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Alt 24.01.2013, 11:29
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Mephisto Mephisto ist offline
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Pfeil1 AW: Tischtennis zu teuer bzw. so auf Dauer überhaupt finanzierbar

Zitat:
Zitat von RedStar Beitrag anzeigen
Ich glaub, das wäre nicht leistbar. In den Hartz4 Sätzen ist folgendes veranschlagt:
Spielwaren und Hobbys 1,29€
Besuch von Sport- und Kulturveranstaltungen bzw. -einrichtungen 6,38€

Das macht 7,67€ fürs TT. Da ist der Vereinsbeitrag schon teurer^^
Zitat:
Zitat von klugscheisser Beitrag anzeigen
hartz-4-empfängern kann der BEITRAG VON DER aGENTUR ERSTATTET WERDEN (GEHT DIREKT AN DEN vEREIN)
Das wissen leider die wenigsten Vereine, um dies konkret Betroffenen anzubieten. Selbst wenn sie das tun, wird aus Scham und Angst vor Stigmatisierung das oft nicht angenommen und mit vorgeschobenen Gründen gerade bei Kindern der Verein wieder verlassen. Selbst wenn es Förderungsinstitutionen gibt (z.B. Förderverein mit dem Anspruch, soziale Härten auszugleichen). Außerdem ist eine Selbstzahlpraxis Realität in vielen TT-Vereinen, da oft keine potenten Sponsoren wie in einigen anderen Sportarten vorhanden sind, z.B. für Trikots, Trainingsanzüge, ...

Es ist immer eine Frage der Perspektive. Im Vergleich zu anderen "teuren" Sportarten mag TT relativ günstig sein - gerade mit dem Focus auf Mitgliedsgebühren im Verein. Das ist wenig Geld, gerade für Vielspieler, wenn sie z.B. für 10,-€/ Monat 4x wöchentlich die Halle für mindestens 2 Stunden nutzen können (32 Cent pro Vereinsstunde). Da ist TT auch eine "teure" Sportart in einem Mehrspatenverein, die in einem Solidarsystem von anderen Sportarten refinanziert werden muss (sofern das gewollt ist). Wenn ein TTC entsteht oder das Solidarsystem in einem Verein brüchig ist (Abteilungssonderbeiträge), kann TT ruckzuck doppelt bis dreimal so teuer werden von den Vereinsbeiträgen her. Und "wenig Geld" ist eine leichtfertige Antwort, wenn man es hat. Wenn man es nicht hat, kann sich auch wenig Geld "verdammt viel" anfühlen.

Und da kommen wir zu den erstmal verdeckten Kosten. Material, Fahrtkosten, Startgelder usw. - das summiert sich ruckzuck. Keine Chance, da mit 1,29 oder 7,67€ mtl. auszukommen. Außerdem ist das ja ein Pauschalbetrag mit einzelnen Positionen im Hartz-IV-Warenkorb. Wenn da mal die Waschmaschine kaputt geht oder der Kühlschrank leer ist, dann ist die Position Sport im Warenkorb für die nächsten paar Jahre vorab abgerufen und anderweitig verbraucht worden.

Das mag für viele hier jetzt sehr realitätsfern klingen. Die Sportart TT hat ja einen ungewöhnlich hohen Akademikeranteil. Und Akademiker sind nunmal gut ausgebildet, haben i.d.R. eine ordentliche Lebensperspektive und die Existenzsicherung sollte auch einigermaßen gesichert sein, dass Geld für Hobbies übrig ist. Das mag unterschiedliche Gründe haben. Bestimmt auch, weil die Kombination aus Athletik, Koordination, Taktik, Psychologie und Denksport einen bestimmten Reiz anspricht. Und auch ein wenig der verborgenen Abgrenzung wegen, weil eben nicht soviel einfach gestrickte Charaktere wie beim Stiefeltrinken nach dem Training im Fußballerheim zugegen sind (und das meine ich NICHT negativ, wollte durch Übertreibung nur ein wenig polarisierend verdeutlichen !!!). Natürlich müssen sich gerade auch Kinder (eher Jungs) in ihrem Freundeskreis rechtfertigen, warum sie keinen "richtigen" Sport machen - diesem Vorurteil zu begegnen erfordert Selbstbewusstsein. Aber auch die (verdeckten) Kosten für die Sportart TT spielen eine große Rolle - das ist meine These. Dadurch wird auch durch die Kosten sozial separiert.

Insofern denke ich, dass TT absolut eher ein teurer als günstiger Sport ist.
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Nichts bleibt wie es wird!
Mephisto
TSG Oberrad

Geändert von Mephisto (24.01.2013 um 11:34 Uhr)
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