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Alt 12.01.2004, 01:52
NicheHo NicheHo ist offline
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Re: Schaut ihr Tischtennis an, wenn es im TV kommt?

Zitat:
Zitat von Marcus Drewsen, TT-Reisen
Und genau, warum das so vielen so geht, ist die Frage, die ich mir seit 10 Jahren am häufigsten stelle.

Wie kann das sein??? Wieso schauen viele lieber a) Fußball und b) gleich guten oder gar schlechteren Spielern zu, statt den Besten ihres a) eigenen Sports, die b) doch unvergleich bessere Ballwechsel abliefern!

Klar schau ich auch gern bei den Teams meines Vereins zu, und sicher sind ein Grund die Emotionen, jemanden anfeuern zu können, der den eigenen Club vertritt und den man kennt. Aber wie kann das über den eigenen Sport in Perfektion gehen?!?

Vielleicht kannst Du - oder einer von Euch - es mir ja erklären!?
Ich versuche mal, es dir aus meiner Sicht zu erklären. Und dabei ist zu beachten, daß ich durchaus ein Tischtennisverrückter bin, auch wenn ich nur 1.KK spiele:

Ich war mal bei einem Bundesligaspiel (Gönnern-Grenzau, letztes Spiel vor den Playoffs). Die Ballwechsel waren so schnell (und auch so schnell vorbei), daß ich es nicht geschafft habe "mitzudenken". Ich habe zwar gestaunt, wie diese Athleten TT spielen, aber das Staunen war nach zwei Sätzen vorbei und es wurde immer langweiliger.
Das ist beim Fußball anders. Da ist jeder Fan ein Experte, jeder weiß alles besser als der Trainer und jeder sieht mehr als der Schiri. Man kann einfach mitdenken! Genauso ist es, wenn ich einem TT-Spiel unserer 2.Mannschaft oder des Nachbarvereins zuschaue. Dann sehe ich auch einen Sport, den ich verstehe. Dann kann ich Tips geben, wie "spiel auf die Rückhand" oder "laß den Gegner angreifen, der macht selbst genug Fehler".
Würde Boll mich nach einem 8:11 fragen, was er anders machen soll, würde ich wahrscheinlich antworten: Ähh, ja, wie hast dus denn bisher gemacht?
Das beste Spiel, das ich mal im Fernsehen gesehen habe, war eine Niederlage von Rossi im Finale der Mannschafts-WM gegen einen Noppenabwehrer. Da hat Rossi viele "hohe" Abwehrbälle verschlagen und ich konnte mir wenigstens denken, daß der Abwehrspieler geschickt den Schnitt variiert. Sehen, ob viel oder wenig Schnitt im Ball war, konnte ich aber auch da erst, wenn Rossi den Ball ins Netz oder drüber gedonnert hatte.

Und zum Schluß: Regeländerungen bringen gar nichts. Die großen Bälle z.B. haben das Spiel für den Zuschauer nur um Nuancen langsamer gemacht. Um mitdenken (und damit das Spiel verstehen) zu können, müßten es aber Dimensionen sein. Und dann wäre es kein Tischtennis mehr!
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