Sooo, absolut ca. 24 Stunden später

Vielen Dank erstmal für die weiteren Antworten. Ich werde wohl erstmal entsprechend des ersten Kommentars von w_W_ etwas zu meinen aktuell wahrgenommenen Problemen schreiben und mich dann den weiteren Antworten widmen.
Hierbei handelt es sich um eine Selbsteinschätzung. Entsprechend wird das ziemlich wahrscheinlich nicht alles objektiv sein, aber das ist ja denke ich auch keine Überraschung bei sowas. Wie gesagt das ist meine Wahrnehmung der Dinge:
Mein Gefühl ist, wenn ich mental gut drauf bin, fühle ich mich im Spiel relativ sicher. Die ersten Topspins bei eigener Eröffnung und die ersten Blocks bei gegnerischer Eröffnung sitzen vergleichsweise relativ sicher und offene Ballwechsel laufen dann meist nicht so lange. Auch wenn es gut läuft, mache ich natürlich öfter eigene Fehler. Wohl nicht überraschend auf meinem Niveau. Diese Fehler nehme ich dann hin, passiert halt, und spiele weiter.
Das ist wie gesagt, wenn es gut läuft. Das ist leider nicht so oft der Fall. Hier spielt natürlich auch wieder der Punkt rein, dass es nicht nur um Material und Technik geht, sondern auch um Beinarbeit und Köpfchen (Taktik, mentale Stärke, Konzentration), gerade letzteres. Aber ja, wenn es nicht so gut läuft, kommt entsprechend kaum ein Eröffnungsschlag, Blocks gehen ins Netz oder raus, ich bin spät am Ball/bewege mich quasi gar nicht (auch so ist meine Beinarbeit nicht gerade besonders), wenn mal was klappt und der Ball zurückkommt bin ich oft nicht bereit, allgemein einfache Fehler allerart, usw. Es kommen kaum/keine ordentlichen Bälle/Wechsel zustande, was logischerweise nicht allzu spaßig ist. Das wird dann auch potentiell schlimmer und "füttert sich selbst" und wenn ich nicht bereits gut drauf bin und meines Erachtens dumme/unnötige Fehler mache, kann das sehr schnell kippen. Mental schwach einfach würde ich sagen, da probiere ich auch dran zu arbeiten, es fällt jedoch nicht leicht.
Manchmal sind ganze Tage vermurckst, manchmal ist es anfangs gut, dann später schlecht, manchmal umgekehrt, gegen bestimmte Gegner öfter, gegen andere widerum nicht/seltener (egal ob besser, schlechter, oder ungefähr auf dem selben Level). Generell würde ich sagen, potentiell variabel mit einer deutlichen Tendenz ins Negative.
Das bezieht sich auch nicht nur auf Punktspiele, sondern auch auf Trainingsspiele. Manchmal auch in Übungen, aber selten und da hilft auch kurz mal durchatmen, eine Übung des Partners mitspielen oder so.
Das ist wie gesagt jetzt so, hier an meinem Rechner sitzend, wie mir die eigene Einschätzung in den Sinn kommt. Wie akkurat das die Realität tatsächlich widerspiegelt, weiß ich nicht.
Mein Hauptgedanke ist meistens, dass mein größtes Problem mental ist, was nicht heißen soll, dass ich natürlich auch nicht die sauberste Technik habe. Es existieren die Erinnerungen (die wahrscheinlich auch nicht die objektivsten sind) "hier da an dem Tag/in dem und dem Spiel lief es gut, du kannst es ja eigentlich, wenn du nur mal mit'm Kopf da bist und dich zusammenreist". Wohl auch ein Problem der Erwartungshaltung?
Entsprechend die Gedanken hinter den beiden Ansätzen:
- langsameres Material (vor allem Holz), das auch wenn es schlecht läuft hoffentlich für nicht ganz so viele Fehler sorgt (keine Ahnung, wie groß der Unterschied wäre, müsste halt ausprobiert werden *Überraschung*) und damit die Mentalität nicht so runtergezogen wird
oder halt
- "durchpowern mit dem Training und wenn ich den Knackpunkt raus kriege wird alles gut" (lol).
Aber so viel dazu erstmal.
Zitat:
Zitat von EniPower
Im Training die ersten 30 - 45 min. mit dem Trainingsschläger, danach Anwendung auf dem Wettkampfschläger.
Führst du das ein Jahr lang durch, weißt du auch, welche Variante dir besser liegt, wo genau du nachjustieren musst und du musst nicht grübeln, welcher Schläger es wird, da du beide im Training im Einsatz und nun Gewissheit hast.
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Da gehe ich glaube ich mit dem Bedenken von Alisko mit, was den regelmäßigen Wechsel angeht. Ich denke, da würde einfach ein konsequenterer voller Umstieg für eine Weile, und dann später nochmal schauen, wie sich das alte Zeug spielt, mehr Sinn ergeben?
Zitat:
Zitat von Alisko
Ich würde generell eher mal bei einem Vollholz bleiben. Ein Korbel kann mehr als genug Power Reserven bieten. [...] Wenn dir das zu langsam sein sollte ist ein Update auf ein Clipper recht einfach.
Carbon spielt sich anders und nimmt einem auch Arbeit ab, wie hier richtig aufgeführt wurde.
Das Hurricane Long würde ich mit den Belägen bei deinem (jetzigen) Level als zu heftig ansehen und dir ein Downgrade nahelegen.
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In Zusammenhang auch mit EniPowers Punkt, dass das langsamere Setup bessere Ausführung etc. benötigen würde, kann man hierzu wohl auch noch sagen, dass ein langsameres Holz langsamer sein mag, ich aber auch auf einem Level bin, auf dem ich durch bessere Technik einen Geschwindigkeitsverlust ausgleichen kann (wenn ich die höhere Geschwindigkeit überhaupt noch brauche/will!).
Bei einem Holz wie dem Long 5 spielt denke ich auch ein Stück der Gedanke "tolles Holz spielen" und der vor den Antworten erwähnte (Wunsch?)gedanke, "es geht an sich ja", wenn man an die Bälle denkt, die mal richtig gut kamen und so.
Zitat:
Zitat von Chris21272
Etwas zu überdenken ist ja grundsätzlich nie doof!
Ich bin kein Experte für Material aber ich bin in deinem TTR Bereich unterwegs und habe dieses Jahr auch mein Holz umgestellt. Ich würde eher Aliskos Tipp folgen und nur das Holz ändern. Dann bekommt man ein besseres Gefühl dafür, was das Holz für einen Unterschied macht.
Was mich zu meiner Frage bringt: wieso meinst du dass dein Material zu schnell ist? Machst du damit Fehler, die du mit gemäßigtem Material nicht machen würdest?
Letztendlich kann dir keiner die Entscheidung abnehmen. Du kannst ja mal eine Umstellung versuchen und dein Holz für später, wenn sich deine Technik gefestigt hat und Konstanz da ist, zurück legen. Du bist ja noch jung und hast Zeit. Nimm dir dann aber auch die Zeit zum Testen. Bis sich mein neues Holz genauso vertraut wie das alte anfühlt, das hat schon ca 4-6 Monate gedauert.
Viel Erfolg!
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Da hast du Recht, ich bemerke für mich nur, dass es häufig vorkommt, dass ich meines Erachtens viel zu viel über Sachen nachdenke, zig mal meine Meinung ändere, dann nochmal nach neuen Infos recherchiere, anstatt irgendwann mal einen Schlussstrich zu ziehen und mich auf etwas festzulegen und dann später zu sehen, was daraus geworden ist und entsprechend zu handeln (oder nicht). Also nicht nur auf's Tischtennis bezogen, sondern allgemein. ^^
Wenn ich keinen radikalen Umstieg auf ein einfaches Holzbrett und alte Klassiker mache, wäre nur ein Wechsel des Holzes auf jeden Fall der erste Schritt. Erstmal einen Faktor ändern, dass man das isoliert betrachten kann.
Wo ich mein(e) Probleme sehe, habe ich vor den Antworten ja beschrieben. Und ja, ob gemäßigteres Material helfen würde, müsste ich wohl austesten. Wie du schreibst und ich ja auch schon, braucht das natürlich dann erstmal etwas Zeit. Das ist auch etwas, was ich mir noch öfter klar machen muss: Dass ich nicht auf einmal von heute auf morgen neu geboren werde. Es braucht alles seine Zeit und läuft sonst auch wieder auf zu hohe Erwartungshaltung hinaus.
Zitat:
Zitat von Power-Seven
Eine weitere Alternative sind dann noch die gemäßigten Carbon-Hölzer wie Waldner Senso etc.
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Da wäre dann wieder der Punkt der "Artenvielfalt" und die vielen Möglichkeiten, die man testen kann.

Wobei es auf meinem Niveau wohl keinen riesigen Unterschied machen wird, ob ich nen 5/7ply Vollholz oder etwas mit Carbon/Naturfaser habe, solange es vom Tempo angemessen ist, also mache ich mir diesbezüglich wahrscheinlich auch zu viele Sorgen.
Zitat:
Zitat von tb177
Für mich wäre eher die Frage, woher die Unsicherheit kommt.
Ist es tatsächlich zu krasses Material (was ich ehrlich gesagt nicht finde) oder ist es fehlendes Training und Automatismen?
Vor allem:
Wie drückt sich die Unsicherheit aus? Bälle zu lang? Fehler beim kurzlegen? Aufschlagannahme? Block? Topspin Eröffnung?
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Wie erwähnt ist meine Einschätzung vor den Antworten. Wenn ich von jetzt auf gleich magisch mental keine Probleme hätte, würde ich natürlich trotzdem nicht mehrere hundert Punkte besser spielen und keine Fehler mehr machen. Technische Defizite habe ich weiterhin.
Und der Punkt Training und entwicklete Automatismen helfen natürlich auch, die Fehler, die mich weiter runterziehen, zu reduzieren/vermeiden. Ich habe auch das Gefühl, dass sich das bessert. Seit einiger Zeit habe ich wieder relativ regelmäßig einen Partner, um gezielt Übungen zu spielen (2-3x die Woche). Da konzentriere ich mich auch hauptsächlich auf Aufschlag->3. Ball usw., was halt die Spieleröffnung angeht.
Und ich schätze, im Idealfall helfe ich mir mit sicherer eintrainierter Technik auch selber aus einem mentalen Tief raus. Entsprechend auch der erwähnte Gedanke, dass kontrollierteres Material eben hoffentlich auch mit weniger Fehlern, auch wenn es schlecht läuft, helfen würde.
Zitat:
Zitat von Gwinty
Meine erste Frage wäre, wie wohl du dich mit deinem Material fühlst. Wenn dein Gefühl stimmt, macht es wenig Sinn umzusatteln.
[...] Es kann aber gut sein, dass du dabei einen Dip deines Ratings sehen wirst, da dein Material weniger für dich arbeitet (was aber auch das Ziel sein sollte).
Ich habe mich viel in das Thema Material eingelesen und mit etlichen Freunden geredet/bei denen probiert, aber besitze selbst nur 2 Setups, wovon eines ein Geschenk war. Meine Entscheidung ist dabei auf eher günstiges und langsames Material gefallen, was mich aber zwingt die Technik gut zu lernen.
Mein genereller Vorschlag wäre, dass du die von dir erwähnten Set-Up, aber auch andere dieser Art, einfach mal bei Vereinskollegen ausprobierst. Betrachte das auch nicht als Wettkampf oder zu kompetitiv, sondern betrachtet es als Spaß und Rumprobieren. Wenn du auf Technik achten willst, dann bewerten welches Setup dir das beste Gefühl gibt & bei welchem du dich am besten auf deine Technik konzentrieren kannst (welches dir mehr Sicherheit gibt, mehr Vertrauen). Frag vielleicht auch mal, ob deine Freunde noch andere Kombinationen zuhause liegen haben, die in den Bereich fallen.
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Meinst du Gefühl jetzt im Sinne von Feedback/Gefühl beim tatsächlichen Schlagen? Da weiß ich tatsächlich gerade gar nicht so wirklich, was ich dazu sagen soll.
Meine Einstellung zum TTR-Wert ist in etwa, wenn ich gut spiele/besser werde, wird sich das zwangsläufig auch irgendwann im TTR-Wert zeigen. Das ist in den letzten Jahren nicht wirklich passiert. Wenn entsprechend einer Materialumstellung ein Ratingdip folgt, ist das halt so. Es geht ja darum, längerfristig besser voranzukommen.
Ich weiß nicht, wie viele Leute ich bei mir im Verein mit entsprechendem Material zum Testen wirklich habe (relativ klein), aber schauen kann ich ja auf jeden Fall. Ein oder zwei Leute habe ich auf jeden Fall im Sinn. Und ansonsten kann man ja auch in einem Shop testen, schätze ich. Und wenn ich dann mich für etwas entscheiden sollte, läuft es eh auch erstmal auf eine angemessen lange Einspielphase hinaus.
Uuund zu guter Letzt zum Punkto langsameres Material, das zwingt, gute Technik zu erlernen:
Ich hatte auch von jemandem eine PM hier im Forum hierzu bekommen. Die Person hat mir einen Wechsel komplett auf langsames Holz mit kontrollierten Klassikern vorgeschlagen/empfohlen. Erstmal "extremer", als was ich beim Posten dieses Beitrags gedacht hätte. Es klingt aber, unabhängig ob als langfristige Umstellung dann oder nicht, zumindest nach einem interessanten Experiment.
So, das ist mal ein kleines Textchen. Wenn ich das jetzt alles so auf einem Haufen in der Vorschau sehe, frage ich mich, ob ich das vielleicht in mindestens zwei Posts oder jeweils eigene Posts je Antwort unterteilen sollte, aber ich sende das jetzt einfach so. ^^