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Alt 08.04.2015, 13:24
flke flke ist offline
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AW: Sind wir denn beim Fußball ?

Zitat:
Zitat von Frank Schmidt Beitrag anzeigen
Mal ganz provokant gefragt: muss ein Schiedsrichter überhaupt Spesen bekommen? Ich war über 10 Jahre Geschäftsführer eines Bundesligisten und habe in der Zeit keinen Cent Fahrgeld geschweige denn Spesen oder sonstiges bekommen (bei einem Etat von im 6-stelligen Bereich). Ich hätte das auch unangebracht gefunden, Ehrenamt ist Ehrenamt und sollte unbezahlt bleiben.
Meiner Meinung nach sollte auch Schiedsrichter ein solch unentgeltliches Ehrenamt sein - Fahrgeld finde ich noch vertretbar aber die meisten Spieler, Betreuer, Fahrer, Funktionäre usw. erhalten auch keinen Cent Spesen, warum müssen Schiedsrichter unbedingt bezahlt werden? Leisten sie mehr als die zuvor genannten Gruppen? War das schon immer so?
Das Geld wäre in Jugendarbeit sinnvoller investiert.
Hierzu ein ganz klares nein:
- Ein Schiedsrichter hat eine zeitintensive Ausbildung zu durchlaufen.
- Ein Schiedsrichter hat sich regelmäßiger und intensiver Regelkunde zu unterziehen.
- Ein Schiedsrichter hat regelmäßige Fortbildungen zu besuchen und sich darüberhinaus stets die Aufgabe, seine Einsätze zu reflektieren.
- Ein Schiedsrichter steht in der Öffentlichkeit, wenn er Entscheidungen trifft.

All das sind Pflichten, die ein "einfacher Ehrenamtler" in seiner Vereinsarbeit nicht erfüllen muss. Nur durch die Spesen kann ein Schiedsrichterwesen aus Unabhängigkeit und Parteilosigkeit gewährleistet werden. Und bereits diese Frage und die ernsthafte Beschäftigung damit stellt das gesamte Schiedsrichterwesen in Frage. Sollte diese Diskussion, wie sie auch auf Bundesebene geführt wird, diese Richtung einschlagen, wünsche ich viel Spaß bei Spitzensportverastaltungen, wenn Ehrenamtler, die sich nicht ansatzweise (im Rahmen einer Ausbildung) mit dem Regelwerk auskennen, irgendwelche Regelentscheidungen treffen.

Die direkten Folgen dieser Diskussion sind eine weitere Sinkung der Wertschätzung des Schiedsrichters. Konsequenzen wären u.a. die Artikel, die im früheren Verlauf dieses Threads genannt wurden. Gerade in Zeiten, in denen Gewalt gegen Schiedsrichter auch in anderen Sportarten zunimmt (http://www.daserste.de/information/r...-wird-100.html), ein fatales Signal für das gesamte Schiedsrichterwesen.

Zitat:
Zitat von Frank Schmidt Beitrag anzeigen
Ich sehe durchaus die Vereine in der Pflicht. Unser Verein hatte in einigen Jahren gleich vier überregionale Mannschaften und daher auch einen sehr hohen Schiedsrichterbedarf. Ich finde es ebenso peinlich wie erschreckend und beschämend, dass wir es in den all den Jahren nicht geschafft haben, auch nur ein einziges unserer Mitglieder für den Job des Schiedsrichters begeistern zu können. Wir haben teilweise bis zu 150 Euro geboten, dass sich jemand bereit erklärt, den Verband hier zu unterstützen und dennoch hat sich kein einziger gemeldet.
Die 100 Euro Strafe für das Nicht-Melden eines Schiedsrichters finde ich zu niedrig. Würde man die erhöhen, würden die Vereine sich auch deutlich stärker um das Thema kümmern. Vor allem die verursachenden Vereine wie 1. FC Saarbrücken, ATSV, Fraulautern usw. müssten hier stärker in die Pflicht genommen werden und höhere Strafen aufgebrummt bekommen wenn sie es nicht schaffen, Schiedsrichter zu rekrutieren.
Diesem Absatz stimme ich uneingeschränkt zu und würde persönlich diese Schrauben noch viel enger stellen...
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