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allgemeines Tischtennis-Forum Dies ist unser Hauptforum. Hier geht es um Tischtennis allgemein und hier gehört alles rein, was nicht in die Fachforen oder sonstigen Foren passt.

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  #491  
Alt 27.06.2025, 11:24
Schluchtenschupfer Schluchtenschupfer ist offline
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AW: World Table Tennis (WTT) allgemein und Situation mit der ITTF

Zitat:
Zitat von appelgrenfan Beitrag anzeigen
Wenn man möchte, dass Tischtennis weiterhin ein ostasiatisches Phänomen mit wenigen europäischen, afrikanischen und amerikanischen Exoten bleibt, ja dann sollte man genau so weitermachen.
Aber das ist doch kein Zustand, der von regulierenden Mächten erschaffen wurde, das ist bloße Realität. Unser Sport wird im asiatischen Raum von vielfach mehr Menschen gespielt und angeschaut als in der "westlichen Welt", hat somit in vielerlei Hinsicht auch gesellschaftlich und wirtschaftlich einen ganz anderen Stellenwert. Fußball z.B. ist in diesem Sinne ein europäisches und südamerikanisches Phänomen mit asiatischen und afrikanischen "Exoten", welche ignoranterweise in der korrespondierenden Berichterstattung auch so benannt werden. Alle Weltmeister stammten von einem dieser Kontinente, 12x Europa, 10x Südamerika, bloß juckt uns das nicht, weil wir in diesem Kontext immer noch am Nabel der Welt posieren können, also genau dort, wo wir uns immer noch wähnen.

Deutschland und Europa driften poilitisch, wirtschaftlich und militärisch in Richtung Bedeutungslosigkeit, und wir reagieren wie gehörnte Teenager, maulend, armeverschränkend und irrational, da schließe ich mich * zu oft * gern mit ein. Es interessiert in der globalen Welt des Tischtennis keine Sau, wie sich der niederbayrische Tischtennisenthusiast angesichts der tischtennissportpolitischen Weltlage fühlt. Es gibt in Afrika eine Reihe interessanter Sichtweisen auf den (Welt)Fußball, über die hier nicht eine einzige Zeile zu hören oder lesen ist, und wir entwickeln uns schlicht zum Afrika des Tischtennis.

Mir geht es wie offensichtlich vielen hier, wenn die 8 gegen die elf der chinesichen Damenrangliste spielt, holt mich das emotional in einem Maße ab wie ehemals das nächtliche Testbild der Öffentlich-Rechtlichen. Das ist zum einen in dem Umstand begründet, dass ich zu den handelnden Personen keinerlei emotionale Verbindung habe, einfach mangels Information aber wohl auch aufgrund "kultureller Ferne" ohne rassistischen Hintergrund. Zum anderen sind diese Spiele aber auch aus den selben Gründen so gähn wie ein Tennisspiel von Jelena Ostapenko gegen Donna Vekic, immerhin die 18 gegen die 19 der Welt, das kann man bedauern aber eben auch nix gegen machen.

Einschränkend angemerkt, das mich z.B. vor ein paar Jahren Spiele von Ma Long gegen Xu Xin durchaus fasziniert haben, aber bis dahin war es ein langer (innerer) Weg, auf dem sich die oben angemerkte emotionale Nähe eben aufgebaut hat, ohne das men einen Weg dahin hätte "konstruieren" können. Gefüttert z.B. mit Wölfens Hintergrundinfos schaue ich heute gelegentlich Damenmatches chinsischer Spielerinnen dann doch mal mit anderen Augen, die nötigen Eigendynamiken zur Erlangung größerer Popularität werden sich aber hierzulande sicher nie entwickeln, weil der Sport öffentlich nicht stattfindet und vom Laien auch nicht interessant genug gefunden wird.

Biathlon wird ja nicht bis zum Erbrechen übertragen, weil Illuminaten oder Freimaurer im Verborgenen das System manipuliert haben, sondern weil die Sender irgendwann erstaunt festgestellt haben, dass Übertragungen dieses im Wesen ja eher albernen Sportes an winterlichen Vormittagen stetig steigende, absurde Zuschauerzahlen generierten, und das trotz zunächst wirklich unfassbar schlechten Formaten und Übertragungen. Der unbefleckte (deutsche) Laie findet an und in dem Sport etwas, was ihm angesichts der Quoten und Entwicklungen beim Tischtennis wohl nicht geboten wird .. Punkt. Ich würde gern mal bei einer vietnamesischen Familie hospitieren, wenn sie in kompletter Mannstärke vor Anspannung erstarrt verfolgt, welcher der 6 startberechtigten Norweger wohl den dritten der drölfzig an einem Wochenende stattfindenen Weltcup-Wettbewerbe gewinnt. Danach würde ich dann unheimlich gern in fließendem Englisch mit ihnen besprechen, ob der weltweite Durchbruch der Sportart nicht vor allem von den Startplätzen fünf und sechs für's norwegische Team bedroht wird und wen man dafür zwingend verantwortlich machen sollte.

Was ich eigentlich sagen wollte: Ruhe auf den billigen deutschen Plätzen
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  #492  
Alt 27.06.2025, 12:07
appelgrenfan appelgrenfan ist offline
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AW: World Table Tennis (WTT) allgemein und Situation mit der ITTF

Bin ja versucht mit tl;dr zu antworten, aber ich hab's tatsächlich gelesen…

Die WTT möchte doch genau die bestehende Realität ändern. Dazu setzen sie auf stärkere Personalisierung, was m.E. der richtige Weg ist. Sie bleiben nur auf halber Strecke stehen.

Und wenn man hofft, seine weltweite Präsenz auszubauen, sollte es klar sein, dass die Sportler dazu Englisch sprechen müssen. Auch Japaner oder Inder werden sich über ein kurzes Statement in Englisch freuen. Das ist um so wichtiger, da viele Streams ohne Kommentierung in lokaler Sprache auf YT laufen.

Eigentlich ist das Sprachthema nur eine Nebensache, aber sie würde helfen, die von dir zurecht erwähnte kulturelle Ferne zu reduzieren.
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  #493  
Alt 27.06.2025, 12:15
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AW: World Table Tennis (WTT) allgemein und Situation mit der ITTF

Wie läuft es denn mit der Kommunikation in Asien? Sprechen Japaner, Inder, Koreaner usw. chinesisch oder sprechen die Chinesen üblicherweise eine der anderen Sprachen?
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  #494  
Alt 27.06.2025, 12:40
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AW: World Table Tennis (WTT) allgemein und Situation mit der ITTF

Zitat:
Zitat von appelgrenfan Beitrag anzeigen
Ich Dummerle dachte halt glatt, "World Table Tennis" hätte den Anspruch Tischtennis weltweit erfolgreich zu machen. Da hat mir wohl meine "europäische Überheblichkeit" wieder einen Streich gespielt.
Deinen Ausflug ins ironische finde ich genau an dieser Stelle deplatziert, appelgrenfan.

Wir können uns über vieles unterhalten, wie man Tischtennis auch in unseren Breitengraden populärer machen könnte. Da gäbe es so einige Ansatzpunkte.

Schluchtenschupfer hat den Status quo, was diese Thematik betrifft, übrigens sehr gut beschrieben.

Aber ich empfinde es eben als wieder mal typisch europäische Anmaßung, von allen asiatischen TT-Sportler-/innen zu verlangen, zwecks dieser Erhöhung der Popularität dieses Sportes auch in anderen Breitengraden, dass sie alle englisch lernen sollten.

Und dies alles, ohne in einer Art Gedankenspiel auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, wie es denn wäre, wenn alle europäischen TT-Sportler-/innen im Umkehrschluss bspw. chinesisch lernen würden, was ja gar nicht mal so abwegig wäre, wenn man konstatiert, dass ca. 80 Prozent der großen Turniere im Jahr 2024 (Star-Contender aufwärts) auf asiatischem Boden stattgefunden haben, woran sich übrigens auch nichts ändern würde, wenn jetzt Frau Sun und Qian und Herr Wang und Liang auf englisch parlieren würden.

Das Erlernen der englischen Sprache ist für einen Chinesen, Japaner oder einen Koreaner nicht weniger schwierig als für einen Deutschen oder Franzosen das Erlernen der chinesischen Sprache, und es wundert mich immer wieder, mit welcher Nonchalance man in Europa erwartet, dass die Menschen aus dem dortigen Kulturkreis das doch bitte gefälligst tun sollten und sich uns Europäer anpassen sollten, damit wir bzw. die WTT es schaffen, einen Sport, wie Du es nennst, "weltweit erfolgreich zu machen"

Um dies zu tun, gäbe es eine genügend große Reihe völlig anderer und auch zielführender Maßnahmen, die ich mir jetzt erspare, alle aufzuführen.


Zitat:
Zitat von mithardemb Beitrag anzeigen
Wie läuft es denn mit der Kommunikation in Asien? Sprechen Japaner, Inder, Koreaner usw. chinesisch oder sprechen die Chinesen üblicherweise eine der anderen Sprachen?
Da ist es nicht viel anders als bei uns in Europa. Viele Chinesen sind auch der koreanischen oder japanischen Sprache mächtig, aber sicherlich nicht alle. Gerade das japanische unterscheidet sich ja relativ stark von bspw. Mandarin. Genauso wie das eben auch bei uns in Deutschland der Fall ist, wo viele der englischen und einige auch der französischen und spanischen Sprache mächtig sind, aber eben bei weitem nicht alle. Indisch können im südostasiatischen Raum dagegen eher wenige, so wie es bei uns es etwa mit der italienischen Sprache der Fall ist.

Geändert von Wolf11 (27.06.2025 um 12:56 Uhr)
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  #495  
Alt 27.06.2025, 13:18
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AW: World Table Tennis (WTT) allgemein und Situation mit der ITTF

Es wird doch nichts verlangt, aber es ist der Fakt, der hier bereits erwähnt wurde, dass die Weltsprache englisch ist. Das ändert auch nicht die sportliche Überlegenheit der Chinesen im Tischtennis. Da kannst du noch so viel aus deiner China-Brille schreiben, aber es wird diesen Fakt einfach nicht ändern. Ich persönlich halte es daher unabhängig vom Tischtennis für sinnvoll, wenn man in dieser Sprache kommunizieren kann.

Davon ganz abgesehen, dass hier erneut mehrfach andere Meinungen nicht toleriert werden, wenn jemand nicht Chinese oder Chinesin 9 gegen 14 sehen möchte, weil es einem absolut nichts gibt. Das kann man doch einfach akzeptieren.
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  #496  
Alt 27.06.2025, 13:28
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Zitat:
Zitat von Wolf11 Beitrag anzeigen
Da ist es nicht viel anders als bei uns in Europa. Viele Chinesen sind auch der koreanischen oder japanischen Sprache mächtig, aber sicherlich nicht alle. Gerade das japanische unterscheidet sich ja relativ stark von bspw. Mandarin. Genauso wie das eben auch bei uns in Deutschland der Fall ist, wo viele der englischen und einige auch der französischen und spanischen Sprache mächtig sind, aber eben bei weitem nicht alle. Indisch können im südostasiatischen Raum dagegen eher wenige, so wie es bei uns es etwa mit der italienischen Sprache der Fall ist.
In Deutschland wird fast flächendeckend Englisch als erste Fremdsprache an den Schulen unterrichtet. Das macht als Lingua Franca der westlichen Welt durchaus auch Sinn.

Eine einheitliche indische Sprache gibt es nicht. Aus diesem Grunde kommt auch dort die englische Sprache bei der Kommunikation zwischen unterschiedlichen Regionen zum Einsatz. Für Pakistan gilt ähnliches.
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  #497  
Alt 27.06.2025, 13:40
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Klar kann man das akzeptieren, SVB, dass es hier einige nicht interessiert, wenn die Nr. 9 gegen die Nr. 14 aus China spielt, wie Du es ausdrückst......

Genauso wie es bspw. in China kaum jemanden interessiert, wenn im Darts Humphries gegen Wright oder in der Fussball Champions-League Bayern gegen Inter oder Barcelona spielt. Trotzdem feiern wir in Europa "unsere Helden" und keiner in Asien erwartet, dass die Darts- oder Fussball-Cracks auch eine asiatische Sprache lernen sollten, damit diese Sportarten auch dort populärer werden.

Ein bisschen etwas anderes ist es bspw. im Snooker, wo der neue chinesische Weltmeister sehr wohl englisch spricht, weil dieser Sport durch und durch in England sozialisiert ist und etwa 80 Prozent der ganz großen Turniere auf britischem Boden stattfinden, wie u.a. auch alle Weltmeisterschaften. Und hier ist das dann auch nachvollziehbar.

Dies ist beim Tischtennis nicht der Fall, dort ist Asien der Mittelpunkt, wo 80 Prozent der großen Turniere stattfinden.

Aber wie appelgrenfan schon treffend sagte, ist das Sprachthema eigentlich nur eine Nebensache und es gibt, was die weltweite Popularität des Tischtennissports betrifft, eine Reihe wesentlich wichtigerer Dinge, die man hier besprechen könnte.......

Geändert von Wolf11 (27.06.2025 um 13:56 Uhr)
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  #498  
Alt 27.06.2025, 20:02
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Schade, denn genau dafür wäre der Thread doch da. Und ich habe sogar ein paar Ansätze geliefert, die du aber geschickt übergangen hast. Dafür kam ja lieber deine sehr zielführende Forderung, der Rest der Welt solle doch Chinesisch lernen.
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  #499  
Alt 27.06.2025, 20:06
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Han Ying hat ja auch noch kein (richtiges) Deutsch gelernt
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  #500  
Alt 27.06.2025, 21:22
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Zitat von appelgrenfan Beitrag anzeigen
Dafür kam ja lieber deine sehr zielführende Forderung, der Rest der Welt solle doch Chinesisch lernen.
Das ist Unsinn und das weisst Du auch. Muss dieser Populismus immer sein ?

Ich habe so etwas nie "gefordert"

Sondern ich habe einfach nur Deine Anregung, die chinesischen bzw. asiatischen Spieler möchten doch bitte alle englisch lernen um entsprechende Interviews geben zu können in einen Kontext gesetzt, dass man das umgekehrt dann auch von den Europäern erwarten könnte, da etwa 80 Prozent der großen Turniere in Asien stattfinden.

Stell Dir doch mal vor, Du müsstest chinesisch lernen......sprechen und schreiben.....und dann öffentlich halbwegs vernünftige Interviews geben........dann weisst Du, wie es sich für einen Chinesen anfühlt, von dem man erwartet, dass er englisch lernen soll......

Aber ich denke, dieses Sprachthema ist jetzt genug ausdiskutiert....

Und was Deine weiteren Ansätze betrifft, so finde ich da in Deinem Posting nur noch den Vorschlag der besseren Präsentation durch Spielerprofile auf der WTT-Website.

Dort ist ganz sicher noch einiges verbesserungswürdig, obwohl diese sich im Vergleich zu anderen Sportarten durchaus sehen lassen kann, aber ich glaube jetzt nicht, dass das einen entscheidenden Unterschied machen würde.

Geändert von Wolf11 (27.06.2025 um 22:08 Uhr)
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