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Alt 11.09.2015, 14:14
pibach pibach ist offline
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AW: Talent und Ballgefühl sind nur Einbildung? Es zählt nur Disziplin und Training!?

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Zitat von JanMove Beitrag anzeigen
Das erreichbare Niveau hat ja zunächst mal nichts mit der Komplexität der Sportart zu tun sondern mit den eigenen Fähigkeiten in Relation zu anderen Sportlern, die die gleiche Sportart ausüben.
@JanMove & Sk91, gute Argumente!

Eine etwas andere Sicht ist es, wenn man als Komplexitätsmaß nimmt, wie schnell eine Sportart erlernbar ist. Dazu kann man z.B. eine Auswahl von Sportlern beobachten, wie sie ihnen "artfremde" Sportarten erlernen.

Da ich Racketlon spiele, also die Kombination der 4 Schlägersportarten, begegnen mir da oft Quereinsteiger. Natürlich kann ich keine Repräsentativen Beobachtungen machen. Aber es ist schon erstaunlich, wie schnell manche die "artfremden" Sportarten erlernen. Herausragendes Beispiel ist sicherlich der aktuelle Weltmeister im Racketlon, Jesper Ratzer. Er kommt vom Badminton. Hat vor ca 6 Jahren mit TT angefangen. Ab Tag 1 etwa Kreisliga Spielstärke, jetzt ca Verbandsliga. Bisher hatte ich nicht geglaubt, dass man das erreichen kann nach so kurzer Zeit und in dem Alter (ist so um die 30). Er spielt allerdings so ne Art moderne Abwehr, da kann er eher kognitiv reagieren und Fitnessvorteile nutzen. Squash hat er es übrigens in der selben Zeit bis in die nationale Spitze gebracht. Tennis (nur) etwa Oberliga. Hier würde ich zusammenfassen, dass er als Badmintonspieler etwas schneller Squash, dann Tennis aber auch Tischtennis schnell lernen konnte. Das ist auch bei anderen Badmintonspielern ähnlich. Vielleicht kann man die Sportarten gruppieren - also Badminton&Squash sind eher "fitnessorientiert" und Tischtennis und Tennis eher "technikorientiert"? Aber ähnlich "komplex" (zu erlernen)?

Andersrum, wenn Spieler die vom Tischtennis kommen andere Schlägersportarten lernen, sind die meist technisch und strategisch sehr gut, aber konditionell und von dem Abläufen der Fußpositionen nicht so entwicklungsfähig, das lässt sich interessanter Weise auch nicht so leicht aufarbeiten. Es gibt in der Rackelon Weltspitze aber doch einige, die das aus der Sportart Tischtennis heraus entwickelt haben, die waren allerdings von vorne herein bereits sehr fit - was bei Tischtennisspielern nicht ganz so oft vorkommt.

Andere Beobachtungsmöglichkeit könnte sein, dass man nach der Altersstruktur schaut. Da sind Tischtennisspieler z.T. bereits in sehr jungen Jahren sehr stark, etwa Fan Zhendong oder Mima Ito. Das spricht eigentlich gegen besonders hohe "Komplexität". Allzu viel Erfahrung oder gar "physikalisches Verständnis" scheint man also wohl nicht zu brauchen, um im Tischtennis erfolgreich zu sein.
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