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Technik - Taktik - Training - Vorsätze und Zielerreichung Hier könnt Ihr Fragen und Tipps rund um die Themen Technik, Taktik und Training loswerden. Spieler und Trainer können hier Erfahrungen austauschen und Trainingswillige von ihren alltäglichen Problemen und Zielen berichten.

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  #61  
Alt 03.03.2007, 00:05
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aleol aleol ist offline
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aleol ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt (Renommeepunkte ungefähr beim Startwert +20)
AW: Was ist bei betreuen zu beachten?

Eine kleine Anekdote zum Thema, wie man´s nicht machen sollte:

In unserem letzten Spiel hatte ich meinen Gegner zwei Sätze lang klar im Griff. Danach kam sein Mannschaftskollege auf ihn zu und sagte sinngemäß (und auch ähnlich in der Wortwahl), dass er noch nie jemanden so faul und dumm am Tisch habe stehen sehen. Er müsse sich jetzt endlich zusammenreissen und konsequent angreifen.
Das ganze in einer enormen Lautstärke, so dass es jeder in der Halle hören konnte, natürlich auch ich. Was dann dazu führte, dass ich genau wusste, dass mein Gegner meine beiden ersten Aufschläge garantiert angreifen wollte - und dementsprechend platzieren konnte ...
Allerdings muss man zugeben, dass er in dem Satz deutlich mehr Punkte gemacht hat als jeweils in den vorherigen - aber dennoch wohl nicht die richtige Art und Weise der Coachings (Anmerkung: es handelte sich nicht um einen Jugendlichen sondern einen gestandenen Spieler weit jenseits der Dreißig)
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  #62  
Alt 03.03.2007, 00:38
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TT-Max TT-Max ist offline
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TT-Max ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt (Renommeepunkte ungefähr beim Startwert +20)
AW: Was ist bei betreuen zu beachten?

so nun meld ich mich au mal widda

also erstmal danke für die vielen antworten

Zitat:
Es ist nunmal Fakt dass viele junge Spieler bereits nach einigen Monaten arrogant werden und das geht mir gegen den Strich.
ich sag des mal etz so...
viele junge spieler... wie sieht es mit den erwachsenen aus?



aber nun zum thema

Zitat:
In der Auszeit gibt's dann übrigens oft eine Ermunterung, etwas besonderes (bei uns Kiste genannt)
ja die kiste

Zitat:
Am Wochenende habe ich leider schlecht gecoacht, weil ich selbst zu emotional war - das muss man sich IMHO für nach dem Spiel aufheben.
darf man also keine emotionen zeigen (mitfiebern)?

ich seh das ja oft wenn ich spiel... wenn ich irgendwie keine ahnung hab schau ich oft zum trainer... wie sollte man sich dann da verhalten? ruhig? mitfiebern?

wenn ich jemanden was erklären will soll ich es dann mit handbewegungen nachmachen?



Gruß

Max
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  #63  
Alt 03.03.2007, 12:11
Cheftrainer Cheftrainer ist offline
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Cheftrainer ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt (Renommeepunkte ungefähr beim Startwert +20)
AW: Was ist bei betreuen zu beachten?

Zumindest darfst du keine negativen Emotionen zeigen. Ich kenne Trainer die bei Fehlern wegsehen, weggehen, sich belustigt zeigen, den Spieler beleidigen ("wie dumm kann man sein, schon wieder in die VH...") oder einfach nur mit den Armen rudern als ob sie Flugzeuge einwinken.

Positive Emotionen sind meistens gut, aber auch hier muss man unterscheiden "wen" man betreut. Manche wollen eher nur taktische Betreuung, andere bevorzugen lautstarke Anfeuerung usw.

Mein "Rezept":

1. Wenig Emotionen, bei bestimmten Spielen und Spielern halt mehr "anpeitschen" ^^

2. Eine Standardtaktik parat haben wenn man vom Gegner wenig weiss (was wurde trainiert, was sollte der eigene Spieler umsetzen usw.)

3. Wenn ich den Gegner nicht kenne versuche ich vorher ein paar Ballwechsel zu sehen um sein Spielsystem zu erkennen (spielt er mit VH/RH-Griff => charakteristische Stärken/Schwächen usw).

4. Ich versuche anfangs dem Spieler einige Alternativen zu bieten, grundsätzlich betreue ich im Laufe des Spiels eher kooperativ (gemeinsame Strategie entwickeln.

Also anfangs eher systembedingte Standardstrategie (VH-dominant bzw VH Griff also eher über tiefe Ecken, viel VH/RH Wechsel wg Umgreifen usw). Später dann immer 1-2 Tipps zur Aufschlagsituation und ggf. Rückschlag (eher aktiv oder passiv, welche Platzierungen). Insgesamt versuche ich 3 Punkte abzusprechen die ich klar strukturiere und am Ende ggf nochmal kurz widerhole.

Ich nutze eher weniger als die eine Minute. Allgemeines blabla am Anfang, dann aber ganz konkret 20-30 Sekunden für max 3 Hinweise.


Fazit: Immer abhängig vom eigenen Spieler

Manche können Ihre Taktik relativ gut einschätzen und dann kommentiere ich die eigenen Ideen nur kurz. Bei anderen gebe ich genau vor, was für Aufschlag und Rückschlagvarianten sinnvoll erscheinen.

Manchmal erinnere ich dazu nur an erfolgreiche Spielzüge oder beschreibe die Schwächen die der Gegner gezeigt hat (implizite Methode: um den Spieler selbst zur Lösung zu verhelfen).

Manchmal gebe ich "Soll-Spielzüge" vor (deduktiv).

Im Prinzip muss man den Spieler bereits im Training auf die Betreuung vorbereiten. Er soll lernen eigene Ideen zu entwickeln und taktisches Grundverständnis bei bestimmten Spielsystemen gehört dafür zwingend dazu. Alle Spieler sollten wissen was beispielsweise ein VH-Griff oder Umgreifen bedeutet usw.

Geändert von Cheftrainer (03.03.2007 um 12:14 Uhr)
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  #64  
Alt 03.03.2007, 14:42
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tarantino tarantino ist offline
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tarantino ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt (Renommeepunkte ungefähr beim Startwert +20)
AW: Was ist bei betreuen zu beachten?

ein Punkt scheint mir noch wichtig zu sein, nämlich WIE Du mit dem Spieler sprichst. Oft ist es nämlich so, dass Du Ihn mit der SPRACHE, die Du wählst, wie Du Dich ausdrückst also, ihn gar nicht erreichst. Hier passiert dann mitunter schon mal der Fehler, dass Du Wörter verwendest, die der Spieler ganz anders interpretiert oder falsch versteht. (Beispiel: "weite Vorhand") Hinzu kommt die Aufregung aus dem Spiel (wie obachecka schon erwähnte), dass also die Hälfte des Gesagten gar nicht verarbeitet und damit gemerkt wurde. Wie wichtig das tatsächlich ist, wird man verstehen, wenn man den Spieler nach dem coachen fragt, wie er spielen soll. Du glaubst gar nicht, was für ein Mist da oft zurück kommt. Man sollte also durchaus darauf achten, dass der Spieler mit eigenen Worten nochmal erklären soll, wie er spielen muss und ggf. wichtige und falsch verstandene Dinge nocheinmal erklären.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass beim coachen die Regeln vernünftiger Kommunikation eingehalten werden müssen. Wenn beispielsweise Trainer und Spieler wild durcheinanderquatschen, bleibt (so gut wie) gar nichts hängen.

Also: Beide Seiten immer ausreden lassen, sich ruhig und verständlich ausdrücken, die Sprache des Spielers verwenden, wiederholen lassen und Missverständnisse klären !
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  #65  
Alt 04.03.2007, 16:43
Ironman Ironman ist offline
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Ironman ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt (Renommeepunkte ungefähr beim Startwert +20)
AW: Was ist bei betreuen zu beachten?

Sehr richtig wie ich finde. So geschehen heute. "mein" schützling spielte im ersten satz ohne kopf sag ich mal und weit unter seinen möglichkeiten und fähigkeiten. dann kommt der auf mich zu und textet mich so voll, dass ich ihm in die augen geschaut hab und gesagt habe willst was wissen oder willst weiter reden. dann war er ruhig und hab ihm was gesagt und dann fängt er wieder an zu quasseln. dann hab ich ihn gefragt ob er noch weiß was ich gesagt habe. er so klar. dann habe ich es ihn wiederholen lassen und voilà genau das was er im 1. satz falsch gemacht hat wollte er wieder machen. was ich damit sagen will ist einfach auch wenn ich normal mit ihm geredet habe, ist es zusätzlich noch so, dass der spieler konzentriert dem coach zuhören muss.
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  #66  
Alt 06.03.2007, 13:59
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CarstenSchmidt CarstenSchmidt ist offline
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CarstenSchmidt ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt (Renommeepunkte ungefähr beim Startwert +20)
AW: Was ist bei betreuen zu beachten?

Das musst du deinem Schützling aber dann beibringen! Er muss wissen, dass wenn er auf dich zukommt, dann hat er vielleicht am Anfang die Möglichkeit, seine Meinung zum Spiel kund zu tun, aber dann muss er irgendwann dem Coach zuhören und auch versuchen, das zu verinnerlichen. Ohne dem geht das einfach nicht und man braucht nicht zu coachen, denn sonst könnte es mal passieren, dass der Coach als boxsack fungiert und das bringt gar nichts!

Coaching an sich ist schon recht schwer, auch wenn es Spieler nicht so sehen. Aber man muss immer auf die Bedürfnisse des Spielers eingehen und jeden anders behandeln, wie er es gerade braucht und es auch will. Ein Patentrezept gibt es also nicht. Wenn ein Kind dem Trainer in dieser einen Minute voll und ganz vertraut ist hast du als Trainer alles richtig gemacht und du musst nichts verändern. Wenn du merkst, dass es nicht so läuft, wie es sollte, dann solltest du deine Coachingmethoden überdenken und was neues probieren, verschiedene Ansätze gibt es hier ja schon! Generell habe ich ja im vorigen Beitrag alles genannt, was für mich wichtig ist und wenn man sich daran hält und ein bisschen Individualität mit hinein bringt, dann funktioniert das Coaching schon, vom Erfolg mal ganz abgesehen!
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  #67  
Alt 07.03.2007, 12:26
Ironman Ironman ist offline
Idemo hrvati
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AW: Was ist bei betreuen zu beachten?

ich denke er vertraut mir schon. das habe ich ihm ja schon oft bewiesen als er knappe spiele auch mit meinem coaching gewonnen hat. was also da in ihm vorging weiß ich selbst nicht!!!
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  #68  
Alt 07.03.2007, 15:28
Chinabomber Chinabomber ist offline
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AW: Was ist bei betreuen zu beachten?

Coaching sollte man keinesfalls übertreiben. Der Spieler - und Jugendspieler schon mal gar nicht - ist nicht in der Lage, viele Informationen aufzunehmen, und erst recht nicht, sein Spiel eigenständig zu analysieren. Dabei verliert er nur seine Konzentration. Analysieren kann man nach dem Spiel, wenn es denn Sinn macht.
Das Wichtigste ist, daß man beim Spieler die Konzentration in der Pause hochhält bzw. dazu beiträgt, diese zu verbessern. Motivieren kann man vor und auch während des Spiels, aber nicht in der Pause, da das ihn nur ablenken würde.
Auf keinen Fall mehr als 3 Sachen sagen, eher weniger.
1. Ihn daran erinnern, wie er bisher am besten in den Angriff gekommen ist.
2. Ein Satz zu seiner Verteidigung.
3. Ein Satz zu seinen Aufschlägen, aber auch nur dann, wenn es wirklich Sinn macht.
Dann folgt ein letztes "konzentrier dich jetzt" und ich lasse ihn alleine, um sich noch einmal zu sammeln.

Ansonsten kann ich Cheftrainer nur zustimmen. Sätze wie "Herrgott, was spielst du für einen Bockmist!" müssen absolut tabu sein während des gesamten Spiels, aber auch danach! Wenn ein Spieler sich konzentriert hat und versucht hat, seine taktische Linie umzusetzen, dann muß der Trainer nach einem verlorenen Spiel dem Spieler klarmachen, daß sein Gegner einfach etwas besser war und der Spieler muß lernen das zu akzeptieren. Kritik vom Trainer sollte nur dann kommen, wenn der Spieler sich nicht konzentrieren wollte, bzw. keine ernsthaften Anstalten dazu unternommen hat, und wenn er partout nicht auf die taktischen Hinweise in den Pausen hören wollte, bzw. diesen nicht versucht hat umzusetzen. Ansonsten muß man als Trainer den Jungen ernst nehmen und davon ausgehen, daß er sein bestes gegeben hat - zumindest an diesem Tag. Ob er "normalerweise" hätte besser sein können spielt überhaupt keine Rolle!

Ein Trainer, der süffisant in der Ecke grinst (vor oder nach de Spiel) ist eine menschliche Niete. Als Trainer hat man nur die Funktion, dem Kind ordentlich TT beizubringen, nicht mehr und nicht weniger.

Ich habe die Erfahrung gemacht, daß viele Kollegen sich als extrem Einpeitscher und hyper Motivator sehen und versuchen immer auch das letzte Fünkchen Leistung aus ihren Spielern rauszulocken. Damit haben sie in der Tat sehr häufig sehr viel Erfolg ... aber nur bis zu einem bestimmten Niveau. Und genau hier liegt meiner Meinung nach die Crux. Motivation ja, aber keine übertrieben, denn damit schadet man dem Jungen letzten Endes nur, weil man völlig falsche und übertriebene Erwartungen in seine potentielle Leistungsfähigkeit geschürt hat. In den meisten Fällen wird der Spieler diese Erwartungen irgendwann nicht mehr erfüllen können und dann hört er mit TT gefrustet auf. Die unter diesen Leuten weit verbreitete These "Wer in der Jugend ein paar Pokale geholt hat, der bleibt auch dabei!" halte ich für falsch und sogar gefährlich.

Geändert von Chinabomber (07.03.2007 um 15:44 Uhr)
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  #69  
Alt 08.03.2007, 00:25
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CarstenSchmidt CarstenSchmidt ist offline
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AW: Was ist bei betreuen zu beachten?

Wieso schwirrt mir nur die ganze Zeit der Name Lars Hoffmann im Kopf herum?
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  #70  
Alt 08.03.2007, 10:33
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Uli-Noppe Uli-Noppe ist offline
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Uli-Noppe ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt (Renommeepunkte ungefähr beim Startwert +20)
AW: Was ist bei betreuen zu beachten?

Kurze knappe und klare Anweisungen geben! Ich habe jetzt mal das Coaching nach dem 1. Satz falsch verstanden und schon war der 2. vollkommen unnötig weg!

Zu viel kann man in der Kurzen Zeit nicht auffassen und umsetzen – also nur kurze klare Tipps geben!

Uli
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