Einzelnen Beitrag anzeigen
  #1630  
Alt 21.09.2020, 11:28
Snape Snape ist offline
registrierter Besucher
Foren-Stammgast 4000
 
Registriert seit: 16.12.2008
Beiträge: 4.545
Snape kommt allgemein ganz gut an (Renommeepunkte mindestens +60)
AW: Der Veganer-Thread

Vegans For Future schreiben:

Zitat:
Tierfleisch durch #Pflanzenfleisch zu ersetzen, spart rund 90% der
Rohstoffe, der Landfläche und der Emissionen ein - das ist soweit ja
bekannt!
Doch wie sieht das Ganze gesundheitlich aus?
Haben dazu mal etwas für Euch recherchiert...

Dr. Niklas Oppenrieder, Arzt und 2. Vorsitzender der "Physicians
Association for Nutrition e.V.", stellt fest:
"Kohortenstudien mit ausreichend großer Anzahl an Teilnehmer*innen sowie
ausreichend großem Unterschied bzgl. der Exposition (Menge an konsumiertem Fleisch) zeigen eine ganz klare Tendenz auf:
Eine Assoziation zwischen dem Konsum von rotem Fleisch und verschiedenen
Erkrankungen, insbesondere Darmkrebs (Colon-CA), kardiovaskuläre
Erkrankungen sowie deren Risikofaktoren kann insgesamt angenommen werden.
Die vermutlich zugrunde liegenden Mechanismen lassen sich aus
Grundlagenforschung und zeitlich begrenzten Interventionsstudien ableiten;
u.a. wird in diesem Zusammenhang die pathophysiologische Relevanz von
Häm-Eisen, N-Nitrosaminen, heterozyklischen aromatischen Aminen (HAA),
Trimethylaminoxid (TMAO), gesättigten Fettsäuren und Bovine Milk and Meat
Factors (BMMF) diskutiert.
Für verarbeitete Fleischprodukte ist die Assoziation zwischen Konsum und
verschiedenen Erkrankungen, insbesondere dem Colonkarzinom, extrem stark
(insbesondere ab 50 g/Tag), sodass insgesamt von einem Konsum auf
regelmäßiger Basis abgeraten werden muss.

Die Gesamtschau der aktuellen Evidenz aus wissenschaftlichen Studien und
der darauf gründenden Empfehlungen von WHO, World Cancer Research Fund
sowie internationalen Fachgesellschaften beschreibt klare gesundheitliche
Vorteile einer Ernährung, welche zum überwiegenden Teil aus möglichst
unverarbeiteten, pflanzlichen Nahrungsmitteln besteht und nur wenig Fleisch
und weitere Tierprodukte enthält.(...)
“Fleischfrei gesund” lässt es sich also bei entsprechender Gestaltung der
Ernährung aller bisherigen Evidenz nach gut und sicher leben."

Doch wie sieht es mit dem relativ stark verarbeiteten Pflanzenfleisch aus?

Dieser Frage ist ein Team von Medizinern der US-Eliteuni Stanford
nachgegangen:
"Die Forscher rekrutierten insgesamt 32 Testpersonen, die sie in zwei
Gruppen einteilten.
Die erste Gruppe ernährte sich acht Wochen vegetarisch und sollte dabei
mindestens zwei Mal am Tag pflanzliche Fleischersatzprodukte zu sich
nehmen.
Die andere Gruppe bekam mindestens zwei Mal am Tag rotes Fleisch, also
Wurst oder Schnitzel von Schwein, Rind oder Lamm.
Anschließend tauschten die Gruppen für acht weitere Wochen ihre
Ernährungspläne, die Vegetarier bekamen das rote Fleisch, die Fleischesser
den Pflanzenersatz.
Die Forscher überwachten in der Zeit das Gewicht der Probanden sowie die
Blutwerte von Cholesterin und Trimethylamin-N-oxid (TMAO). Besonders
interessierten sie sich für den Letztgenannten, denn TMAO gilt als
Indikator für Herz-Kreislauferkrankungen.
Wie die Stanford-Forscher im "American Journal of Clinical Nutrition"
berichten, sind erhöhte TMAO Werte mit einem 60 Prozent höheren Risiko von
kardiovaskulären Krankheiten verbunden.
Die beiden Ausgangsstoffe Carnitin und Cholin sind vor allem in rotem
Fleisch enthalten. Wer also regelmäßig Rind, Schwein oder Lamm isst, hat
wahrscheinlich höhere TMAO-Level im Blut, so die Vermutung der
Wissenschaftler.

Bei der Datenauswertung erlebten sie allerdings eine Überraschung:
Nach der ersten Phase waren die TMAO-Werte bei den Fleischessern wie
erwartet höher als bei den Konsumenten pflanzlicher Ersatzprodukte.
Nachdem die Gruppen ihre Ernährung vertauscht hatten, sanken zwar die
TMAO-Werte der jetzt vegetarisch lebenden Versuchsteilnehmer, zugleich
stiegen sie aber nicht bei den jetzt Fleisch essenden Probanden.
"Wir hatten nicht geglaubt, dass die Reihenfolge der Diäten eine Rolle
spielen würde", sagte Gardner. Es zeigte sich, dass eine bestimmte
Bakterienspezies, die im Darm das TMAO bildet, sich nur gut vermehren kann,
wenn viel rotes Fleisch gegessen wird. Durch die vegetarische Ernährung
starben diese Mikroben offenbar ein Stück weit aus.
Wer pflanzlichen Fleischersatz aß, hatte zudem auch niedrigere
Cholesterinwerte und verlor über den Versuchszeitraum im Schnitt ein
Kilogramm Gewicht."

Die Verbraucherzentrale Hamburg kommt zu ähnlichen Ergebnissen:
"Für die Produktion pflanzenbasierter Burger werden oft viele Zusatzstoffe
verwendet. Die meisten sind unbedenklich.
Dazu zählen etwa Antioxidationsmittel wie Ascorbinsäure (E 300),
Verdickungsmittel Methylcellulose (E 461), Konservierungsstoffe wie
Calciumacetat (E 263), Geschmacksverstärker (E 511) oder Calciumchlorid (E
509) sowie Aromen.

Durch einen übermäßigen Konsum von rotem Fleisch und den darin
enthaltenen gesättigten Fettsäuren steigt das Risiko ernährungsbedingter Krankheiten.
Gesättigte Fettsäuren sollen sich negativ auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit
auswirken und das Risiko für koronare Herzerkrankungen erhöhen. Auch
Adipositas und Diabetes Typ 2 werden wohl begünstigt.

UNSER RAT:
Die pflanzlichen Burger sind eine gute Alternative zum Fleisch – trotz
Zusatzstoffen.
Probieren Sie die Patties einfach mal!
Es sprechen viele Argumente für diese neuen Produkte und es wäre zu kurz
gesprungen, deren ökologische und ethische Vorteile auszublenden.
Dank der neuen pflanzenbasierten Burger können Vegetarier oder Veganer und
Fleischesser endlich einfacher und entspannter miteinander essen (gehen).
Niemand muss sich bei einer Grillparty mehr ausgeschlossen fühlen. Das
soziale Miteinander wird gestärkt."

Links:
https://pan-int.org/de/german-stellu...n-dab-artikel/
https://www.mdr.de/wissen/veganes-fl...ittel-100.html
https://www.vzhh.de/themen/lebensmit...r-ohne-fleisch
Mit Zitat antworten