Meine Interpretation erklärt sich so...
Es gibt ja zwei Sorten von Störungen, die das Regelwerk abhandelt.
9.1.3 handelt von Störungen außerhalb der Kontrolle des Spielers und zieht immer ein Let nach sich, denn der übergeordnete Absatz 9.1 besagt "Ein Ballwechsel muss wiederholt werden, wenn".
9.2.4 handelt von Störungen der Spielbedingungen und kann, muss aber nicht ein Let nach sich ziehen, da 9.2 besagt "Das Spiel kann unterbrochen werden, wenn".
Ungeachtet des terminologischen Problems, dass ja auch Störungen der Spielbedingungen außerhalb der Kontrolle des Spielers liegen, wäre der hereinrollende Ball m.E. grundsätzlich bei 9.1.3 einzuordnen, denn mit "Spielbedingungen" dürfte etwas Anderes gemeint sein. Da der Begriff leider nicht definiert wird, würde ich hier das Handbook for Match Officials und das darin enthaltene Kapitel "5 Playing Conditions" anbieten, in dem es z.B. heißt:
Zitat:
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The umpire should, however, satisfy himself or herself before play begins that nothing has happened to disturb the conditions of play, such as failure of a light source, displacement of a table or the surrounds or loss of tension in the net assembly.
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Ich verstehe das so, dass mit Spielbedingungen der gesamte äußere Rahmen gemeint ist, innerhalb dessen ein Spiel stattfindet.
Dazu würde auch besser passen, dass 9.2 ja von einer
Spielunterbrechung spricht, während es bei 9.1 nur um eine
Wiederholung des Ballwechsels geht. Die unter 9.2 aufgezählten Vorfälle nämlich ziehen ja in der Regel eine tatsächliche Unterbrechung nach sich, die über eine bloße Wiederholung hinausgeht: Einführung der Wechselmethode z.B., bis alle Unklarheiten beseitigt sind, der Schlagzähler in der Box und alle bereit sind, vergeht Zeit; ebenso wenn z.B. ein Betreuer der Box verwiesen werden muss oder eine Lichtquelle ausfällt. Das wäre beim hereinrollenden Ball nicht der Fall.