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@ Paster of Muppets
Offenbar hast Du den Text nicht aufmerksam gelesen. Zu Deinen zahlreichen, teils aber wirklich unsachlichen Einwänden der Reihe nach:
1. Nach der von der Politik (nicht vom DTTB) geplanten Regelung können Ausländer aus Drittstaaten nicht bei Vorschaltgesellschaften angestellt werden. Vielmehr muß in jedem Fall der Verein selbst der Arbeitgeber sein. Dies gilt prinzipiell übrigens auch jetzt schon, soll nur künftig restriktiver verfolgt werden.
2. Nach der von der Politik (nicht vom DTTB) geplanten Regelung bekämen Ausländer aus Drittstaaten aber auch in dem von Dir skizzierten Modell eben keine Aufenthaltsgenehmigung, weil für den Sport, wie für alle anderen Berufsgruppen in Deutschland auch, bestimmte Quotierungen gelten sollen. (Und um Berufssport geht es hier ja.)
3. Dein Gedankenspiel ist unsinnig. Die Quotierungen orientieren sich ja eben an Realitäten und nicht an Gedankenspielereien. Der TT-Sport kann in Deutschland nun einmal keine 1.000 Profis ernähren. Könnte er dies, würde die Quotierung wohl auch nicht in so engem Rahmen angestrebt.
4. Hast Du berücksichtigt, welche Summe von der Politik zugrunde gelegt wird? DM 4.350 monatlich sind ein Betrag, den – realistisch betrachtet – wohl kein Regional- oder Oberligist für einen Spieler bezahlt.
5. Die Assoziierungsabkommen sind selbstverständlich Gegenstand der Prüfungen, die hier von politischer Seite aus sehr genau vorgenommen werden. Es befremdet mich schon ein wenig, wie viele Leute hier im Forum offenbar meinen, sie könnten die Rechtslage besser analysieren als die zahlreichen Juristen, die sich damit zur Ausarbeitung eben dieser Bestimmungen beschäftigen.
6. Zu der von Dir zitierten dpa-Meldung und Deiner Frage, weshalb das BMI weiteren Diskussionsbedarf sehe: Ich habe im Laufe meiner Recherchen mit dem BMI, dem Bundestag, Vertretern der Sportminister sowie ihren Referenten telefoniert und habe einen gründlich recherchierten Sachstand. Die Bemühungen des DFB um eine Sonderregelung für die 2. Fußball-Bundesliga sind nicht neu, werden aber nach wie vor von Seiten der Sportführung (DSB) wie auch der Politik einhellig abgelehnt. Das BMI befürwortet die von Dir kritisierte Regelung ausdrücklich und will sie jedenfalls durchsetzen. Die Bedenken der Ländervertreter richten sich primär gegen den Weg der Umsetzung. Bei der Anhörung des Sportausschusses des Bundestages am 14. Februar in Berlin wurde zwar deutlich, daß die für eine bei der IMK-Abstimmung erforderliche Einstimmigkeit nicht leicht zu erreichen sein dürfte. Lothar Altmeyer als Vorsitzender der Sportreferenten-Konferenz sagt aber dazu: Auch wenn bei der IMK-Abstimmung (am 9./10. Mai) kein positiver Entscheid erreicht werden sollte, „wird das vom BMI in den Bundesrat gebracht, und dort reicht eine einfache Mehrheit.”
7. Zu Deinem „Tip an alle Vereine”: Was bezweckst Du eigentlich mit einem solchen Aufruf? Welchen Sinn macht es Deiner Ansicht nach, daß Tischtennisspieler, die weder am Training noch am Vereinsleben teilnehmen können, weil sie nur zu den Spielen eingeflogen werden, hier illegal Geld kassieren (denn wer mit einem Touristenvisum einreist, darf in Deutschland keine einzige Mark verdienen) – und dies in Amateurklassen?
Mit freundlichem Gruß aus der dts-Redaktion
Rahul
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