzutage die Ausnahme.
Aus den folgenden Gründen ist m.E. nur eine dezentrale Lösung und zwar bei den beteiligten Vereinen möglich.
1. Zuschauer:
Werden die Spiele bei den beteiligten Vereinen ausgetragen, ist es locker möglich 50 - 100 Zuschauer für ein solches Ereignis zu aktivieren.
Die Stimmung, insbesondere, wenn noch Zuschauer der Gastmannschaft vertreten sind, ist in diesen Fällen unbeschreiblich. Es kommen dabei auch viele Zuschauer, die sonst mit unserem Sport wenig oder gar nichts zu tun haben. Sie werden begeistert von der Atmosphäre eines solchen Spiels sein.
Sicherlich könnte man es auch in einer größeren Halle organisieren, dass die Zuschauer in der Halle, um den Plattenbereich postiert werden können.
2. Medien
Lokale Presse und lokales Fernsehen steigen bereitwillig auf so eine Veranstaltung ein und zwar sowohl was die Vorbericht- als auch dei Spielberichterstattung anbelangt.
Der Marktwert unseres Sportes steigt. So ein Spiel bringt etwas für den austragenden Verein, auch mittelfristig (Sponsoren, Mitglieder, Ansehen)
3. Sportabzeichen:
Engagierte Vereine können vor einem Heimspiel auch noch Werbung für sich durch die Abnahme des TT-Sportabzeichens oder die Werbung für einen TT-Schnupperkurs machen. Aber, das wäre einfach nur eine Zugabe, wobei der Anlass dafür passend wäre.
4. Spieldauer:
Bei der dezentralen Lösung hält sich die Spielzeit in einem überschaubaren Rahmen. Auch den Zuschauern kann eine Spieldauer von etwa 3 Stunden noch zugemutet werden.
Gegen den zentralen Austragungsmodus spricht:
1. Zuschauerzahl
Bei der zentralen Austragungsvariante, beispielsweise in Königsbrunn werden relativ wenige Zuschauer den Weg in die Halle finden. Wer von Nördlingen, Donauwörth, Pfronten oder Memmingen wird bis nach Königsbrunn fahren und sich dazu noch einen ganzen Tag mit einer mindestens dreistündigen Pause um die Ohren schlagen? So etwas machen nur die eingefleischtesten Tischtennisfans und die sind sehr rar gesäht.
Und, dass hier die große Zuschauermenge vom Veranstaltungsort erscheint, halte ich für richtig zweifelhaft.
2. Stimmung in der Halle:
Die paar Zuschauer eines Vereins, die mitgereist sind, werden auf die große Zuschauertribüne "verpflanzt" und, darüber sind wir uns sicher einig, wer weit weg vom Ort des Geschehens sitzt, wird das Spiel nicht mit einer solchen Leidenschaft verfolgen, wie unmittelbar neben der Platte. Das bedeutet, die große Stimmung kommt definitiv nicht auf.
3. Sportlicher Sichtweise:
Auch bei dezentralen Veranstaltungen kann es zu sportlichen Ungereimtheiten kommen.
a) Ist die Mannschaft benachteilligt, die im mittleren Spiel pausieren muss und nach einer etwa 3stündigen Pause wieder versuchen muss, ihr Anspannungsniveau auf den Spielzustand zu steigern?
b) Ist die Mannschaft benachteiligt, die das erste Spiel pausieren muss, und dann gegen einen wettkampfmäßig eingespielten Gegner antreten muss
c) Hat die Mannschaft, die das erste Spiel pausieren muss evtl. sogar einen Vorteil, weil sie die Mannschaften, die zuerst gegeneinander antreten, studieren kann.
Bestimmt könnte man noch sehr viel mehr Gründe finden.
Ich kann jedoch immer nur feststellen, dass am bisherigen Austragungssystem des BTTV auch in Schwaben nichts vorbeiführen kann
Jetzt lasse ich es mal dabei bewenden. Vielleicht bin ich auch einer der wenigen, die schon mal so mehrere Relegationsspiele mitgemacht haben. Auf jeden Fall habe ich versucht, meine Erfahrungen dazu einzubringen.