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  #341  
Alt 17.02.2014, 10:19
User 17544 User 17544 ist offline
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AW: Tony_Iommis Plaudertaschenthread

Zitat:
Zitat von Rieslingrübe Beitrag anzeigen
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Ich habe in Season 1 und 2 wenig Wiederholungen ausgemacht. Schon gar keine nervtötenden.
Ich habe in allen Staffeln wenig Wiederholungen ausgemacht

In Staffel 1 und 2 wurde die Geschichte mit zwei (anscheinend) unabhängigen Fällen aufgebaut. Ab Staffel 3 wird's bzw muss es aus meiner Sicht auch sprunghafter werden, da nicht noch ein (anscheinend) völlig neuer Fall hinzukommt. The Wire erzählt aus meiner Sicht eine mehr oder weniger abgeschlossene Geschichte und ist keine Krimiserie die einfach eine Menge - mehr oder weniger wahllos zusammengestellter - abgeschlossener Fälle aneinanderreiht.

Zitat:
Zitat von Rieslingrübe Beitrag anzeigen
In Season 3 wirkt jedoch manches auf mich nicht mehr so frisch. Zum Beispiel die oben erwähnten neuerlichen Abhöraktionen.
Ja, so wirkte es Anfang der 3. Staffel auch erst mal auf mich. Hat sich aber aus meiner Sicht wieder sehr gut eingefügt, da man relativ schnell - zumindest ich - erkennen konnte, dass die Geschichte weitererzählt wird.

Was die Abhöraktionen betrifft, die ab Staffel 3 den "Reiz" verlieren (Nicht nur für den Zuschauer, sondern vor allem für die Cops), ist das in meinen Augen eines der Teile in dieser Serie, die sie zu was ganz besonderem macht. Soweit ich weiß ist der gewählte Titel, "The Wire", in Anlehnung auf die scheinbar im Vordergrund der gesamten Serie stehenden Abhöraktionen gewählt worden. Klar hätte man dieses Thema, dass schon in Staffel 2 nicht mehr so im Vordergrund stand, weiter in den absoluten Vordergrund stellen können, hätte aber aus meiner Sicht dazu geführt, dass die Serie an Glaubwürdigkeit eingebüßt hätte.

Zitat:
Zitat von Rieslingrübe Beitrag anzeigen
Überdies spielt Lieutenant Daniels in meinen Augen von Staffel zu Staffel statischer. Auch wenn er sich in Season 3 die Staatsanwältin angelt....


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Na ja, wer sich da wen angelt, lasse ich mal dahingestellt sein. Für mich angelt sich die Staatsanwältin Daniels und nicht umgekehrt. Sie gönnt sich ein Upgrade, könnte man sagen. Ein eigenwilliger, versoffener Ire wird gegen einen durchaus itelligenten Modelathleten eingetauscht. Je nach Sicht halt Ich finde, dass Daniels bis zum Schluss großartig gespielt wird. Die Rolle Daniels in der Serie ändert sich halt auch stetig. Und das gilt für sehr viele der dort gespielten Rollen.

Sorry Rübe, mir geht es nicht darum dir zu widersprechen. Als ich "erst" bei Staffel 3 war, ging es mir ziemlich ähnlich in meiner Sichtweise wie dir jetzt. Fügt sich aber ab der gelobten Staffel 4 wieder zu einem Gesamtwerk zusammen, sodass zumindest ich die Staffel 3 im Nachhinein mit anderen Augen sehe. Deshalb schrieb ich auch, dass es mir - nachdem ich alle Staffeln gesehen habe - schwer fällt eine der Staffeln besonders herauszuheben. Für mich ist "The Wire" deshalb so einzigartig weil es eben kein "schnöder" Krimi ist. Auch wenn es eine amerikanische Geschichte ist, die sich sicher mit sehr vielen amerikanischen Eigenarten (und evtl gar mit Baltimore-spezifischen) berfasst, so zeigt sie für mich viele Dinge auf, die auch in anderen demokratisch-westlichen Nationen adaptierbar sind. Wenig anklagend bzw gesellschaftskritisch. In der Serie geht es für mich viel mehr darum die einzelnen kleinen Microkosmen/Lebenswege der darin vorkommenden Personen zu einem gesamtgesellschaftlichen Bild zusammenzufügen. Ein Spiegelbild der Gesellschaft halt. Schwarz und weiß, gut und böse, verlieren ihre Konturen.

Ok, ich drifte mal wieder ins Schwadronieren ab...

Scheiß drauf... würd' mich jedenfalls interessieren wie du The Wire, nachdem du alle Staffeln gesehen hast, bewertest. Ich war jedenfalls begeistert, hat mir auch besser gefallen als die Sopranos und bin deshalb froh, dass ich mich von dir hab' "anfixen" lassen
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  #342  
Alt 17.02.2014, 12:47
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Rieslingrübe Rieslingrübe ist offline
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Post The Wire

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Manchmal ändert sich ein Ranking nach wiederholtem Anschauen.


Handlung und Charaktere in 'The Wire' zeigen meiner Einschätzung nach jedenfalls in Season 2 bislang die größte Dichte.

Wie schon geschrieben, wirken die griechischen und osteuropäischen Gangster auf mich besonders gefährlich und verschlagen. Und auch der Sobotka-Klan kommt sehr authentisch und lebendig rüber.

In Season 3 hat's hingegen einige Figuren, die auf mich ein wenig künstlich und/oder farblos wirken. Dazu zählt der bereits erwähnte, überstilisierte Marlo Stanfield. Und dazu zählt auch Stadtrat und Bürgermeister-Kandidat Tommy Carcetti. Der ist mir - zumindest bisher - zu poliert und bieder.


Carcettis Charisma und seine Redegabe werden überschätzt. Man vergleiche beispielsweise Carcettis formelhafte 'Tough on Crime-Speech' mit der denkwürdigen Ansprache von Colonel Joshua Chamberlain (Jeff Daniels) an meuternde Soldaten vor der Schlacht von Gettysburg....


............................................... http://www.youtube.com/watch?v=1vmWkJ8hLoE

............................................... http://www.youtube.com/watch?v=2d2_zeJTJcw


..............................................................



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Geändert von Rieslingrübe (17.02.2014 um 18:19 Uhr)
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  #343  
Alt 17.02.2014, 13:10
User 17544 User 17544 ist offline
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AW: The Wire

Zitat:
Zitat von Rieslingrübe Beitrag anzeigen
überstilisierte Marlo Stanfield
Ja, mit der Figur Marlo - obwohl für mich großartig gespielt - habe ich auch meine liebe Not. Ein schmaler Grat auf dem die Figur da am Rande der Glaubwürdigkeit wandert...

Tat dem Gesamtkonzept aus meiner Sicht im Nachhinein aber keinen großen Abbruch. Taugt zumindest dazu der ganzen Serie den wohl doch nötigen Hauch einer Fiktion zu verleihen - zumindest um die Spannung aufrecht zu erhalten. Gilt wohl irgendwie für sämtliche Charaktäre der Serie, nur bei der Figur Marlo ist es sehr extrem. Da scheint die ganze Figur all zu oft wenig glaubwürdig.
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  #344  
Alt 17.02.2014, 13:26
Tony_Iommi Tony_Iommi ist offline
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AW: Tony_Iommis Plaudertaschenthread

Die gestrige Folge von 'True Detective' war wieder ein Volltreffer. Bravo.

Im Anschluss dann 'The Walking Dead' - obwohl immer nocht guter Unterhaltungswert, faengt mich die Sache langsam an zu nerven.
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  #345  
Alt 17.02.2014, 15:31
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the_TOCO the_TOCO ist offline
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Ich kann heute abend auch endlich weiter "True Detective" schauen. Bin schon gespannt!
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  #346  
Alt 19.02.2014, 10:27
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Rieslingrübe Rieslingrübe ist offline
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Post The Wire, Season 4

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Zitat:

...würd' mich jedenfalls interessieren, wie du 'The Wire' bewertest, nachdem du alle Staffeln gesehen hast.....

Bin aktuell in der dritten Episode der vierten Staffel.

Sicher: der Fokus auf die Schul- und Straßenkinder, auf die Bildungseinrichtungen und Lehrer erweitert das Spektrum der Serie. Ebenso die Einblicke in den stressigen Wahlkampf und die Manöver der drei Kandidaten Carcetti, Royce & Gray.

Doch das Treiben der Marlo Stanfield-Gang mit ihrem ach so coolen Gehabe, mit ihren Schießübungen im Gelände, den verteilten Geldgeschenken an die Ghetto-Kids, einigen kompromisslosen Liquidierungen etc. berührt mich nach wie vor nicht so richtig.

Der Tod von Stringer Bell - einer der verschlagensten und vielseitigsten Gangsterbosse - hat eine Lücke hinterlassen. Auch rückt der charismatische Fettmops Proposition Joe Stewart für meinen Geschmack zu selten ins Bild.

Schade, denn Prop Joe besitzt in Wesen und Auftreten in der Tat Godfather-Format...

..................... http://www.hbo.com/the-wire#/the-wir...art/index.html ..




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Geändert von klugscheisser (20.02.2014 um 05:35 Uhr)
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  #347  
Alt 19.02.2014, 16:41
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Zitat:
Zitat von Rieslingrübe Beitrag anzeigen

Der Tod von Stringer Bell als einer der verschlagensten und vielseitigsten Gangsterbosse hat ein Lücke hinterlassen.
Letztendlich war er auch nur ein dummer Hund, der einen Fehler nach dem anderen gemacht hat. Die sicher völlig überzeichnete Figur Marlo zu unterschätzen und sich darum nicht konsequenter zu kümmern war einer davon. Interessant fand ich es, als er sich in die Welt der "legalen" Geschäfte begeben hatte und dort gandenlos über den Tisch gezogen wurde.

Aber ja, er hinterlässt in der Serie erst mal eine Lücke. Schon allein deshalb, weil der daghintersteckende Schauspieler richtig gut ist...

Zitat:
Zitat von Rieslingrübe Beitrag anzeigen
Auch rückt der charismatische Fettmops Proposition Joe Stewart für meinen Geschmack zu selten ins Bild.
Hm, der ist bei mir so nie rübergekommen. War für mich eher eine Randfigur...

Jetzt werde ich mich den noch offenen Folgen der letzten Staffel der Sopranos widmen. Der eigentlich dafür angedachte Winter kommt wohl nicht mehr...
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  #348  
Alt 19.02.2014, 18:07
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Zitat:

....der ist bei mir so nie rübergekommen....


Hast du ihn in der deutschen Synchro gehört ?


Die deutschen Dialoge und Stimmen sind - wie schon geschrieben - oft völlig daneben.

Doch Prop Joe im Original, im schwärzesten Baltimore Slang reden zu hören, zählt zu den coolsten, eindringlichsten Momenten der gesamten Serie.



Hier zwei bemerkenswerte Passagen aus Season II, Episode 6 - 'All Prologue':



Sergei Malatov: "Family cannot be helped."

Prop Joe: "Who you tellin'? I got motherfuckin' nephews and in-laws fucking all my shit up all the time and it ain't like I can pop a cap in their ass and not hear about it thanksgivin' time. For real, I'm livin' life with some burdensome niggers."

Nick Sobotka: "Thanks for bein' straight on this."

Prop Joe: "Fool, if it wasn't for Serge here, you and your cuz both would be cadaverous motherfuckers..."



Sätze dieser Art, gesprochen von absolut authentischen Typen, sind es, die für mich zum besonderen Flair und zur Einzigartigkeit von 'The Wire' beitragen. Ohne Proposition Joe und einige andere Charaktere würde die Serie für mich massiv an Reiz verlieren....
.................................. http://www.youtube.com/watch?v=7PR3QRg4Em0 .. ...




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  #349  
Alt 20.02.2014, 10:25
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Zitat:
Zitat von Rieslingrübe Beitrag anzeigen
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Hast du ihn in der deutschen Synchro gehört ?
Ja.

Zitat:
Zitat von Rieslingrübe Beitrag anzeigen
Die deutschen Dialoge und Stimmen sind - wie schon geschrieben - oft völlig daneben.
Das kann ich leider nicht beurteilen. Selbst der englische Untertitel hilft mir da nicht besonders gut weiter. Dafür ist zum Einen mein Englischvokabular nicht ausreichend genug und zum Anderen wäre ich auch nicht dazu fähig all den Feinheiten des amerikanischen und speziell des Baltimore-Slangs folgen zu können, wenn mein Vokabular ausreichen würde.

Das Schauen in Orginalton mit deutschen Untertitel würde dann wohl auch nicht sonderlich zu einer Verbesserung beitragen können, da dieser ja nichts anderes bietet, als die schlechte gesprochene Synchronisation.

Grundsätzlich schaue ich äußerst ungern Filme mit Untertiteln. Mein Blick ist da immer viel zu sehr auf die Synchro-Spur fixiert, sodass ich es nervig finde, weil ich dann der visuellen Darbietung nicht mit der für mich nötigen Aufmerksamkeit verfolgen kann. Ist ja 'n Film und kein Hörspiel

Mir tumben Tor, bleibt also nichts anders übrig als mich auf die Synchro zu verlassen
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  #350  
Alt 20.02.2014, 10:48
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Rieslingrübe Rieslingrübe ist offline
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Wie von mir und anderen hier bereits mehrfach geschrieben: Originalton (mit oder ohne englische Untertitel) - dies ist bei 'The Wire' unbedingt zu empfehlen.

Wer die Handlung nun bereits kennt bzw. die Staffeln beim ersten Mal mit deutschem Ton gesehen hat, sollte beim gelegentlichen Wiederanschauen auf die englische Tonspur umsteigen.

Nicht nur die Dialoge, auch die Stimmen sind im Original meist viiiiiel cooler und passender....

................................................................ .. http://www.sherv.net/talking/



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