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AW: Klebeverbot
Die einfachste Art der Umsetzung der neuen ITTF Beschlüsse seitens des DTTB wäre es ab sofort jegliches Frischkleben unterhalb der 1. Bundesliga strikt zu verbieten.
Bei neuen Gesetzen geht es immer darum, den hinter dem Wortlaut versteckten Willen des Gesetzgebers zu verstehen. Im aktuellen Fall liegt die Sache offenkundig auf der Hand. Man hat eine Mehrheit gefunden, um das Frischkleben im herkömmlichen Sinne ab sofort zu verbieten. Es gab leider Einwände seitens des weltweiten Spitzensports, woraufhin man diesen bis nach Olympia ausgeklammert hat. In diesem Zusammenhang ist zu beachten, daß der Jugendspitzensport nicht mit ausgeklammert wird.
Für den Amateursport in Deutschland wäre damit das Verbot ab sofort ohne Ausnahme gültig.
Man kann seitens des DTTB das Kontrollproblem ganz einfach lösen, indem man die Beweislast umkehrt. Bei begründetem Verdacht muß der Spieler beweisen, daß er nicht mit einem VOC basierten Kleber geklebt hat. Diesen Beweis könnte er u. a. mit dem neuen ENEZ Testgerät erbringen. Die Spieler sind erfahren genug, um zu wissen, ob ein Spieler geklebt hat oder nicht.
Bis die Testgeräte im Handel sind, kann man sich auf die bewährten Protestverfahren stützen.
Jede Aufweichung des ITTF Beschlusses wäre seitens des DTTB fahrlässig in Bezug auf seine Vorbildfunktion im Gesundheitsbereich. Wenn der internationale Verband eine Praktik als gesundheitsschädlich einstuft, dann kann es sich der DTTB nicht leisten diese Gesundheitsgefährdung zu ignorieren. Spitzensport ist immer gesundheitsschädlich und jeder Spitzensportler weiß, dass er seinen Körper langfristig zerstört, um einen besonderen Preis zu erringen oder schlichtweg seinen Lebensunterhalt zu finanzieren. Frischkleben in diesem Bereich ist nur einer von vielen Negativfaktoren, der billigend in Kauf genommen wird.
Der Breitensport ist aber der Gesundheit in ganz besonderem Maße verpflichtet, da er genau diesem Zwecke dienen soll. Hier darf man keine fadenscheinigen "Übergangsfristen" erlauben.
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