Zitat:
Zitat von Armendariz
Das ist nicht paradox. Schon als Anfänger lernt man, dass der Ball mehr verspringt, je weniger Richtung und Tempo man selbst mitgibt.
Ich stimme dir völlig zu, dass sich Tischtennis verändert, und der Schnitt weniger wird. Nur wird es oft so dargestellt, dass die Vollpfosten jetzt aus ihren Löchern kommen und auf einmal alle Tischtennis spielen können.
Nö - er stellt einfach etwas andere Anforderungen an die Spieler. Und es wird wieder mal heißen "Survival of the fittest" - also dem, der am ehesten bereit ist, sich auf die neuen Rahmenbedingungen einzustellen.
Wir haben ja jetzt Beispiele auf Topniveau gebracht, bei denen Veränderungen erkennbar sind. Lustigerweise scheint das auch nicht zu den gleichen Effekten zu führen.
Gauzy macht immer noch extrem viele Punkte mit seinen weichen Topspins von unterm Tisch.
Joo fischt immer noch zahlreiche Bälle vom Boden. Vor einigen Jahren war Shiono (klassischer Abwehrspieler) von einem Monat auf dem anderen unter den besten 30 der Welt mit seinem Spiel - mit Plastik!
Bei den Topchinesen wird der Bananenflip sogar seltener als vorher eingesetzt. Dima, die Japaner und Koreaner spielen ihn dagegen sehr häufig.
Boll zieht härtere RH-Topspins. Aber nicht mit mehr körperlicher Kraft, sondern explosiv aus dem Handgelenk.
Ich kann mich nur wiederholen: Das Spiel wird am Tisch wohl schneller. Aber was mehr gefordert ist, ist nicht die Maximalkraft, sondern Präzision und Maßarbeit gegen insgesamt schnellere Bälle.
Außerdem bremsen die Bälle ja auch schneller, d.h. die effektive Geschwindigkeit muss nicht zwingend höher sein.
All das wurde schon im Ballthread ausdiskutiert. Und das Fazit bleibt immer gleich: Je mehr man jammert, desto schlechter wird mans haben 
|
Ich jammere doch gar nicht.
Ein Spieler muss die Möglichkeiten ja auch erstmal erkennen und nutzen.
Was ich aber beobachte ist seit der neuesten Generation Plastik (G40, Nittaku, ABS-Plastik) sich das Spiel bei den Profis nochmal mehr in Richtung "wer zuerst fest zieht macht den Punkt" verändert hat.
Bei Timo gegen Dima war es mMn. für beide sehr schwierig mit eigenem AS ins Spiel zu kommen, aber viel leichter als Returnierer die Initiative zu ergreifen.
Bei den ersten Plastikbällen konnte man auch deutlich mehr Schnitt erzeugen und der Absprung war flacher.
Ein gut betreuter Profi muss sich aber darauf einstellen können.
Und du hast recht, viele Blocks oder Gegenzieher kommen noch, weil der Ball "stehen" bleibt.
Und nochmal:
Ich spiele zwar keine MS mehr, aber würde bei regelmäßigem Training ebenfalls mein Spiel umstellen. Ich habe 20 Jahre 90% der AS mit der RH-Materialseite retourniert. Mit dem G40 kann ich aber jeden AS mit der VH annehmen.
Filus zeigt ja, wie man es als Abwehrer machen muss. Rein passiv wird halt schwer.
Trotzdem gefiel mir als Zuschauer das "alte" TT deutlich besser. Auf Dauer wird sich die Bum-Bum Taktik durchsetzen und alle werden ähnlich spielen.
Dass sich die Besten durchsetzen werden steht ausser Frage.
Wer nicht beidseitig Druck machen kann wird nicht bestehen können.
Ich bleibe aber dabei, dass ein Timo in Optimalverfassung (dieser zugegebenermaßen selten bringt oder ein Turnier lang durchhält) ausschließlich gegen die Topchienesen verlieren kann.
Bei ihm ist doch entscheidend, ob die RH funktioniert.
Kommt die gut, dann hält er Ovtcharov auf seiner VH und wird nicht verlieren. Spielt er aber zu passiv, wie in den letzten Sätzen oder zum Ende des Satzes, den er vertuddelt hat, dann schlägt es auf dem Niveau halt ein.
Zu den Antipathien, die hier gegen Ovtcharov gehegt werden:
Wir kennen ihn fast alle nicht und da sollte man sich mit einem Urteil zurückhalten.
Ihm persönlich kann es auch egal sein. Er verdient wahrscheinlich irgendetwas um die 1 Mio/Jahr, hat ne hübsche Frau und ein gesundes Kind und ist nicht so populär, dass er auf der Straße dauernd erkannt wird, hat also seine Ruhe.
Besser geht's doch gar nicht!