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WM, EM, World Cup, WTT und ITTF Events, usw. Welt- und Europameisterschaften, World Cup, Olympia, World Table Tennis (WTT), ITTF World Tour und sonstige Großturniere. Hier geht es um die Top-Events unserer Sportart.

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  #201  
Alt 22.07.2024, 16:52
Lexmark Lexmark ist offline
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AW: Jugend Europameisterschaften 2024 (12.07. - 21.07.2024, Malmö, SWE)

Sehe ich genauso.
Da wurde im männl. Bereich vor 2-3 Jahren hier schon mal viel 'schwärzer' prognostiziert.
Die Frage ist natürlich auch immer welchen Anspruch setzt man an.
Durchschnittlicher Bulispieler oder europäische Spitze im Erwachsenen Bereich ?
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  #202  
Alt 22.07.2024, 17:15
Oldkid Oldkid ist offline
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AW: Jugend Europameisterschaften 2024 (12.07. - 21.07.2024, Malmö, SWE)

Gern verschieben, weil Offtopic:

Danke für deine Rückmeldung, Wolf.

Zunächst erst einmal muss ich richtigstellen, dass ich natürlich keine direkte Verbindung zwischen der verlinkten arte-Doku und dem von mir angesprochenen System in China herstellen wollte. In der Doku geht es keineswegs um China, wie du ja bereits richtig erkannt hast. Dazwischen lag ein Gedankensprung von mir, den ich anscheinend nochmal ausführen muss.

An die Doku hab ich lediglich gedacht, weil hier zuvor in der Diskussion von "alles dem Erfolg unterordnen" o.ä. die Rede war und ich bei solchen Aussagen sofort Bauchschmerzen kriege, weil solch eine Einstellung natürlich zu Dingen führen können, wie sie eben in der Doku dargestellt werden.

Ich wollte auch keineswegs allen chinesischen TrainerInnen unterstellen, dass sie bewusst psychischen und physischen Druck auf Kinder ausüben, wenngleich selbst du sicherlich nicht leugnen kannst, dass die "althergebrachten Klischees" über chinesische Sportinternate nicht völlig aus der Luft gegriffen sind. Die Berichtserstattung rund um Peking 2008 hat da schon ziemlich Wellen geschlagen. Und selbst wenn diese von der "westlichen Brille" eingefärbt ist und nur 50 Prozent davon stimmen sollte, wurden auf systematische Art und Weise in China Verbrechen an Kindern begangen (klassisches Beispiel: Turnen), die es so hier in Deutschland in dem Umfang nicht hätte geben können. Aber auch ich habe mitbekommen, dass sich seitdem einiges verändert hat (wirklich genug?) und bin mir darüber im Klaren, dass es da sicherlich auch nochmal große Unterschiede zwischen den Sportarten gibt.

Worauf ich mit meinem Beitrag eigentlich hinauswollte sind nicht spezielle Trainingsmethoden oder skandalöse Einzelfälle, sondern vielmehr die allgemeine Einstellung zum Thema Leistungssport. Interessanterweise gibt es dazu auch einen kleinen tischtennisspezifischen VideoClip von arte, der sehr kindsgerecht das Thema beleuchtet und offensichtlich nichts negativ einfärben möchte.


Dauert nur knapp drei Minuten, bringt in dieser Zeit aber einiges zum Ausdruck, von dem ich froh bin, dass es das hier in Deutschland in der Form nicht gibt.

Was ich meine :
1. Eine große Bereitschaft, Kinder schon früh aus dem Elternhaus ins Internat zu schicken (hier anscheinend mit 9).
2. Zustände im Internat (hier 6er-Zimmer), die relativ wenig Privatssphäre ermöglichen
3. Trainingsumfänge von täglich 4 Stunden für "irgendeinen 9-jährigen"?
4. Bestrafungssysteme (wenngleich hier keine Details genannt werden)

Wolf darf mich gern korrigieren (Ernst gemeint!), wenn es sich bei der Doku mittlerweile um eine völlige Ausnahme handeln sollte und alle anderen Tischtennis-Internate in China völlig anders funktionieren. So wie hier dargestellt, gibt es das allerdings in Deutschland nicht mehr. Und das finde ich auch gut so. Sicherlich ist dieses System aber ein Zahnrad im Erfolgsmodell der Chinesen (neben den modernen Trainingsmethoden...das glaube ich Wolf gern). Und wenn man dann überlegt, wie man den Deutschen Nachwuchs wieder auf Medallienkurs bringt, dann bitte nicht, indem man solche Dinge kopiert, wie im Video dargestellt. Darauf wollte ich in meinem vorigen Beitrag hinaus.

Und vielleicht nochmal am Rande etwas zu folgendem Zitat von dir, Wolf:

Zitat:
Zitat von Wolf11 Beitrag anzeigen
Heute sind das 24jährige moderne junge und erfolgreiche Frauen, die ihren Weg gehen und die mit ihren heutigen aber auch damaligen Trainern ein sehr gutes und freundschaftliches Verhältnis auf Augenhöhe haben, und die dankbar sind, dass man ihnen diese Chance gegeben hat und Zeit mit ihnen investiert hat, die sie zu den sportlich erfolgreichen und gesellschaftlich unabhängigen Frauen gemacht hat, die sie heute sind
Ich habe lange überlegt, warum sich so viele (einschließlich mir) von deinen Beiträgen so getriggert fühlen. Auch ich erkenne deine fachliche Expertise und dein Insidewissen an (danke dafür!), kriege aber immer eine kleine Krise bei solchen und ähnlichen Aussagen von dir. Vielleicht liegt das an meinem DDR-Backround: So wie du manchmal über verschiedene Sportlerinnen schreibst, könnte das 1:1 in einer DDR-Zeitung oder im DDR-Fernsehen formuliert sein. Man redet in der dritten Person über jemanden, wie toll sie ist, wie dankbar sie dem System ist, wie gut sie sich gefördert fühlt, wie toll sie sich mit allen Trainern versteht usw.
Ich glaube dir ja, dass du die betreffenden Personen kennst, aber aus der Perspektive eines dritten wirken solche Aussagen ziemlich befremdlich, zumal du sie in ähnlicher Form auf viele Spielerinnen oder Trainer anwendest. Mit der Zeit zweifelt man dann doch an, ob wirklich bei allem, vowon du berichtest immer Friede, Freude, Eierkuchen besteht.

Ich bin der letzte, der sagt, dass du damit aufhören sollst. Hier kann jeder schreiben, was er will, solange man nicht gegen die Forumsregeln verstößt. Mir ist nur gerade bei deinem letzten Beitrag aufgefallen, was mich persönlich daran so stört. Vielleicht für dich interessant. Wenn nicht, gleich wieder vergessen...

Geändert von Oldkid (22.07.2024 um 17:19 Uhr)
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  #203  
Alt 22.07.2024, 17:23
Oldkid Oldkid ist offline
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AW: Jugend Europameisterschaften 2024 (12.07. - 21.07.2024, Malmö, SWE)

Finde auch, dass man zufrieden sein kann. Das ist zwar eine abgenutzte Phrase, dass "Medaillien nicht alles sind und der Gesamteindruck wichtig ist", trifft hier aber voll zu.

U15 Jungen mit Ergebnissen über dem Erwartbaren

U19 Jungen in der Breite ziemlich gut (Ullmann mit anscheinend mit kleinem Formtief und Bertelsmeier mit unglücklicher Auslosung)

U15 Mädchen mit Europameistertitel und Einzelbronze und das obwohl die amtierende Deutsche Meisterin verletzt war

U19 Mädchen mit neuen Lichtblicken durch Merk und Morsch. Griesel vielleicht durch Abi-Strapazen nicht unbedingt vollkommen auf der Höhe
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  #204  
Alt 22.07.2024, 17:41
SM-Billabong SM-Billabong ist offline
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AW: Jugend Europameisterschaften 2024 (12.07. - 21.07.2024, Malmö, SWE)

Zitat:
Zitat von Quizard Beitrag anzeigen
Bei den Junioren U19 ist es nicht so schlecht.
Bertelsmeier hat doch eigentlich ganz gut gespielt und hat in einem wirklich hochklassigen Spiel gegen Flavien Coton verloren (kann passieren). Das Endspiel war dann meiner Meinung nach deutlich schlechter, da Flavien Coton sehr viele einfache Fehler gemacht hat (eigentlich sehr untypisch für ihn).
Auch Manuel Prohaska fand ich ganz gut. Er hat ja immerhin noch 2 Jahre in dieser Altersklasse. Bei Wim Verdonschot hätte es natürlich besser laufen können, aber schlecht war das wirklich auch nicht.
Zitat von tischtennis.de, online gestellt gestern abend:

"U19-Trainer Dustin Gesinghaus komplettiert den Trainer-Rückblick der Jugend-EM: *Am Ende ist es viel Licht und Schatten. Ich bin grundsätzlich mit der Teamleistung zufrieden. Wir haben unsere Zielsetzung, es besser zu machen als letztes Jahr, erreicht", sagt er. Im Einzel habe man durchaus Chancen liegen lassen. *Lleyton verliert im siebten Satz ganz knapp sein erstes Match, Andre verliert im siebten Satz das Viertelfinale mit der Medaille vor Augen. Wim hat es nicht geschafft, gegen Leon Benko seine Leistung zu zeigen. Manuel hat besser performt als erwartet und sich immer weiter steigern können, obwohl er körperlich am Ende war. Matej hat es für sein erstes Jahr solide und seriös gemacht", weiß der Bundestrainer. Auch im Doppel habe man in fünf Sätzen knapp verloren. Nun blickt Gesinghaus bereits auf das nächste Jahr: *Im Individualwettbewerb war es ein Turnier der ausgelassenen Chancen, das wollen wir nächstes Mal besser machen."

"Ich bin grundsätzlich mit der Teamleistung zufrieden". Ich sage mal: Platz 2 war das absolute Maximum, erreicht auch wegen guter Auslosung und fehlender Topleute bei Frankreich und vor allem Polen; außerdem, weil die Mannschaft spielerisch, taktisch und kämpferisch alles rausgeholt hat, die knappen Spiele gewonnen hat und auch Verdonschot einen Tick besser gespielt hat als erwartet. Da darf der Trainer aus meiner Sicht gerne etwas euphorischer reagieren.

Wenn man sich überlegt, wie die Mannschaft nächstes Jahr aussehen wird: Ullmann und Prohaska + einen dritten Spieler. Puh, da sollte man eher mit dem Viertelfinale hochzufrieden sein, meine ich. Vor allem, wenn Ullmann in ähnlicher Form wie jetzt spielen sollte.

Rumänien nach drei Mannschafts-Titeln hintereinander kann dann noch Chririta aufbieten, dazu wohl Dragos Bujor (und vielleicht Cuesdan oder den jungen Istrate).
Viele der anderen Topmannschaften können nächstes Jahr wieder mit derselben Mannschaft antreten wie dieses Jahr: Polen mit Redzimski (der hoffentlich nächstes Jahr wieder mitspielt, kann Zalewski problemlos ersetzen), Blaszczyk, Zyworonek. Ungarn mit Szantosi, Lei, Varga. Slowakei mit Arpas und Floro. Frankreich mit Coton, Lam, Noirault. Gegen diese Mannschaften ist man Außenseiter. Dazu noch einige Teams, die einen starken Einser haben...
Wie gesagt: Viertelfinale nächstes Jahr wäre ein gutes Ergebnis. Einen Typ "Bertelsmeier", der sicher seine Spiele gewinnt, gibts dann nicht mehr.

Und zu den Individualwettbewerben: Da finde ich die Einschätzung des Trainers auch etwas hart. Klar, Ullmann und Haspel haben nicht performt in der Mannschaft und dann etwas Pech gehabt. Prohaska und Verdonschot haben für mich eher etwas besser gespielt als erwartet. Von beiden hätte ich eher erwartet, dass sie eine Runde früher ausscheiden. Das Niveau ist ab dem Sechzehntelfinale schon sehr hoch.
Prohaskas 2:4 gegen Szantosi ist aller Ehren wert. Verdonschots Gegner Benko war schon das ganze Turnier über einfach gut drauf und kam immerhin bis ins Halbfinale.
Bertelsmeier hatte ne ganz gut Auslosung, aber ab dem Viertelfinale sind´s halt für Ihn auch nur noch 50:50-Spiele. Hätte er gegen Coton gewonnen, hätte er danach gegen Istrate spielen müssen....

Zum Satz des Trainers: *Im Individualwettbewerb war es ein Turnier der ausgelassenen Chancen, das wollen wir nächstes Mal besser machen."
Chancen besser nutzen, ist immer ein nettes (und ziemlich plattes) Ziel. Aber nächstes Jahr mit Ullmann und Prohaska, vielleicht Luis Kraus, vielleicht Haspel, vielleicht Hersel...besser als Viertelfinale und Achtelfinale wirds da auch keinen Fall.

Geändert von SM-Billabong (22.07.2024 um 17:44 Uhr)
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  #205  
Alt 22.07.2024, 18:40
Benutzerbild von Wolf11
Wolf11 Wolf11 ist offline
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Wolf11 hat einen schlechten Ruf und wird öfters nicht mehr ernst genommen (Renommeepunkte mindestens -100)
AW: Jugend Europameisterschaften 2024 (12.07. - 21.07.2024, Malmö, SWE)

Sehr viele interessante Fragen, Chris, von denen ich Dir gerne einige beantworte (Ich hoffe, Quizard kann damit leben, zumal es ja nicht ich war, der hier das Thema „China“ ins Spiel gebracht hat).

Zitat:
Zitat von Chris21272 Beitrag anzeigen
Was unterscheidet das chinesische von dem deutschen oder europäischen Training? Warum sind die Chinesen (oder überhaupt Asiaten)erfolgreicher? Ist es, weil die Talente schon früher *gesichtet* werden und beim TT ein früher Start wichtiger als in anderen Sportarten ist? Es fällt ja schon auf, dass bei europäischen Talenten immer die Eltern auch spielen. Ist es weil man aus einer viel größeren Masse von spielwilligen Talenten auswählen kann?
Von allem etwas, Chris

Der Unterschied zwischen chinesischen und deutschem Training ist elementar, aber natürlich sind die ganzen Strukturen, die da zunächst einmal den Unterschied machen. Tischtennis ist in China die Sportart Nummer 1 und nimmt daher schon im Schulsport eine ganz wichtige Rangordnung ein. Daher gibt es in China schon ganz andere Möglichkeiten der Talentsichtung, da dort praktisch jedes Kind mal unter Lehraufsicht den Tischtennisschläger in der Hand gehalten hat und damit gespielt hat. Das ist ganze Welten von dem entfernt, was es bei uns gibt. Es gibt daher schon in der Schule eine spielerische und kindgerechte Vorsichtung, was das Talent in punkto Ballgefühl etc. angeht.

Hier wird also der 2.Punkt sichtbar, nämlich die Tatsache, dass der Pool, aus dem Talente gesichtet und entdeckt werden können, um ein Ungleiches größer ist als irgendwo sonst auf der Welt bzw. in Europa. Für diejenigen Schüler und Jugendlichen, die ein Mindestmaß an Talent, was Ballgefühl etc. anbetrifft, erkennen lassen, und die dazu auch motiviert sind, werden dann jeweils nach der Schule sogenannte Förderkurse abgehalten, die dann meistens so etwa gut 2 Stunden andauern, manchmal auch bis zu 3 Stunden, was aber sozusagen in die schulische Ausbildung integriert wird, was bedeutet, dass die Jugendlichen dann dort auch entlastet werden. Diese Förderkurse werden sehr altersgerecht und auch mit spielerischen Komponenten durchgeführt.

Die Ausbildung ist also schon hier, an der unteren Stufe, sehr detailliert. Die Talentsichtung baut sich hier vor allem auf 4 Säulen auf, die hier als Komponenten getrennt zu Rate gezogen werden. Das ist zum

1.) Das Ballgefühl und die Anpassung verschiedener Spieltechniken
2.) Körperliches Vermögen, Schnellkraft, Reaktionsvermögen, Explosivität
3.) Taktisches Verständnis, Spielntelligenz
4.) Mentale Stärken

Auch hier wird aber darauf Wert gelegt, dass bei dieser Talentsichtung auch immer der Spaß der Schüler und Jugendlichen als eine wichtige Komponente dabei ist, weil man, wie gesagt, längst in China zu der Erkenntnis gekommen ist, dass man nur mit dem Wecken des Enthusiasmus der Jugendlichen auch gute Spielerinnen und Spieler aus ihnen entwickeln kann.

Und das ist natürlich auch ein weiterer wichtiger Baustein in diesem System, denn durch die riesige Anzahl der Talente wäre ein Einsetzen von autoritären Ansagen oder gar Zwang völlig kontraproduktiv, da sich bei der großen Anzahl der Talente dies von selbst reguliert, da ab einem gewissen Punkt nur noch diejenigen weiter dabei sind, die das auch wirklich so wollen.

Aus diesen Förderkursen entwickeln sich dann mehrere weitere Entwicklungs-Stufen, deren Beschreiben hier jetzt etwas zu weit führen würde, aber schon hier kann man natürlich die besonders talentierten Sportler-/innen schon sehr gut definieren. So sind beispielsweise die neue asiatische Jugendmeisterin U15, Hu Yi, und die gerade 12 jahre alt gewordene Team-Asien Meisterin Zhu QiHui, schon ganz konkret als 9jährige Schülerinnen bei diesen Förderkursen gezielt gesichtet und betreut worden.

Danach gehen dann die Talentiertesten ihren Weg weiter. Sie werden in regionalen Kadern und dann in den nationalen Kadern integriert, unterteilt in D-, C-, B- und A-Kader, die kontinuierlich durchlaufen werden. Nun sind die Jugendlichen etwa 12-13 Jahre alt und das Training wird intensiver, aber immer unter der Prämisse des kindergerechten Trainings und wo immer es auch geht, unter der regelmäßigen Hinzuziehung der Eltern. Das war auch der Zeitpunkt, als damals Jugendliche wie Qian TanYi, Shi XunYao oder Wang XiaoTong zu uns kamen, zuvor beospielsweise auch Chen XingTong. Sie werden dabei im schulischen Bereich unterstützt, ihnen werden da auch persönliche Hilfslehrer zugeteilt und es wird auch darauf geachtet, dass sie auch ihre Freizeit behalten und auch noch andere jugendgerechte Dinge tun. Das Training wird nun nicht unbedingt zeitaufwändiger, sondern eher innerhalb der vorgegebenen Zeit intensiver.

Wichtig dabei: Die Jugendlichen können immer „Nein“ sagen. Sie können jederzeit aufhören. Da heisst es nicht: Jetzt haben wir schon soviel Zeit in Dich intensiviert, jetzt musst Du dabei bleiben“. Das war vielleicht früher mal so, aber das gehört schon längst der Vergangenheit an. Nur wenn die Jugendlichen auch wirklich wollen und dabei ihren Spaß haben, macht es Sinn.

Ein weiterer ganz typischer Punkt ist das auch immer wieder durchgeführte gemeinsame Training zwischen Mädchen und Jungs, was es in Europa so gut wie überhaupt nicht gibt. Hier wird die überlegene Athletik der Jungs und das überlegene Reaktionsvermögen der Mädchen gut in diese gemeinsamen Trainings integriert.

Ganz wichtig bei diesen ganzen Trainings schon von frühester jugend an ist das Einbinden von Wettkämpfen in das Training. Das fördert den Enthusiasmus der Jugendlichen, aber es befördert auch schon sehr früh ihr Verständnis, warum und wieso man diese oder jene Taktik spielt. Man kann hier etwa den Anteil von echtem Wettkampf-Training etwa mit mindestens einem Drittel des Gesamttrainings ansetzen

Im Alter von 14,15 wird dann das Thema Athletik und Fitness intensiviert, die stärksten Mädchen und Jungs sind inzwischen im Jugend B- oder A-Kader. Und dann kommt sozusagen die Königsdisziplin, nämlich das Thema „Mentale Stärke“, was in Europa nach meiner Meinung sehr vernachlässigt wird. Hier sind gerade die chinesischen Mädchen um die 15,16 Jahre ihren europäischen Gegnerinnen meilenweit überlegen. Es gibt in diesem Bereich für die Mädchen des B- und A-Kaders viele theoretische Schulungen zur Stärkung ihrer mentalen Fähigkeiten. Und die Jugendlichen werden dann auch in diesen Entwicklungsprozess aktiv eingebunden. So gibt es beispielsweise viele Diskussionsrunden mit den Trainern über Methodik, Technik und den individuellen Befindlichkeiten, was auch wiederum das Selbstvertrauen der Jugendlichen stärkt………..Es wird nun auch großer Wert darauf gelegt, dass alle denkbaren Spielstysteme angewendet werden können und Jugendliche aller Spielsysteme an dem Trainingsbetreib beteiligt sind.

Die Jugendlichen dieser Top-Kader trainieren normalerweise so etwa dreieinhalb bis 4 Stunden am Tag am Tisch, aufgeteilt in 2 Sessions, vor großen Turnieren auch mal 5 Stunden, dazu kommt oft noch eine Stunde Fitness, Massage etc. Wie man hier also sehen kann, wurde der Zeitraum gar nicht mal so sehr gesteigert zu den Anfängen, wohl aber die Intensität und vor allem die Qualität des Trainings.

Und schliesslich, zum Schluss, für die wirklichen jugendlichen Top-Spielerinnen, kommt natürlich das perfekt entwickelte Analysen-System hinzu, was diesen Jugendlichen dann bei den Wettkämpfen zur Verfügung gestellt wird. Das Spiel der Gegner wird analysiert und förmlich seziert und wird den Jugendlichen zur Verfügung gestellt.

Als wir damals Qian TianYi und Shi XunYao zu der Jugend-WM nach Bendigo, Australien schickten, wussten die im Detail genau wie ihre Top—Gegnerinnen spielten.. Das waren auch schon damals vor allem die Japanerinnen um Miyuu Kihara, Miyu Nagasaki und Sastuki Odo, aber auch Adriana Diaz oder Bruna Takahashi. Am Ende standen Qian TianYi und Shi XunYao gegeneinander im WM-Finale und lieferten sich ein dramatisches 7-Satz-Match, einfach weil sie einfach die Fittesten waren, die ballsichersten, die mental stärksten und weil sie genau wussten, wie ihre Gegnerinnen spielten.

Aber, wie oben schon mal geschrieben: In all den Jahren war da niemals auch nur der leiseste Ansatz von Zwang dabei. Die beiden hatten eine schöne Jugend, machten das, woran sie Spaß hatten und man musste sie viel öfter bremsen, weil sie zuviel machen wollten. Und das sehe ich nicht nur aus einer rosarot gefärbten Brille so, sondern diese Rückmeldung bekomme ich auch heute noch, 6 Jahre später.

Zitat:
Zitat von Chris21272 Beitrag anzeigen
Irgendwann in der Josie Neumann Doku sagte sie, dass sie noch viel mehr trainieren muss um mit den Chinesinnen mitzuhalten. Ist das Pensum dort tatsächlich höher?
Das hab ich oben ja schon beantwortet. Das Trainingspensum ist in China gar nicht mal so exorbitant größer, aber es ist deutlich intensiver und in seiner auf Lestungsspitze angelegte Charakteristik sicherlich zielführender.

Zitat:
Zitat von Chris21272 Beitrag anzeigen
Sind die Japanerinnen wie Mima Ito oder Miwa Harimoto tatsächlich durch viele frühe Turniereinsätze *verheizt* oder ist es nur, dass sie einfach zu bekannt für die Chinesinnen sind, weil ihr Spiel bereits *ausgelesen* wurde?
Hier liegt die Wahrheit sicherlich in der Mitte. Ich persönlich bin der Meinung, dass man in Japan da den jungen Talenten einfach zuviel zumutet und finde einen behutsameren Aufbau, wie bei Kuai Man beispielsweise, deutlich besser.
Aber dazu kommt natürlich dadurch auch, dass man in China natürlich viele dieser Spielerinnen komplett durchanalysiert und „ausgelesen“ hat. Mima Ito ist da das beste Beispiel. Sie war jahrelang China’s größte Bedrohung und man hat dort ihre Spielweise komplett seziert. Nun ist sie 24 und hat die letzten 40 Spiele gegen die Chinesinnen nahezu alle verloren. Das ist dann extrem schwierig für alle Gegnerinnen.

P.S.
@ oldkid

Habe Dein Posting erst nach Fertigstellung dieses Postings gelesen und antworte Dir gerne nochmal später darauf. Danke schon mal für Deine Rückmeldung.
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  #206  
Alt 22.07.2024, 19:05
Matousek Matousek ist offline
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Zu China, meine mal gelesen zu haben, dass von der Parteispitze vorgegeben wurde, mehr in den Fußball zu investieren. Vmtl weil dieser Sport weltweit halt eine größere Aufmerksamkeit hat, damit verbunden, dass da auch viel mehr Geld im Spiel ist. Auch wenn die Partei eine KP ist, scheint kapitalistisches Denken eine größere Rolle zu spielen als man vermuten will.

Der Sport an sich erfährt da auch mehr staatliche Unterstützung, die es bei uns, zumindest so lange es demokratische Strukturen gibt, der Sport an sich niemals bekommen wird.

Jugendarbeit auf Leistungssportebene nur nach Medaillen zu bewerten, zumal im Einzelsport, sollte nicht das vorderste Ziel sein. Wer denkt da in ein paar Jahren noch daran.
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  #207  
Alt 22.07.2024, 19:09
Rockprophet Rockprophet ist offline
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Zitat:
Zitat von SM-Billabong Beitrag anzeigen
Bertelsmeier hatte ne ganz gut Auslosung, aber ab dem Viertelfinale sind´s halt für Ihn auch nur noch 50:50-Spiele. Hätte er gegen Coton gewonnen, hätte er danach gegen Istrate spielen müssen....
Ja, grundsätzlich ist er ein wenig kritisch, aber hier muss ich dann doch widersprechen. Die Auslosung war für Bertelsmeier der Worst Case. Sowohl gegen Istrate, als auch gegen Movileanu, hat er seine letzten Spiele gewonnen. Gegen Istrate in diesem Jahr bereits zweimal, gegen Movileanu einmal. Und gegen beide auch bei einem großen Turnier - der U21-EM. Gegen Istrate dann nochmal beim Star Contender in Tunis danach. Ich lehne mich mal aus dem Fenster und bin mir recht sicher, dass er in jedem anderen Viertel eine Medaille gewinnt. Coton ist tatsächlich der einzige Starter (neben Chirita), gegen den er noch nie gewinnen konnte. Und beide sind in seinem Viertel gewesen. Das ist schon wirklich sehr unglücklich.

Ansonsten wird das sicher im nächsten Jahr schwieriger werden. Aber nochmal - auch letztes Jahr hat niemand damit gerechnet, dass Bertelsmeier bei der Veranstaltung ein Jahr später lediglich zwei Einzel verlieren wird. Ich glaube daher keinen Prognosen mehr, die die Entwicklung von jungen Sportlern über mehrere Monate hinweg voraussagen wollen. Und auch ich teile die hier angesprochene Meinung, dass der so tot gesagte männliche Nachwuchs vielleicht doch wiederbelebt wurde oder es zumindest den ein oder anderen Anlass für etwas mehr Optimismus gäbe. Auch das wurde bereits getan hier - aber auch ich würde dem DTTB-Nachwuchstrainerteam da gerne nochmal ein Kompliment für die Arbeit der vergangenen zwei Jahre aussprechen.

Geändert von Rockprophet (22.07.2024 um 19:16 Uhr)
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  #208  
Alt 22.07.2024, 19:16
Lexmark Lexmark ist offline
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Zitat:
Zitat von Matousek Beitrag anzeigen
Zu China, meine mal gelesen zu haben, dass von der Parteispitze vorgegeben wurde, mehr in den Fußball zu investieren. Vmtl weil dieser Sport weltweit halt eine größere Aufmerksamkeit hat, damit verbunden, dass da auch viel mehr Geld im Spiel ist. Auch wenn die Partei eine KP ist, scheint kapitalistisches Denken eine größere Rolle zu spielen als man vermuten will.

Der Sport an sich erfährt da auch mehr staatliche Unterstützung, die es bei uns, zumindest so lange es demokratische Strukturen gibt, der Sport an sich niemals bekommen wird.

Jugendarbeit auf Leistungssportebene nur nach Medaillen zu bewerten, zumal im Einzelsport, sollte nicht das vorderste Ziel sein. Wer denkt da in ein paar Jahren noch daran.
Wie war das nochmal? Zumindest so ungefähr:
Die Bundesregierung pumpt ca. Mio 300 pro Jahr in den Leistungssport.
Allein das College in den USA von den Neugebauer hat ein
Budget von Mio 230.
Das sagt doch eigentlich alles über das allgemeine Interesse in Deutschland am Spitzensport.
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  #209  
Alt 22.07.2024, 19:17
Lexmark Lexmark ist offline
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Zu China, meine mal gelesen zu haben, dass von der Parteispitze vorgegeben wurde, mehr in den Fußball zu investieren. Vmtl weil dieser Sport weltweit halt eine größere Aufmerksamkeit hat, damit verbunden, dass da auch viel mehr Geld im Spiel ist. Auch wenn die Partei eine KP ist, scheint kapitalistisches Denken eine größere Rolle zu spielen als man vermuten will.

Der Sport an sich erfährt da auch mehr staatliche Unterstützung, die es bei uns, zumindest so lange es demokratische Strukturen gibt, der Sport an sich niemals bekommen wird.

Jugendarbeit auf Leistungssportebene nur nach Medaillen zu bewerten, zumal im Einzelsport, sollte nicht das vorderste Ziel sein. Wer denkt da in ein paar Jahren noch daran.
Wie war das nochmal? Zumindest so ungefähr:
Die Bundesregierung pumpt ca. Mio 300 pro Jahr in den Leistungssport.
Allein das College in den USA von dem Neugebauer hat ein
Budget von Mio 230.
Das sagt doch eigentlich alles über das allgemeine Interesse in Deutschland am Spitzensport.

Geändert von Lexmark (22.07.2024 um 19:18 Uhr) Grund: X
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  #210  
Alt 22.07.2024, 19:59
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AW: Jugend Europameisterschaften 2024 (12.07. - 21.07.2024, Malmö, SWE)

So, jetzt auch gerne noch eine Antwort zu Deinem Posting, oldkid

Zunächst einmal: Natürlich ist nicht alles aus der Luft gegriffen, was es da früher auch an Vorwürfen gab, Gerade die Sportart *Turnen* stellte da kein gutes Vorbild da und da haben sich sicher in der Vergangenheit in vielen Nationen sogenannte Trainer oder Verantwortliche schuldig gemacht, sei das in China, sei das in Rumänien oder Russland, aber sicher auch in den USA oder Deutschland. Und es ist gut, wenn da solche Missstände, wie in dieser Arte-Doku aufgedeckt werden. Aber auch andere Sportarten wie Eiskunstlauf, Schwimmen usw.

Was China betrifft, und darüber kann ich eben auch aus eigener Anschauung und eigenen Erfahrungen sprechen, hat sich gerade im Bereich Sport, Trainingsmethodik, Menschenführung in den letzten 2 Jahrzehnten extrem viel verändert und man kann die Dinge aus dem letzten Jahrhundert nicht mehr mit der heutigen Zeit vergleichen. Etwas, was übrigens auch auf nicht wenige anderen Nationen ebenso zutrifft.

Generell verstehe ich da auch Deinen Ansatzpunkt vollkommen und möchte Dir auch kurz zu Deinen 4 Punkten antworten, die Du hier aufgeführt hast und von denen Du froh bist, dass es sie bei uns nicht gibt, aus der Sicht des chinesischen Trainingssystems und meiner Erfahrungen.

Zitat:
Zitat von Oldkid Beitrag anzeigen
1. Eine große Bereitschaft, Kinder schon früh aus dem Elternhaus ins Internat zu schicken (hier anscheinend mit 9).
In dem Bereich, wo ich tätig war, wurde dies frühestens im Alter von 12 Jahren bei den Jugendlichen gemacht, und hier auch nur zeitweise, also zu Trainingscamps, Intensiv-Lehrgängen oder zu besonderen Anlässen. Die Eltern waren immer über alles informiert, die Jugendlichen standen ständig im Kontakt mit ihnen. Aber das war, in diesem Alter, wie gesagt nur zeitweise und auch nur im Bereich der A- und B-Kader, also der Jugendlichen, die schon sehr weit gekommen waren. Die meiste Zeit verbrachten sie bei ihren Eltern.

Im Alter von 14,15 Jahren ändert sich das dann insofern, dass es echte Sport-Internate sind, wo die Jugendlichen dann auch länger am Stück dort sind. Aber auch hier immer unter Hinzuziehung der Eltern. Hier begannen die Jugendlichen dann schon auf großen Jugendturnieren überall in der Welt zu spielen. Das ist dann aber auch schon ein Alter, wo die Jugendlichen das förmlich fordern. Ich denke, dass das auch eine sehr wichtige und gute Erfahrung für die Jugendlichen für ihr späteres Leben ist und habe dieses *Fordern und Wollen* der Jugendlichen auch immer von ihnen gespiegelt bekommen. Diese Sport-Internate sind aber nicht die einzige Möglichkeit. So haben beispielsweise auch viele der von uns betreuten Jugendlichen damals bei Gastfamilien gelebt.

Zitat:
Zitat von Oldkid Beitrag anzeigen
2. Zustände im Internat (hier 6er-Zimmer), die relativ wenig Privatssphäre ermöglichen
Kann ich zumindest für meinen damaligen Bereich nicht so bestätigen. Die Jugendlichen waren in 2er-Zimmern untergebracht oder lebten bei Gastfamilien und hatten selbstverständlich so auch ihre Privatsphäre.

Zitat:
Zitat von Oldkid Beitrag anzeigen
3. Trainingsumfänge von täglich 4 Stunden für "irgendeinen 9-jährigen"?
Das hab ich ja in meinem Vorposting ja schon beschrieben. Frühestens ab 12 Jahren ein Pensum von 4 Stunden, hier aufgeteilt auf 2 Sessions, integriert in schulische Belange, wo sie entlastet wurden. Und dies eben nur im Spitzenbereich. Wie gesagt, meine Erfahrung damals war, dass man die Mädchen eher oft bremsen musste, weil sie nach den jeweils 2 Stunden oft kein Ende fanden und noch dies oder jenes ausprobieren wollten

Zitat:
Zitat von Oldkid Beitrag anzeigen
4. Bestrafungssysteme (wenngleich hier keine Details genannt werden)
Ist heutzutage nur noch ein reines Klischee und ein Vehikel aus der Vergangenheit. In all den Jahren in China gab es nicht eine einzige Strafaktion und die hätt ich auch nicht mitgemacht. Der Ehrgeiz und die Lust auf Leistung muss aus den Jugendlichen selbst kommen. Die Aufgabe eines guten Trainers ist es, den Enthusiasmus und die Begeisterung bei den Jugendlichen zu wecken. Wer auf Bestrafungen zurückgreifen müsste, hat versagt. Zu dieser Erkenntnis ist man im chinesischen Tischtennis schon vor vielen, vielen Jahren gekommen.

Und jetzt noch ganz kurz zu Deinem letzten Abschnitt:

Ich bin für konstruktive Kritik immer dankbar und nehme die auch gerne an, wenn sie so sachlich wie in Deinem Fall vorgebracht wurde,

Ich habe nie in der DDR gelebt, bin im Westen aufgewachsen und räume ein, dass da so ein Satz wie den, den Du von mir zitiert hast, vielleicht dann auch völlig anders rüberkommt, als er von mir gemeint war. Triggern wollte ich damit jedenfalls niemanden. Es ist auch nirgendwo alles Friede-Freude-Eierkuchen und es laufen überall Dinge, wie sie eigentlich nicht immer sollen.

In diesem konkreten Fall wollte ich auch überhaupt nicht ausdrücken, dass die beiden angesprochenen Spielerinnen *dem System* dankbar sind, sondern einfach, dass sie den Menschen dankbar gegenüber sind, die sie auf ihrem Weg ganz konkret begleitet haben. Und das ist auch keine Einbahnstraße, denn auch ich bin dankbar für all die vielen Erfahrungen, die ich mit ihnen haben konnte und auch heute noch habe. Und ich freue mich halt darüber, was aus den beiden Mädels (und anderen) geworden ist.

Und dass ich über viele mit sehr lobenden Worten schreibe (so wie ja auch gestern über Jeon Ji-Hee) hängt wohl auch damit zusammen, dass ich solche schönen Erfahrungen mit diesen Sportlerinnen gerne teile, während ich über andere, die mir eher unsympathisch sind, eher den Mantel des Schweigens decke. Viele machen es ja umgekehrt und mäkeln an allen und allem herum und machen jeden nieder, während sie Lob für so gut wie niemanden übrig haben.

Danke aber nochmal für Deinen für mich nützlichen Hinweis.

Geändert von Wolf11 (22.07.2024 um 20:05 Uhr)
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