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Alt 11.06.2007, 11:20
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Rieslingrübe Rieslingrübe ist offline
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Ach ja, war schon ein umtriebiges Kerlchen, der gute Rainer F.

Über 50 Filme und Theaterstücke in rund 15 Jahren macht ihm sicher so schnell kein deutscher Regisseur mit Autorenanspruch nach.
Ich hab mich seinem Werk erstmals Anfang/Mitte der Achziger Jahre genähert, allerdings bis heute auch nicht jeden Streifen gesehen.

Themenvielfalt sowie Komplexität von Stil und Inhalt standen bei Fassbinder ja - insbesondere in der ersten Hälfte seiner Schaffensphase - oftmals in krassem Gegensatz zu einem geringen Budget und kurzen Produktionszeiten.


Gar nicht so einfach, hier eine eindeutige Empfehlung zu dem ein oder anderen Film abzugeben.

Mir persönlich gefallen von seinen frühen Werken insbesondere ´Götter der Pest´ (am amerikanischen u. franz. Gangsterfilm angelehnt, recht düster u. pessimistisch) und der von vielen Kritikern hochgeschätzte ´Händler der vier Jahreszeiten´ (eine Familientragödie in der Wirtschaftwunderzeit der Adenauerära).
Aus der späten Phase das Epos ´Berlin Alexanderplatz´; ferner die umstrittenen u. schonungslosen ´In einem Jahr mir dreizehn Monden´ (Thema Geschlechtsumwandlung) plus ´Die dritte Generation´ (eine bitterböse RAF-Parodie) - seine wohl persönlichsten u. radikalsten Werke.

Wer sich dem Fassbinder Kosmos jedoch etwas behutsamer nähern will, dem seien vorab ´Angst essen Seele auf´, ´Effi Briest´, ´Die Ehe der Maria Braun´ und ´Lola´ empfohlen...


Lesetip: ´Rainer Werner Fassbinder´, von Peter Jansen u. Wolfram Schütte; in der ´Reihe Film´ als Taschenbuch bei ´Fischer Cinema´ erschienen.
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