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| Schiedsrichter- und Regelbereich & Rechtliches Alles rund um Schiedsrichter, Regeln, rechtliches (Vereinsrecht, Gesetze). Regelfragen, strittige Situationen, zu viele Regeländerungen oder neue Ideen für TT, Erfahrungen als/mit Schiedsrichter(n), Ausbildung, usw. |
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#1
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Ich möchte ein weit verbreitetes Thema aufgreifen, dass schwer einzufangen ist. Zum Glück kein Massenphänomen, aber trotzdem weit verbreitet, Tendenz leider steigend (gerade i.V.m. der doppelten Spielberechtigung). Vielleicht gibt es hier ja Praxistipps z.B. von Spielleiter*innen und Vereinen, wie man hier vorgehen kann.
Ausgangslage: Voraussetzung für die Beantragung einer Spielberechtigung oder den Wechsel der Spielberechtigung ist die Mitgliedschaft im Verein. D.h. bei einem Vereinswechsel z.B. zum 1.7. eines Jahres bestätigt der beantragende Verein automatisch, das die/ der Spieler*in auch Mitglied im Verein ist. D.h. ohne Vereinsmitgliedschaft ist ein*e Spieler*in nicht spielberechtigt und darf nicht gemeldet werden (mal abgesehen von versicherungstechnischen Fragen bei einem Unfall hinsichtlich der Frage von Vereinsversicherung und Haftung für den Verein). In der Praxis kann man das in manchen Fällen stark anzweifeln, in anderen Fällen weiß man es sogar, weil die/ der Spieler*in oder der Verein das offen zugibt. Mir fallen da vier weit verbreitete Spielarten ein ... 1.) Spieler*innen sind auf Vereinssuche, weil sie z.B. zugezogen oder wechselwillig sind. Beim Willkommensgespräch kommt das Gespräch dann auch auf das Thema Mitgliedschaft, i.d.R. 3x Probetraining und dann Entscheidung Mitgliedschaft. Dabei haben mir schon öfters Spieler (in dem Fall tatsächlich nur Männer) gesagt, dass sie in Verein X und Y auch ohne Mitgliedschaft im Verein trainieren und am Spielbetrieb teilnehmen können - und ihnen eine Vereinsmitgliedschaft zu teuer sei. Beim Hinweis, dass dies formal verboten ist, kommt i.d.R. keine Reaktion. Es gibt einzelne Vereine, die das im großen Stil machen, um Spieler über die Null-Euro-Strategie an sich zu binden und die Mitgliedschaftsklärung auf später oder nie verschieben. Manchmal wird sogar schon beim ersten Trainingsbesuch ohne Kenntnis der Betroffenen mit dem erfragten Namen der Wechsel beantragt. Ich habe schon Betroffene erlebt. Einzige Chance war, dies beim Verband anzuzeigen, was sie sich dann i.d.R. nicht getraut haben, sich mit der Situation arrangiert haben oder zum nächsten Wechseltermin dann regulär gewechselt sind. Für den Verein, der das systematisch macht, war es ein Missverständnis in einem Einzelfall. 2.) Es gibt Spieler*innen, die mit TT aufhören und aus dem Verein austreten, aber trotzdem weiter gemeldet werden - gerade solange sie noch keinen RES haben und zur Sollstärke beitragen. Gerade neulich wieder passiert, dass ein Verein offen nach dem Spiel erzählt hat, dass Spieler X aufgehört hat und zum Jahresende ausgetreten sei. Deshalb hat man ihn mit einem anderen Spieler im Austausch zur Rückrunde in die erste Mannschaft gemeldet, damit der andere Spieler dann in beiden Teams spielen kann und er in der Ersten als Strohmann zur Sollstärke beiträgt. Mit Vereinsmitgliedschaft völlig ok, ohne ist er nicht spielberechtigt und dürfte eigentlich nicht gemeldet werden. 3.) Im Zuge der doppelten Spielberechtigung unterhalb der Bundesligen und den damit verbundenen dubiosen Spieler*innenvermittlung und Portalen, gibt es zunehmend mehr Spieler*innen (i.d.R. aus dem Ausland), die "gemietet" in die höchsten Vereinsmannschaften als Meldetrick aufgestellt werden, damit sich die Vereine dann durch teamübergreifendes Rücken Vorteile verschaffen können. Viele diese Spieler*innen haben niemals die Halle ihres Vereines (oder das Land?) betreten und werden dies auch nicht tun. Dass sie zum Wechseltermin Vereinsmitglied wurden, ist äußerst unwahrscheinlich. Als Abweichung gibt es noch in der Ferne lebende "gekaufte" Spieler*innen, die für einzelne Einsätze eingeflogen werden. Auch hier werden die wenigsten Vereinsmitglied sein. Gerade bei Vereinen mit einer großen Anzahl solcher Spieler*innen in ihrer Meldung. 4.) Vereine mit besonders großer krimineller Energie haben sich in der Vergangenheit Phantasienamen ausgedacht oder Personen aus ihrem Umfeld rekrutiert, die noch nie einen TT-Schläger in der Hand hatten oder max. Parkniveau hatten. Diese wurden dann für Meldetricks genutzt, haben i.d.R. nie gespielt (außer in einem Fall, nach dem wegen anderer Vergehen Spieler gesperrt wurden, ist man dann in hoher Liga mit dem "Türsteher"und dem "Tankwart" oder so ähnlich ohne TT-Erfahrung angetreten). Nicht existierende Spieler*innen können schlecht Mitglied werden. Auch beim Modell "Tankwart" ist eine Mitgliedschaft eher unwahrscheinlich. Bei reinen Tischtennisclubs kann ein Vorstand ggf. 0-Euro-Mitgliedschaften im Einzelfall per Beschluss gewähren, um formal auf der sicheren Seite zu sein. Das geht in einem Mehrspartenverein natürlich auch, nur dass hier bei anderen Abteilungen etc. das Verständnis für solche Absichten fehlen sollte. Da gibt es vielleicht mal eine Sonderentscheidung aus sozialen Gründen auf Antrag, aber in den meisten Vereinen dürften nicht reihenweise 0-Euro-Mitgliedschaften durchgewunken werden. In den meisten Fällen weiß ein Hauptverein und dessen Geschäftsstelle gar nichts davon, wenn eine Tischtennisabteilung solche Machenschaften zelebriert. Hat auf jeden Fall internes Konfliktpotential. Kommen wir zum schwierigsten Punkt, der Überprüfung und des Nachweises. Formal bestätigt der Verein mit der Beantragung oder des Wechsels der Spielberechtigung die Vereinsmitgliedschaft. Bei der Mannschaftsmeldung kann er nur spielberechtigte Spieler*innen melden. Soweit ist hier der Verein in der Verantwortung. Was tun, wenn man berechtigte Zweifel hat, ob beim Gegner gemeldete (und zur Sollstärke beitragende) und eingesetzte Spieler*innen tatsächlich Vereinsmitglied sind - oder man sogar weiß, dass sie es nicht sind? Man kann dies der/ dem Spielleiter*in mitteilen. Hier kommt dann i.d.R. die Antwort "Da kann man nichts machen". Spielleiter machen das i.d.R. ehrenamtlich und die Tendenz geht zu einer Digitalisierung ohne Aufwand und immer mehr Spielklassen für einzelne Spielleiter*innen. Wenn ein Verein in einer Spielklasse so einen Verdacht anmeldet, müsste die/ der Spielleiter*in nach meinem Verständnis bei dem beschuldigten Verein mit einer Fristsetzung einen Nachweis anfordern, dass und ab wann bestimmte Spieler*innen Vereinsmitglied sind. Am besten direkt an die Geschäftsstelle des Hauptvereins. Dies könnte dann formal über eine Bestätigung von 1. Vorsitzenden und 2. Vorsitzenden oder der Geschäftsführung je nach Satzung erfolgen. Im Konfliktfall könnte auch eine notarielle Beglaubigung verlangt werden. Natürlich kann man hier vereinsintern nachträglich retouchieren (betrügen) und die Mitgliedschaft nachträglich anlegen oder eine Fehlauskunft geben, wenn es kurze Wege z.B. in einem reinen TTC gibt. Aber die Luft würde dünner werden und in einem Mehrspartenverein könnte das durchaus zu Schwierigkeiten führen, wenn dadurch intern die betrügerische Praxis einer Tischtennisabteilung aufgedeckt würde. Vielleicht würde man sie trotzdem nach außen decken, aber intern könnte es zu Verhaltensänderungen führen. Ich kenne nur leider nicht die/ den Spielleiter*in, die/ der hier Nachweis einfordert und dem hinterher geht.Was tun? Es bräuchte ein entschlossenes Vorgehen mit einigen Präzedenzfälle in verschiedenen Regionen, um hier ein Umdenken zu erreichen. Dann müssten Vereine mit Rent-a-player-Modellen zumindest die Mitgliedschaft für Meldekarteileichen oder vereinzelt eingeflogene Spieler*innen absichern. Vereine mit 0-Euro-Geflogenheiten ohne Mitgliedschaft gemeldeter Spieler*innen könnten nicht mehr so freihändig agieren. Für Phantasienamen und "Tankwart"-Modelle würde die Luft auch dünner. Und bei Austritten, müssten Vereine klären, ob ihr*e bisherige*r Spieler*in wegen einer Meldung noch Mitglied bleibt oder eben nicht mehr gemeldet wird.Eigentlich schade, sich mit so einem Thema beschäftigen zu müssen, weil eine Mitgliedschaft im Verein eigentlich flächendeckende Selbstverständlichkeit sein sollte, um am Spielbetrieb teilzunehmen. Aber die Häufung nimmt stark zu (nicht zuletzt durch die Regelöffnung mit der doppelten Spielberechtigung unterhalb der Bundesligen), sich hier innerhalb und außerhalb der Regelwerke Vorteile gegenüber der sich an die Regeln haltende Konkurrenz zu verschaffen. Das wirft erstmal nicht den besten Schein auf die Moral der TT-Szene oder zumindest auf die Strippenzieher*innen bestimmter Vereine. Will man jetzt gezielt dagegen wirken - oder gilt das Motto "Alles liberal-scheißegal"? Fragen an die TT-Community: Wie bewertet ihr die Lage? Welche Erfahrungen habt Ihr in Eurem TT-Umfeld? Habt Ihr in Eurem Umfeld schon Vereine erlebt, die von der Möglichkeit Gebrauch gemacht haben, beim Spielleiter*in nach WO die korrekte Meldung einer in der Liga vertretenen Mannschaft aufgrund vermuteter fehlender Vereinsmitgliedschaft anzuzweifeln und um Klärung gebeten? Habt Ihr in Eurem Umfeld schon Spielleiter*innen erlebt, die hier entschlossen Nachweise eingefordert haben? Seid Ihr künftig bereit, in begründeten Fällen als Verein in Richtung Spielleiter*innen aktiv zu werden - oder ist Euch das egal?Mit einer überregionalen zeitlich konzentrierten Aktion könnte für praktizierte Unfairness im TT-Sport die Hürde deutlich höher gelegt werden und das könnte vielleicht zu einem Umdenken beitragen. Dafür könnte man hier einen Textbaustein zur Verfügung stellen, um das Doing zu erleichtern. Leider würde das einen erheblichen Mehraufwand für i.d.R. ehrenamtliche Spielleiter*innen bedeuten. Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass es nicht darum geht, sie zu ärgern, sondern unseren Sport fairer zu machen, was ja auch Ihr Anliegen sein sollte. Geändert von Mephisto (19.02.2026 um 11:50 Uhr) |
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#2
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AW: Kontrolle Mitgliedschaft i.V.m. Spielberechtigung
Wir haben dazu einen inzwischen routinierten Prozess entwickelt: Vor der Saison wird jeder Mannschaftsführer der Liga informiert, dass vor den Spielen jeder Spieler den Zahlungsnachweis zum letzten Mitgliedsbeitrag mitzuführen hat, in der Regel eine Kopie des Kontoauszuges. Das hatte zu Beginn für etwas Murren gesorgt, wird aber inzwischen als Selbstverständlichkeit wahrgenommen.
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#3
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AW: Kontrolle Mitgliedschaft i.V.m. Spielberechtigung
Zitat:
Man ist übrigens auch noch Mitglied, wenn man den Beitrag nicht zahlt bis zum Ausschluss bzw. Suspendierung der Mitgliedschaft. Da kann sich übrigens auch jeder Vereinsvorstand im Streitfall eine Eigenquittung ausstellen. |
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#4
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AW: Kontrolle Mitgliedschaft i.V.m. Spielberechtigung
Na klar, die Datenschutzerklärung ist natürlich obligat. Wir checken immer auch die Persos und lassen uns die aktuellen Satzungen der Vereine geben, um die Beitragbeträge abzugleichen. So kann man dann schon einigermaßen sicher sein, dass alles im Lot ist.
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#5
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AW: Kontrolle Mitgliedschaft i.V.m. Spielberechtigung
Zitat:
Die WO gilt für die Vereine. Die Vereine beantragen Spielberechtigungen/ Mannschaftsmeldungen unter Beachtung der WO. Der Spielleiter ist für die Einhaltung und Genehmigung zuständig, geht erst einmal davon aus, dass sich ans Regelwerk gehalten wird. Solange es keinen Verdachtsmoment gibt, genehmigt er/ sie nach rein sportlichen QTTR-/ WO-Kriterien. Wenn es einen Verdacht gibt, dann wäre er/ sie die Instanz, die einen Nachweis einfordern könnte oder gibt es ggf. an das Hauptamt in der Verbandsgeschäftsstelle weiter, die das dann definitiv kann. Das hilft allerdings nicht bei Meldebetrug, wenn Spieler*innen zur Sollstärke beitragen, aber niemals eine Halle betreten. Genau hier liegt die Schwierigkeit, das einzufangen. Aber genau hier sollten regelmäßig stichprobeartige Kontrollen der gesamten Vereinsmeldung zur Abschreckung verbandsseitig durchgeführt werden - sowie in von anderen Vereinen der Spielklasse nach WO begründete Verdachtsfälle an den Spielleiter diese konsqequent im Sinne eines Nachweises kontrolliert werden. Geändert von Mephisto (19.02.2026 um 17:21 Uhr) |
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#6
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AW: Kontrolle Mitgliedschaft i.V.m. Spielberechtigung
Die Spieler der gegnerischen Mannschaft sollen Kontoauszüge präsentieren, echt jetzt ?
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#7
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AW: Kontrolle Mitgliedschaft i.V.m. Spielberechtigung
Zitat:
Letztendlich haben die Spieler eine gültige Spielberechtigung, und nur das zählt. Wer und ob jemand nen Mitgliedsbeitrag bezahlt ist völlig irrelevant. |
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#8
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AW: Kontrolle Mitgliedschaft i.V.m. Spielberechtigung
Ja, anders geht es nicht. Einmal mussten wir sogar eine notarielle Beglaubigung einfordern, dass der echt ist, aber das war ein absoluter Ausnahmefall.
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#9
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AW: Kontrolle Mitgliedschaft i.V.m. Spielberechtigung
Und jetzt wieder Ironie aus, oder Bits&Bobs
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#10
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AW: Kontrolle Mitgliedschaft i.V.m. Spielberechtigung
Zitat:
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Voraussetzung für die Beantragung einer Spielberechtigung oder den Wechsel der Spielberechtigung ist die Mitgliedschaft im Verein. D.h. bei einem Vereinswechsel z.B. zum 1.7. eines Jahres bestätigt der beantragende Verein automatisch, das die/ der Spieler*in auch Mitglied im Verein ist.
1.) Spieler*innen sind auf Vereinssuche, weil sie z.B. zugezogen oder wechselwillig sind. Beim Willkommensgespräch kommt das Gespräch dann auch auf das Thema Mitgliedschaft, i.d.R. 3x Probetraining und dann Entscheidung Mitgliedschaft. Dabei haben mir schon öfters Spieler (in dem Fall tatsächlich nur Männer) gesagt, dass sie in Verein X und Y auch ohne Mitgliedschaft im Verein trainieren und am Spielbetrieb teilnehmen können - und ihnen eine Vereinsmitgliedschaft zu teuer sei. Beim Hinweis, dass dies formal verboten ist, kommt i.d.R. keine Reaktion. Es gibt einzelne Vereine, die das im großen Stil machen, um Spieler über die Null-Euro-Strategie an sich zu binden und die Mitgliedschaftsklärung auf später oder nie verschieben. Manchmal wird sogar schon beim ersten Trainingsbesuch ohne Kenntnis der Betroffenen mit dem erfragten Namen der Wechsel beantragt. Ich habe schon Betroffene erlebt. Einzige Chance war, dies beim Verband anzuzeigen, was sie sich dann i.d.R. nicht getraut haben, sich mit der Situation arrangiert haben oder zum nächsten Wechseltermin dann regulär gewechselt sind. Für den Verein, der das systematisch macht, war es ein Missverständnis in einem Einzelfall.
Es bräuchte ein entschlossenes Vorgehen mit einigen Präzedenzfälle in verschiedenen Regionen, um hier ein Umdenken zu erreichen. Dann müssten Vereine mit Rent-a-player-Modellen zumindest die Mitgliedschaft für Meldekarteileichen oder vereinzelt eingeflogene Spieler*innen absichern. Vereine mit 0-Euro-Geflogenheiten ohne Mitgliedschaft gemeldeter Spieler*innen könnten nicht mehr so freihändig agieren. Für Phantasienamen und "Tankwart"-Modelle würde die Luft auch dünner. Und bei Austritten, müssten Vereine klären, ob ihr*e bisherige*r Spieler*in wegen einer Meldung noch Mitglied bleibt oder eben nicht mehr gemeldet wird.
Wie bewertet ihr die Lage? Welche Erfahrungen habt Ihr in Eurem TT-Umfeld?



