Zum Thema WCQ: es hätte gestern kaum einen ungünstigeren Zeitpunkt für meinen Beitrag geben können.

Aber was WCQ bis zum Finale im bisherigen Turnier gezeigt hatte, habe ich so noch nie gesehen. Noch nie. Von niemanden. Und seit Mitte der 1990'er verfolge ich das.
Bspw. Truls M.: Habt ihr den schon mal so völlig hilflos wie in den gestrigen ersten 3 Sätzen gesehen?
Ich nicht.
Noch nicht mal vor Jahren, als er ab und an mal keinen Bock hatte. Niemals ist er so demontiert worden.
Oder Togami, der in letzter Zeit echt stark ist. Der ist die letzten beiden Sätze von WCQ ebenfalls vorgeführt worden.
Man hat wieder sehen können, was Ausstrahlung und Körpersprache bedeutet. Harimoto hat vom ersten Ballwechsel an ganz klar und für jedermann ersichtlich gezeigt, dass er vorhat, das Spiel zu gewinnen. Das hat natürlich auch WCQ zur Kenntnis genommen. Und hat dann Fehler gemacht, die völlig unnormal waren. Bspw. der Fehler zum 9:9 im ersten Satz. Diesen Ball versenkt er normalerweise 49 von 50 x. Und dann wäre es ein 10:8 gewesen. Führt er 1:0 Sätze, hätte die Geschichte vermutlich einen völlig anderen Verlauf genommen.
Hat er aber nicht.
Klingt doof, aber ein Ma Long zu seiner besten Zeit hätte den 50 von 50 x getroffen. Der hätte vorher seine 1/4- und 1/2-Gegner nicht derart zerstört, aber er hätte das Finale gewonnen.
So etwas "vergisst" WCQ manchmal.
Lin Shidong ebenfalls.
Habe manchmal den Eindruck, dass in China nur gefühlte Weicheier rangezüchtet werden. Der Druck bei der Erziehung ist derart immens, ein Versagen derart nicht vorgesehen, dass genau das halt ab und an vorkommt.
Lin Gaoyuan lässt grüßen.
Der ist regelmäßig am Druck, nicht versagen zu dürfen, gescheitert. Schlagtechnisch war der sogar deutlich besser als Ma Long. Nur halt nicht druckresistent!