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AW: World Team Cup 2011 (Magdeburg, 3.-6. November)
Hab jetzt erst die Spiele der Deutschen gegen China gesehen, also ein wenig verspätete "Kritik".
Was in meinen Augen hier vollkommen vernachlässigt wird, ist die Tatsache, dass Xu Xin ein extrem gewöhnungsbedürftiges Spiel für den Gegner hat. Wenn ich mir jetzt die Sätze 1 und 3 von Baum gegen ihn anschaue, dann komme ich zu dem Fazit, dass es Baum zumindest im offenen Spiel nicht so chancenlos war. Sein Problem lag beim Rückschlag und bei seinen eigenen Aufschlägen. Ich denke aber, dass dies einfach Erfahrungssache ist.
Ich erinnere mich an das Finale der Quatar oder Dubai Open von Boll gegen Xin. Da hat Timo nicht mal ansatzweise Land gesehen. Das wurde erst mit der Häufigkeit der Aufeinandertreffen besser bis er ihn vor Kurzem endlich mal schlagen konnte und das dann auch klar.
Ich kann mich jetzt an kein Turnier erinnern, bei dem Xu Xin gegen einen Nicht-Chinesen verloren hat (zur Not korrigiert mich bitte).
Es ist anscheinend für jeden Nicht-Chinesen schwer die Aufschläge von ihm zu lesen und mit diesem Hau-Ruck klarzukommen.
Steger hat übrigens vor noch nicht allzu langer Zeit knapp gegen Zhang Jike verloren und dabei riesig gespielt.
Kurz um, will sagen: Gegen einen Xu Xin kann man nicht die Konkurrenzfähigkeit der Deutschen gegen die Chinesen ausmachen. Wenn er einen guten Tag erwischt (wie es am WE der Fall war), dann ist es quasi unmöglich im ersten Aufeinandertreffen gegen ihn überhaupt eine Chance zu haben.
Da kann einem schnell schon mal die Lust im Spiel vergehen, auch wenn es das absolut nicht geben sollte (also keine Entschuldigung für die Körpersprache von Steger und Baum).
Es ist doch dann eher so wie viele Amateur-Spieler große Probleme mit Noppen haben und schon vom ersten Ball an beinahe resignieren. Auch wenn sie sonst verhältnismäßig gut spielen, aber gegen manche Spielsysteme geht es einfach nicht.
Das gibts eben auch auf Profi-Ebene.
Dima kann z.B. gegen Ma Lin und Mizutani nicht. Boll konnte lange gegen Smirnov nicht.
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