Zitat:
Zitat von Tobi W.
Meiner Meinung nach muss nicht eine Sportart so grundlegend ändern, um sie in die heutige Zeit zu transportieren, sondern man muss die Sportart zeitgemäß und modern präsentieren.
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Hallo Tobi, ich freue mich sehr über deinen Beitrag! Du bist mit deiner Meinung sicher nicht alleine und die Fragen stellen sich viele unter uns. Ich persönlich finde, dass der Sport aktuell so optisch attraktiv ist wie nie zuvor (mich stören da eher die Streitereien insbesondere um den Aufschlag) und kann nachvollziehen, wenn einem der Gedanke kommt: also wenn das nicht reicht, um im TV präsent zu sein, dann eben nicht.
Auf der anderen Seite kannst du halt auch immer wieder Beiträge finden, in denen deutlich über die Veränderungen der letzten Jahre bzw. Jahrzehnte geschimpft wird; es wird der Mitgliederschwund und das eher zurück gehende mediale Interesse moniert. Du hast dann schnell eine Fraktion die "zurück!" ruft, eine weitere die "nach vorne!" ruft und schließlich auch die, die "halt!" rufen - wobei sich insbesondere unter den Änderungsbefürwortern wieder Untergruppen bilden (Regeln - welche und wie? - und Präsentation).
Das ist bei der Komplexität der Sportart und Gesamtsituation auch nicht verwunderlich: ich denke, dass ein Sport ohne breite Basis nicht wirklich "echt" ist. (So ganz passt aber selbst das nicht, denn z.B. mit dem Super Bowl in den USA - den ich sehr gerne verfolgen darum geht es nicht - haben wir eines der weltweit größten Sportvents, ohne dass an einer entsprechenden großen Basis der Sport ausgeübt wird - oder irre ich mich da?) Umgekehrt ist ein "erfolgreicher" Leistungssport immer auch Motor für neue Anfänger - sofern das auch medial transportiert wird. Wie wichtig dieser Effekt ist, kann ich allerdings nicht bemessen. Oft habe ich das Gefühl, dass Tischtennis oft "Familiensache" ist - so bin auch ich durch meinen Vater zum Tischtennis gekommen. Wenn ich heute die Starterlisten der Nachwuchsturniere ansehe, erkenne ich immer wieder mir bekannte Nachnamen...
Wenn man sich mal dies hier ansieht dann wird man auch schon mal ratlos:
https://www.youtube.com/watch?v=_vSdCSrYHbU
J-O Waldner, O. Nemes und G. Rebmann (ATSV Saarbrücken) 1986 fast 8 Minuten im Sportstudio. Zu einer Zeit, als wir national bei weitem nicht so in der Weltspitze vertreten waren wie heute, das Spiel (wie ich finde) nicht so attraktiv für den Zuschauer war wie heute und die Präsentation insgesamt unserer Sportart sicher nicht besser war als heute, so dass es auch hier keine einfache Erklärung und keine entsprechend klare Marschrichtung für die Zukunft geben dürfte.
Also viel Text und keine einzige Antwort... pardon, aber ich habe auch keine.
(Und selbst mit den Anregungen ist das so eine Sache... Das wäre für einen eigenen Beitrag nicht wichtig genug, aber wo ich gerade dabei bin: ich war gerade als Sparringspartner kurz in der Halle und habe das, was ich hier mal als Einwurf genannt habe ausprobiert. Sagen wir mal so: ich stehe zu allem was ich geschrieben habe (es ist aus 2m nicht sooo schwierig, vernünftig aufzuschlagen) und denke, dass es nicht damit steht und fällt, ob das nun 2m oder 1.38m sind, aber um das dennoch mal hier festzuhalten: 2m erscheinen mir echt zu viel. Man kann aus größerer Distanz deutlich mehr (US-)Schnitt machen ohne dass der Aufschlag lang wird, so dass es nicht zum sofortigen KO kommt, aber das wirkt zu künstlich.)
Viele Grüße,
Christian.