Klabauterschlumpf

Mächtig geil zusammengebastelter Beitrag!
Du hast auch weitgehend Recht. Wir Veganer sehen uns gerne in einer moralisch erhabenen Position und wissen praktisch alles über die Verfehlungen der Omnivoren und nur wenig über das Tierleid, das mit veganer Ernährungsform immer noch zusammenhängt.
Es geht mir aber gar nicht so sehr um Definitionshoheiten und Top-Platzierungen in der Moral-Skala. Es geht darum, als denkender Mensch die Birne zu benutzen und sich Fragen zu stellen. Und diese dann ehrlich zu beantworten und konsequent danach zu handeln.
Zum Beispiel: Möchte ich tierische Produkte essen, obwohl ich weiß, wie die hergestellt werden? Habe schon viele kennengelernt, die sich diese Frage ernsthaft gestellt und mit "Ja" beantwortet haben. Für mich ist das okay. Weil ich weiß, dass es eben auch viele gibt, die um diese Frage lieber herumschleichen, weil sie nämlich ganz genau wissen, dass sie danach kein Fleisch mehr essen würden. Und bei denjenigen hoffe ich auf den entscheidenden Kick.
Es ist zudem auch erwiesen, dass es ressourcenschonender und umwelt- und klimagerechter ist, den Fleischkonsum in den wohlhabenderen Teilen der Weltbevölkerung einzuschränken. Denn dort kann man das, ohne dass die Leute wirklich erhebliche Einschränkungen in der Lebensqualität haben.
Bei allen Schwächen, die auch die vegane Ernährung hat, kommen vielleicht doch noch viele Menschen in naher Zukunft darauf, dass da eine Frage im Raum steht, die jeder ehrlich für sich selbst beantworten sollte: Bin ich bereit, weiter Fleisch zu essen, nachdem ich weiß, wie es hergestellt wird?
Und nein: Veganismus ist per se nicht gesund und man muss Zeit investieren, um sich schlau zu machen und seinen Warenkorb entsprechend umzustellen.
Und nein: Veganismus ist nicht tierleidfrei. Aber es reduziert das Tierleid.